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Zika-Virus in Amerika WHO erwägt Ausrufung des Gesundheitsnotfalls

Die Angst vor einer globalen Ausbreitung wächst: Das von Mücken übertragene Zika-Virus wird mit Fehlbildungen bei Babys in Verbindung gebracht. Die WHO beruft eine Dringlichkeitssitzung ein.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will am Montag darüber entscheiden, ob wegen der schnellen Verbreitung des Zika-Virus in Lateinamerika ein weltweiter Gesundheitsnotfall ausgerufen werden muss. Das Virus verbreite sich in einigen Gegenden beinahe explosionsartig, teilte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan in Genf mit. Nun sei deswegen eine Dringlichkeitssitzung einberufen worden. Ihre Organisation sei besonders besorgt über eine mögliche weltweite Ausbreitung des Virus.

Es gebe zwar keine eindeutige Beweise, dass das Virus für einen Anstieg der Zahl von Babys verantwortlich sei, die in Brasilien mit ungewöhnlich kleinen Köpfen zur Welt kämen. Doch sei die Alarmstufe "äußerst hoch", erklärte Chan. Nach WHO-Angaben gibt es in Brasilien möglicherweise 1,5 Millionen Zika-Fälle. Zugleich warnte die UN-Organisation jedoch vor Panik. 

"Das ist nicht Ebola", sagte der zuständige WHO-Direktor und Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten, Marcos Espinal. Die WHO hatte zuletzt wegen des verheerenden Ebola-Ausbruchs in Westafrika 2014 einen internationalen Notstand ausgerufen. Die Epidemie tötete mehr als 11.000 Menschen.

Erreger in mehr als 20 Ländern registriert

Die Krankheit werde bekanntermaßen durch Mücken verbreitet. Der Kampf gegen die Überträger sei daher entscheidend, aber er sei auch mit üblichen Mitteln möglich. Brasilien habe dabei bereits gute Fortschritte gemacht.

Wo das Zika-Virus gefunden wurde. (Foto: Infografik Die Welt)

Das Zika-Virus, das derzeit vor allem in Brasilien grassiert und bereits in mehr als 20 Ländern registriert wurde, führt bei etwa 20 Prozent der Infizierten zu grippeähnlichen Symptomen und ist normalerweise nicht tödlich. Schwangere können das Virus aber auf ihre ungeborenen Kinder übertragen, bei denen es zu gefährlichen Fehlbildungen führen kann. Bislang gibt es keinen Impfstoff gegen das Virus und kein Medikament zur Behandlung Erkrankter.

In den vergangenen drei Monaten sind allein in Brasilien mehr als 4000 Kinder mit Mikrozephalie, einer abnormen Kleinköpfigkeit, geboren worden. Erwachsene können womöglich auch an dem Guillain-Barré-Syndrom erkranken, einer seltenen Nervenkrankheit. Diese kann zu dauerhaften Lähmungen führen.

Zika-Virus wurde im Jahr 1947 erstmals nachgewiesen

Das brasilianische Militär will jetzt mit einer Großoffensive die Moskitoart Aedes aegypti bekämpfen, die das sich rasant ausbreitende Zika-Virus überträgt. Ab dem 13. Februar werden 220.000 Soldaten eingesetzt, um die Nester der Gelbfiebermücke Aedes aegypti auszurotten, die das Virus auf den Menschen überträgt.

Das Virus ist 1947 erstmals bei einem Affen aus dem Zikawald Ugandas in Afrika festgestellt worden. Es tauchte anschließend vereinzelt auch in Asien auf und dann stärker 2013 in Französisch-Polynesien. Aber erst seit 2015 gibt es einen massenhaften Ausbruch, der in Brasilien seinen Anfang nahm und inzwischen ganz Lateinamerika betrifft.

Reisende, die binnen drei Wochen nach der Rückkehr aus einem von Zika betroffenen Land Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen oder Hautrötungen feststellen, sollten laut Robert-Koch-Institut (RKI) einen Arzt aufsuchen und auf die Reise hinweisen. Ein Bluttest kann dann definitiven Aufschluss geben.

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