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"Ein wenig ungewöhnlich" Messerattacken versetzen New York in Angst

An U-Bahnhöfen, auf offener Straße, in dunklen Gassen: Seit Dezember werden in New York wiederholt Menschen mit Messern attackiert. Was steckt hinter der Serie von Verbrechen?

Brooklyn, New York. Mit einer vollgepackten Einkaufstüte überquert David Henry Hwang gerade eine Straße. Der preisgekrönte Schriftsteller ist auf dem Nachhauseweg. Plötzlich spürt er einen stechenden Schmerz am Kopf. Als ob ihn ein Gegenstand getroffen hätte, so beschreibt es der 58-Jährige der britischen Tageszeitung "Telegraph".

"Ich versuchte mich an einer Wand festzuhalten, dann an einem Auto. Erst da bemerkte ich, dass ich blutete!" Hwang wurde mit einer Klinge verletzt. Der Täter hatte ihn von hinten überrascht und mit dem Messer eine wichtige Arterie verletzt, die direkt zum Gehirn führt. Der Schriftsteller ist nicht das einzige derartige Opfer in New York City.

Seit Dezember wurden mehr als ein Dutzend Messerattacken gemeldet, drei allein in dieser Woche. Fast immer kamen die Täter aus dem Nichts und wurden auch nicht von den Opfern provoziert. Wie die Polizei bestätigte, waren die Angreifer mit Rasierklingen, Messern, in einem Fall sogar mit einer Machete bewaffnet.

Mit einer Klinge wurde der preisgekrönte Schriftsteller David Henry Hwang auf offener Straße verletzt. Plötzlich konnte er nicht mehr gerade stehen, so der 58-Jährige. (Foto: Getty Images)

Messerattacken häufen sich plötzlich

Für den Chef der New Yorker Polizei, William Bratton, sind die Verbrechen nicht unüblich und Teil des New Yorker Stadtlebens. "Die Realität ist, dass wir mit weniger Kriminalität zu kämpfen haben im Vergleich zu den vergangenen 20 bis 50 Jahren", zitieren ihn US-Medien. Trotzdem, so belegen aktuelle Polizeistatistiken, haben sich die Messerstechereien im letzten Monat gehäuft.

Auch wenn die Zahlen nicht abbilden, ob es sich um zufällige oder gezielte Attacken handelt. Für Kripochef Robert Boyce des NYPD ist die neue Welle der Gewalt dennoch "ein wenig ungewöhnlich". Dass sie miteinander zusammenhängen, schließt er aus. Die Ermittler glauben, dass die Vorfälle weitgehend zufällig passierten.  Drei mutmaßliche Täter wurden bereits verhaftet. Darunter ein Mann, der eine 71-jährige Frau an der Wange verletzte. Sie saß allein in einem Wagenabteil der U-Bahn, als sie attackiert wurde.

 

"Warum sollte mir jemand einen Schlag verpassen?"

Auch Amanda Morris war zu Fuß unterwegs, als sie plötzlich von einem fremden Mann in Manhattan angegriffen wurde. Wie Aufnahmen einer Überwachungskamera vom 6. Januar zeigen, griff der Mann sie von der Seite an. Mit einer Hand holte er aus, dann stach er der 24-Jährigen ins Gesicht.

"Es fühlte sich an, als ob ich einen Schlag ins Gesicht bekam", sagt Morris der "New York Post". "Ich dachte nur: 'Oh, seltsam. Warum sollte jemand mir einen Schlag verpassen?' Plötzlich waren meine Hände voller Blut und ich fing an zu weinen", erzählt sie weiter. Auch Hwang ist schockiert: "Ich mag den Gedanken, mich als New Yorker frei auf den Straßen zu bewegen, um mich herum sind Menschen", sagte er dem "Telegraph." 

"Aber das hier passierte in einer dunklen Ecke meines Blocks. Es passierte zufällig. Dass dieser Vorfall nicht der Einzige bleibt, überrascht mich. Ist das ein neues Phänomen?", fragt Hwang. Kriminologen gehen nicht davon aus. Wie Jack Levin von der "Northeastern University" bestätigt, sei die Idee eines "Nervenkitzel-Verbrechens" nicht neu. Levin untersucht die Messerstechereien.

Today was a difficult day that I never thought I would have to go through, I was simply in the wrong place at the wrong...

Posted by Amanda Lynn Morris on Wednesday, January 6, 2016
 

Experten warnen vor Panikmache

In seinen Augen versuchen die Täter, sich machtvoll zu fühlen, wenn sie einen Fremden angreifen. Er vergleicht es mit einem K.O.-Angriff, bei dem Jugendliche versuchen, jemanden mit einem einzigen Schlag umzuhauen. "Sie wollen Angst erzeugen, um das Gefühl von Macht zu bekommen, um über das Ergebnis zu lachen", so der Kriminologe.

Dass sich die Angriffe seit Dezember häufen, schürt bei vielen New Yorkern Angst. Trotzdem warnen Experten, jetzt in Panik zu verfallen. Wie der Psychologe Jason Hershberger, Leiter der Psychiatrie-Abteilung am Universitätsklinikum in Brooklyn sagt, gebe es "größere Risiken, vor denen wir Angst haben sollten." Die Attacken seien, so Hershberger weiter, "Auslöser für Angst vor dem Unvorhersehbaren". Mit wirklichen Sicherheitsproblemen hätten sie nichts zutun.

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