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Taiwan Hier können Frauen zum Schuh-Gott beten

Wie bekommt man mehr Frauen in die Kirche? Ganz einfach, man baut eine Kirche im Form eines High Heels. Eine Stadt in Taiwan hat das jetzt gemacht. Das Projekt hat einen traurigen Hintergrund.

Wie bekommen wir bloß mehr Frauen in die Kirche? Das fragten sich die Verantwortlichen in der taiwanesischen Stadt Budai an der Ostküste des Landes. Am Tisch saßen offenbar Schuhliebhaber, Cinderella-Fans und Romantiker, denn das Ergebnis ist ein äußerst extravagantes Gotteshaus in Form eines funkelnden Glasschuhs mit schwindelerregendem Absatz.

Die taiwanesische Variante der "Frauen-Kirche" ist 16 Meter hoch, ungefähr zehn Meter breit und wurde aus 320 blauen Glaselementen zusammengesetzt. Kostenfaktor: Rund 630.000 Euro.

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Auch Männer mögen Stöckelschuhe, wie dieses Foto beweist. (Foto: REUTERS)

Der Sprecher des Bezirks, Zheng Rongfeng, verriet gegenüber der britischen BBC, was die Besucherinnen im Inneren des Schuhs erwartet. So soll es 100 "frauenorientierte Attraktionen" geben, von denen sich aktuell allerdings 71 noch in der Planung befinden. Einer der Höhepunkte seien die "Bänke für Verliebte".

Außerdem werden Kekse und Kuchen während des Gottesdienstes gereicht und überall sollen getrocknete Ahornblätter zur Dekoration drapiert werden. Alles sei ideal für romantische Schnappschüsse, versprechen die Kirchenbetreiber.

Und zumindest die Chance auf einzigartige Fotos stellt sich als wirksamer Besucher- und Touristenmagnet heraus. Schon vor der Eröffnung pilgern zahlreiche – weibliche und männliche – Schuhfans zur Kirche, um Fotos des Gebäudes zu schießen. Paare positionieren sich, Selfiesticks werden gezückt und auch reine Männergruppen lassen sich knipsen.

Hommage an traurige Liebesgeschichte

Eröffnet wird das göttliche High-Heel-Haus nämlich erst zum chinesischen Neujahrsfest, das in diesem Jahr auf den 8. Februar fällt. Unklar ist noch, welcher Glaubensgemeinschaft die Kirche angehören wird. In Taiwan zählt rund ein Drittel der Einwohner zu Buddhisten, ein weiteres Drittel zu den Taoisten. Nur rund 3,9 Prozent sind gläubige Christen.

Hinter der frauenaffinen Kirche steckt bei aller Romantik übrigens eine traurige Geschichte. Das Schuhgotteshaus wurde durch ein lokales Drama aus den Sechzigerjahren inspiriert. Damals mussten der 24-jährigen Einheimischen Wang aufgrund einer Infektion beide Beine amputiert werden – kurz vor ihrer Hochzeit.

Die Eheschließung wurde aufgrund ihrer Behinderung daraufhin abgesagt, sodass die arme Wang ihr Leben lang unverheiratet blieb. Sie widmete ihr Leben fortan der Kirche, weshalb das gläserne High-Heel-Gotteshaus nun eine Hommage an Wang und ein Statement für die Liebe sein soll.

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