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Bundeskriminalamt Immer mehr Geldautomaten fliegen in die Luft

Erst wird Gas eingeleitet, dann gezündet: Die Zahl der gesprengten Geldautomaten steigt rasant an. Der angerichtete Schaden geht in die Hunderttausende. Ein Bundesland ist besonders betroffen.

Die Zahl der Sprengungen von Geldautomaten durch Kriminelle hat in den vergangenen Jahren deutschlandweit deutlich zugenommen. 2011 waren es bundesweit 38 Fälle mit erfolgtem oder versuchtem Diebstahl auf diesem Wege, 2013 schon 89 und im Jahr 2015 dann 132 Fälle, wie das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden mitteilte.

Seit Monaten erregt eine ganze Reihe solcher Taten in Nordrhein-Westfalen Aufsehen, der Schaden geht allein hier in die Millionen. Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben der Ermittler allein in NRW 66 Fälle, in diesem Jahr sind es schon neun. Schwerpunkte sind der Behörde zufolge neben NRW auch Niedersachsen, Berlin, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

Im Westen schlugen Täter zuletzt etwa in kleineren Städten wie Lippetal, Übach-Palenberg oder Herzogenrath zu – nach Einschätzung des Bundeskriminalamts eine durchaus übliche Vorgehensweise. Denn die Orte solcher Taten lägen überwiegend auf dem Land, oft hätten sie weniger als 1000 Einwohner. Bevorzugt werde eine gute Verkehrsanbindung für eine einfache Flucht – etwa nahe Autobahnen oder Bundesstraßen.

Sprengung mit Gas

Erfolgreich sind die Täter längst nicht immer: Nur bei 60 der bundesweit 132 Fälle dieser schweren Diebstähle im Jahr 2015 wurde Bargeld erbeutet. Aktiv sind laut BKA sowohl Einzeltäter als auch Banden. "Die ermittelten Tatverdächtigen sind oft bereits mit Eigentumsdelikten oder anderen Straftaten in Erscheinung getreten", teilte das BKA mit. Es gebe sowohl Täter aus der jeweiligen Region als auch reisende Gruppen von Kriminellen, die überwiegend aus Ost- und Südosteuropa stammten oder aus den Niederlanden einreisten.

Seit Jahren werde ähnlich vorgegangen: Ein Gas oder ein Gasgemisch werde in den Geldautomaten eingeleitet und dann entzündet. Nur selten werde Pyrotechnik oder gewerblicher Sprengstoff eingesetzt. Der entstandene Schaden aus Diebstahl und Sprengung könne sich in Einzelfällen auf weit mehr als 100.000 Euro belaufen, wobei dann der Schaden an den Gebäuden den Wert der Beute übersteige.

Häufig könnten Täter das Ausmaß der Sprengung nicht recht einschätzen und nähmen erhebliche Schäden zumindest billigend in Kauf, betonte die Behörde. Manchmal würden Täter verletzt, Unbeteiligte seien nach Wissen des BKA bislang aber noch nicht zu Schaden gekommen.

Die Bundesanstalt für Materialforschung- und prüfung (BAM) prüft im Moment gemeinsam mit Safe-Herstellern verschiedene Schutzsysteme. So könnten Safes mittlerweile gegen Gasexplosionen abgesichert werden, sagt Abteilungsleiter Kai Holtappels. "Es gibt auch Anti-Gas-Systeme: Eines erfasst beispielsweise, wenn Gas eingeleitet wird, und verdünnt es dann durch ein nicht brennbares Gas, so dass das Gemisch nicht explodieren kann." Das BAM prüfe zudem Systeme zur Einfärbung von Geldscheinen oder Alarmsysteme zur Abschreckung.

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