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Ein Mann verätzte ihr Gesicht Die bewegende Geschichte von Laxmi Saa

Laxmi Saa ist 15, als sie einen 32-jährigen Mann heiraten soll. Sie weigert sich. Aus Rache gießt ihr der Mann Säure ins Gesicht. Sie ist schwer verletzt. Nun ist sie 26 Jahre alt - und ist Model.

Eine junge Frau läuft mit dem Rücken zum Zuschauer durch das Bild. Sie dreht sich um, lacht in die Kamera. Sie trägt ein leuchtend orangefarbenes Kleid. Ihr Gesicht ist von Säure verätzt. "Entstellt" ist wohl ein zu starkes Wort, aber den gängigen Schönheitsvorstellungen der Modebranche entspricht Laxmi Saa nicht. Dennoch ist sie das neue Gesicht einer Kampagne des Sari-Herstellers Viva N Diva.

Laxmi ist 26 Jahre alt. Als sie 15 war, goss ihr ein 32-jähriger Mann Säure ins Gesicht. Es war Rache: Laxmi wollte ihn nicht heiraten. An den Moment, der ihr Aussehen und ihr Leben für immer veränderte, erinnert sie sich noch ganz genau: "Zuerst war es kalt. Dann fühlte ich ein intensives Brennen und wie die Flüssigkeit meine Haut zum Schmelzen brachte", sagte Laxmi der BBC.

Sie überlebte den Angriff damals mit schweren Verletzungen im Gesicht. Auf ihrem Facebook-Profil "Acid Attack Fighter Laxmi" erzählt sie ihre Geschichte. Am meisten wehgetan, schreibt sie dort, hätte ihr nicht der Angriff selbst, sondern die Reaktionen ihrer Freunde und Familie. Ihre Verwandten wollten sie nicht mehr sehen, Freunde wandten sich ab.

Sie suchte einen Job, doch niemand wollte sie einstellen, schreibt die 26-Jährige auf Facebook: "Manche sagten: 'Die Leute bekommen Angst, wenn sie dich sehen', andere versprachen zurückzurufen, aber taten es nie."

Angriffe auch in Großbritannien und im Iran

Solche Angriffe, die hauptsächlich auf Frauen zielen, kommen in Indien häufiger vor. Oft stecken Racheakte von Männern oder Streit um die Mitgift dahinter. Die BBC spricht von etwa 1000 Fällen jährlich. Verlässliche Zahlen liegen jedoch nicht vor, weil viele Opfer die Taten aus Scham oder Angst nicht anzeigen. In den vergangenen Jahren wurde auch in Großbritannien und im Iran von Säureattacken berichtet.

Beweist Stärke: Laxmi Saa will anderen Frauen Hoffnung geben und den Angreifern zeigen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen. (Foto: Viva n Diva)

Mit der Zeit lernte Laxmi andere Opfer kennen, denen es ähnlich ging. Der Austausch gab ihr neues Selbstbewusstsein. 2007 startete sie eine Petition und begann, sich gegen den unregulierten Verkauf von Säure und für härtere Strafen für Säureattacken zu engagieren. Laxmi gab den vielen Betroffenen eine Stimme.

Nun hat sie ein indisches Modelabel zur Werbefigur seiner neuen Kollektion erkoren. Man habe sich dazu entschieden, mit Laxmi Saa zusammenzuarbeiten, nachdem Mitarbeiter in einem Kalender, der Säureopfer zeigte, auf sie aufmerksam wurden.

Eine andere Form von Schönheit

"Für einen Moment habe ich Schönheit in einer sehr anderen Art und Weise gesehen, und wir wollten das festhalten – jeden Flecken des Opferseins aus den Augen verschwinden lassen und ihnen eine Bühne, eine Beschäftigung, eine Plattform geben", sagte die Mitgründerin von Viva N Diva, Rupesh Jhawar, der BBC.

Für Laxmi ist die Kampagne eine Chance, um ein Beispiel zu geben, sagt sie. Ein Beispiel für andere betroffene Frauen, dass sie sich nicht entmutigen lassen sollten. Und um den Straftätern zu zeigen, dass sich Frauen nicht einschüchtern lassen, auch wenn sie ihre physische Schönheit angreifen.

Zudem sei die Kampagne ein wichtiger Schritt hin zu mehr sozialer Akzeptanz. Denn für Laxmi ist vor allem die gesellschaftliche Ausgrenzung problematisch: "Mit unseren verbrannten Gesichtern scheinen wir auch unsere Identität verloren zu haben."

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