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Berlin Wie es zur tödlichen U-Bahn-Attacke kam

Warum stößt ein gerade aus Hamburg in Berlin angekommener Mann eine junge Frau vor eine einfahrende U-Bahn? Vieles bleibt Spekulation. Was über den Täter bekannt ist - und was nicht.

Ein 28 Jahre alter Mann soll in Berlin mit Anlauf eine Frau vor eine heranfahrende U-Bahn gestoßen haben. Die 20-Jährige wurde am Dienstagabend gegen 23.40 Uhr auf dem U-Bahnhof Ernst-Reuter-Platz in Berlin-Charlottenburg von dem Zug überrollt und getötet. Zeugen hielten den Mann fest und übergaben ihn den Beamten.

Bisherige Delikte des Verdächtigen

Als Jugendlicher beging der heute 28 Jahre alte Verdächtige eine schwere Straftat: gefährliche Körperverletzung und Raub, so die Staatsanwaltschaft. Laut "Bild"-Zeitung soll der damals 14-Jährige in Hamburg einen Mann niedergestochen haben, er sei zu zwei Jahren und neun Monaten Jugendhaft verurteilt worden. Zuletzt ist er den Ermittlern zufolge durch Delikte wie Sachbeschädigung aufgefallen und stand deshalb unter Betreuung. Die Hamburger Justiz hat sich auch nach Kritik aus Berlin bisher nicht zu Details geäußert.

Der Weg nach Berlin

Was den laut Medienberichten obdachlosen Mann in die Hauptstadt führte, ist bisher völlig unklar. Doch schon auf seiner Anreise fiel er auf: als Schwarzfahrer im Zug, wie die Staatsanwaltschaft berichtete. An einer Obdachlosenunterkunft wurde er abgewiesen und zum Bahnhof Zoo geschickt. Die Unterkunft sei überfüllt gewesen, hieß es in manchen Medien. "Bild" zitiert den Heimleiter: "Wir wussten nicht, was er wollte, haben ihn weggeschickt." Auf dem Weg zum Bahnhof Zoo – der Mann war etwa zwei Stunden in der Stadt – kam es zu dem tödlichen Vorfall.

Psychische Probleme oder Sucht?

Beides ist möglich. Der Verdächtige hat laut Staatsanwaltschaft mit Drogen zu tun gehabt, hatte zum Zeitpunkt der Tat aber weder Alkohol noch Drogen im Blut. Er ist inzwischen in der Psychiatrie, es gibt Hinweise auf Schizophrenie. Einem Gutachten zufolge könnte der Mann schuldunfähig sein.

Wer war das Opfer?

Die 20-Jährige war nach Angaben des schwedischen Außenministeriums deutsche und schwedische Staatsbürgerin. Sie lebte Zeitungsberichten zufolge in Berlin und studierte. Den Ermittlern zufolge stand sie in keiner Beziehung zum Verdächtigen.

Hat die Tat Folgen für den Nahverkehr?

Erst einmal nicht. Bei Stößen oder Stürzen vor einen einfahrenden Zug seien alle Beteiligten machtlos, betonte die Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Trennwände zwischen Gleis und Bahnsteig mit selbstöffnenden Türen, sobald der Zug im Bahnhof hält, gelten in Berlin als schwer umzusetzen, aus technischen wie finanziellen Gründen. Von einer "Milliardeninvestition" sprach die BVG-Sprecherin gegenüber der "Berliner Zeitung". Auch Sensoren, die Hindernisse auf dem Gleis erkennen und einen Stopp der Bahn erzwingen, werden dem Blatt nach bei Taten in letzter Sekunde als wirkungslos eingeschätzt.

Wie oft kommt es zu solchen Vorfällen?

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bezeichnen sie als "extrem selten". Laut "Tagesspiegel" ist die jährliche Zahl einstellig, bei 1,5 Millionen U-Bahnfahrgästen pro Tag. Etwas häufiger seien Unglücke, die sich aus Prügeleien oder Drängeleien ergeben.

Was kann man im Unglücksfall tun?

Wer Zeuge eines Vorfalls wird, kann an den Infosäulen auf dem Bahnsteig den Notrufknopf drücken. Die Leitstelle könne dann den Fahrstrom abstellen und dem nächsten Zug ein rotes Signal anzeigen, berichtet der "Tagesspiegel". Das setzt allerdings mehr Zeit voraus als die Zeugen wohl im aktuellen Fall hatten.

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