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Gesuchte RAF-Terroristen Das Trio schlug offenbar mehrfach zu

Die Ex-RAF-Terroristen Ernst-Volker Wilhelm Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette haben offenbar nicht nur einen Überfall begangen. Auch in Wolfsburg dürften sie zugeschlagen haben.

Ein weiterer Überfall auf einen Geldtransport könnte auf das Konto von untergetauchten Terroristen der Roten Armee Fraktion gehen. Daniela Klette, Ernst-Volker Wilhelm Staub und Burkhard Garweg stehen im Verdacht, am 28. Dezember 2015 auch einen Geldtransporter in Wolfsburg angegriffen zu haben. "Aktuell liegen neue DNA-Analyseergebnisse vor", teilte die Staatsanwaltschaft in Verden mit. Der Transporterfahrer konnte damals flüchten, die Räuber gingen leer aus.

Zuvor war bekanntgeworden, dass die Gesuchten höchstwahrscheinlich auch für einen missglückten Überfall im Juni auf einen Geldtransporter in Stuhr bei Bremen verantwortlich sind. Nun suchen die Ermittler die drei wegen des Verdachts des versuchten Mordes und schweren Raubes. Gegen sie liegen Haftbefehle vor, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es nicht, teilte die Staatsanwaltschaft mit. "Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Tat allein der Finanzierung des Lebens im Untergrund dienen sollte." Die Bundesstaatsanwaltschaft ermittelt gegen die drei Verdächtigen seit Anfang der 90er Jahre wegen ihrer Mitgliedschaft in der RAF. Sie sollen unter anderem einen Sprengstoffanschlag im März 1993 auf die Justizvollzugsanstalt Weiterstadt in Hessen verübt haben. 

Angriff mit Sturmgewehr

Bei dem Überfall in Stuhr hatten drei Maskierte den gepanzerten Geldtransporter am helllichten Tag mit einem VW-Bulli blockiert und mit einem Schnellfeuergewehr auf den Transporter geschossen. Die Täter konnten aber nicht ins Auto gelangen. Sie flüchteten ohne Beute in einem Ford "Focus". Nach dem Überfall wurden die DNA-Spuren entdeckt, die ihnen zugeordnet wurden.

Eine Sonderkommission suchte mit Phantombildern nach Hinweisen, zudem wurde von privater Seite eine Belohnung ausgesetzt. Einem Bericht des NDR zufolge wurden Spuren der gesuchten RAF-Mitglieder auch nach einem Überfall 1999 in Duisburg auf einen Geldtransporter entdeckt, der nach ähnlichem Muster verlief.  

Mehrere Terror-Generationen

Mehr als zwei Jahrzehnte lang war die RAF der Inbegriff von Terror und Mord. 1998 erklärte sie sich für aufgelöst. Ihrem "bewaffneten Kampf" gegen das "imperialistische System" fielen Dutzende zum Opfer, darunter hohe Repräsentanten von Wirtschaft und Politik. Einige Mitglieder sind bis heute verschwunden und stehen auf der Fahndungsliste des Bundeskriminalamts (BKA).

Vorläufer der RAF war die nach dem Kaufhaus-Brandstifter Andreas Baader und der Journalistin Ulrike Meinhof benannte Baader-Meinhof-Gruppe. Nach der Studentenrevolte der 1960er Jahre konzentrierte diese "erste Generation" ihre Gewalttaten bis 1972 vor allem auf US-Einrichtungen. Als der "harte Kern" hinter Gittern saß, setzte die "zweite Generation" die Terrorserie fort.

Danach formierte sich eine "dritte Generation" der RAF mit einer namentlich kaum bekannten "Kommando-Ebene". Auf ihr Konto sollen mehrere Morde gehen - etwa an dem MTU-Vorstandschef Ernst Zimmermann (1985), dem Siemens-Manager Karl Heinz Beckurts (1986), dem Bonner Spitzendiplomaten Gerold von Braunmühl (1986), Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen (1989) und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder (1991). Bis heute wissen die Ermittler nicht, wer die Täter waren. 

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