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Mordfall Ashley Olsen Ihre Schädelbrüche wären allein schon tödlich gewesen

Im Mordfall Ashley Olsen hat die Polizei in Florenz einen Verdächtigen gefasst. Der 27-Jährige gab an, er hätte sich nach einer gemeinsamen Nacht mit der Amerikanerin "ausgenutzt" gefühlt.

Im Fall einer in Florenz getöteten US-Amerikanerin hat die italienische Polizei einen 27-jährigen Mann aus dem Senegal festgenommen. Zeugen hätten ihn mit dem späteren Opfer aus einer Diskothek und später in die Wohnung der 35-Jährigen gehen sehen, sagte Staatsanwalt Giuseppe Creazzo.

Der weitgehend geständige Verdächtige habe das Mobiltelefon der Toten bei sich gehabt. Am Tatort seien seine DNA-Spuren an einem Zigarettenstummel, einem Kondom und unter den Fingernägeln des Opfers gefunden worden.

Creazzo sagte, die Polizei habe für ihre Ermittlungen auch Aufnahmen einer Überwachungskamera herangezogen, die den Verdächtigen am vergangenen Freitagmorgen gemeinsam mit dem Opfer Ashley Olsen auf einer Straße vor der Disco zeigen sollen.

Einen Tag später wurde Olsen mit Würgemalen am Hals tot und nackt in ihrem Bett ihrer Mietwohnung im historischen Stadtzentrum gefunden. Nach Behördenangaben hatte ihr Freund den Eigentümer die Tür öffnen lassen, weil er einige Tage nichts von ihr gehört hatte. Laut Creazzo erlitt Olsen zwei Schädelbrüche, bevor sie mit einem Kabel oder einem Seil stranguliert wurde. Die Schädelbrüche allein hätten schon tödlich sein können, hieß es.

"Er fühlte sich ausgenutzt"

Der Verdächtige gestand, dass er und Olsen nach einer Nacht mit Drogen und Sex miteinander gekämpft hätten, doch bestritt er, das Opfer erwürgt zu haben, wie sein Anwalt Antonio Voce sagte. Der Senegalese habe Olsen lebend auf ihrem Bett zurückgelassen und nie vorgehabt, sie zu töten.

Laut Voce erklärte sein Mandant, dass er und Olsen handgreiflich geworden seien, als Olsen versucht habe, den Verdächtigen aus der Wohnung zu vertreiben – aus Angst, ihr Freund würde eintreffen. "Er fühlte sich ausgenutzt", sagte Voce. "Sie war noch am Leben, als er ging."

Creazzo sagte, der Senegalese sei vor einigen Monaten illegal nach Italien gekommen und habe bei der bis Donnerstagmorgen dauernden Vernehmung angegeben, von Gelegenheitsarbeiten wie dem Verteilen von Flyern gelebt zu haben. Er soll den Behörden zufolge in die örtliche Drogenszene verwickelt sein.

Verdächtiger weitgehend geständig

Dem Staatsanwalt zufolge hat der Festgenommene die Vorwürfe in wesentlichen Punkten eingeräumt. "Wir haben schwerwiegende Indizien für seine Schuld gesammelt", sagte Creazzo. Die Staatsanwaltschaft gehe von besonders schwerem Totschlag aus, habe aber noch keine Anklage erhoben. Ob der Verdächtige in Haft bleibe, müsse jetzt ein Richter entscheiden.

Die aus Summer Haven in Florida stammende Olsen lebte seit drei Jahren in Florenz und galt als aktives Mitglied der dortigen Kunstszene. Sie war ihrem Vater nach Italien gefolgt, der in der Stadt in der Toskana unterrichtet.

Der letzte spektakuläre Mord an einer in Italien lebenden Ausländerin war jener an der Britin Meredith Kercher in Perugia im Jahr 2007, für den ihre amerikanische Mitbewohnerin Amanda Knox zeitweise im Gefängnis saß.

Die italienischen Ermittler und Gerichte hatten viel Kritik einstecken müssen, nachdem Knox in dem aufsehenerregenden Fall erst verurteilt, dann freigesprochen, wieder verurteilt und in letzter Instanz schließlich doch wieder freigesprochen worden war.

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