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Entscheidender Fehler So schnappte die Polizei den geflohenen Vergewaltiger

Die Flucht war spektakulär, die Festnahme auch. Die Polizei im Großraum Köln suchte seit Tagen nach dem verurteilten Vergewaltiger. Ein entscheidender Fehler ließ den 58-Jährigen auffliegen.

Der Kunde trug Mütze und Brille, sein Bart war abrasiert. Der große Mann kaufte ein Fahrrad, eines mit einem tiefen Einstieg, bezahlte mit EC-Karte und verschwand. Es dauerte nicht lange, da rief die Polizei in dem Geschäft an und enthüllte die Identität des Kunden. Da war der von einem Großaufgebot der Polizei gesuchte, verurteilte Vergewaltiger auf dem Fahrrad schon festgenommen - ein paar Straßen weiter auf der Kurfürstenstraße in Brühl bei Köln.

Ein Mitarbeiter des Geschäftes erzählte später, er und seine Kollegen hätten den am Mittwoch entflohenen Mann nicht erkannt. Die Polizei hatte um 10.50 Uhr den entscheidenden Hinweis erhalten, dass der seit Tagen Gesuchte sich in einem Fahrradladen aufhalten solle. Möglicherweise hat sich der verurteilte Vergewaltiger dort durch den Gebrauch seiner EC-Karte verraten. Denn eine gute Stunde später gegen Mittag nahm eine Polizeistreife ihn fest. Der so dringend Gesuchte leistete keinen Widerstand, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Der 58-Jährige war mehrfach verurteilt worden, zuletzt 1991 wegen Vergewaltigung zu neun Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung, weil er als gefährlich eingestuft wurde. Seit 1999 war er in der JVA in Aachen hinter Gittern. Eine Therapie habe er nicht machen wollen, erklärte das NRW-Justizministerium. Aber seltene, begleitete Ausgänge sind möglich.

Der Mann war 1991 zu neun Jahren Gefängnis verurteilt worden, anschließend war die Sicherheitsverwahrung angeordnet worden. (Foto: dpa)

Der letzte Ausgang am vergangenen Mittwoch führte nach Köln in ein belebtes Brauhaus im Zentrum. Dort kehrte der 1,88 Meter große Mann mit zwei Justizvollzugsbeamten ein. Inmitten des unübersichtlichen Gewimmels türmte er beim Gang auf die Toilette. Über den Hergang gibt es unterschiedliche Angaben, jedenfalls erstattete die JVA Aachen Anzeige wegen der Flucht gegen die Mitarbeiter.

Wohl keine Rückkehr nach Aachen

Drei Tage lang fahndete ein Großaufgebot der Polizei nach dem Mann. Im Bonner Rheinauenpark war ein Jogger sicher, dass er ihn am Freitag unter einer Rheinbrücke gesehen habe. Auch ein Hubschrauber knatterte über den Park in der Nähe des früheren Regierungsviertels - ohne Erfolg. Ob der 58-Jährige wirklich dort war, ist nicht klar. "Wir überprüfen das", sagt Ulrich Bremer, der Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft. Auch ein brutaler Überfall auf eine 21-Jährige in einem Vorort von Bonn wenige Stunden später gibt Rätsel auf.

Dem Haftrichter musste der Mann nicht mehr vorgeführt werden, es besteht ein Beschluss über seine Unterbringung. Der Mann sei in eine Haftanstalt gebracht worden, sagte der Sprecher des NRW-Justizministeriums. "Ich gehe davon aus, dass er nicht wieder nach Aachen verlegt wird."

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