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"Kann nicht für Sicherheit garantieren" Hardcore-Sexist sagt internationalen Aktionstag ab

Weltweit empört der US-Aktivist Daryush "Roosh V" Valizadeh mit der Forderung, Vergewaltigungen auf Privatgrund zu legalisieren. Er rief zum internationalen Aktionstag auf - um ihn nun abzublasen.

165 Städte, 43 Länder und ein Ziel: Am 6. Februar sollten sich weltweit Männer zur "offenen Diskussionsrunde" treffen. Ihr gemeinsamer Auftrag: Eine "neomaskuline" Gemeinschaft bilden. In Städten wie in Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main, Aachen, Nürnberg, Würzburg oder München sollten die Versammlungen im Privaten stattfinden, meist in unscheinbaren Cafés oder auf öffentlichen Plätzen mit Denkmälern.

Angeblich leide die westliche Gesellschaft unter einer "Vergewaltigungshysterie", in der Männer automatisch als kriminell gelten. So behauptet es der Organisator des "Meetup Days" und US-Pickup-Artist Daryush Valizadeh (36), besser bekannt als Roosh V. "Männer werden wie Kriminelle behandelt. Frauen wie Kinder", heißt es auf seiner Webseite. Die "Feminismus- und Gender-Mafia" stecke dahinter.

Widerstand in den sozialen Netzwerken

Jetzt hat der Hardcore-Sexist seinen Aktionstag wieder abgesagt. Der Grund: "Ich kann nicht länger für die Sicherheit oder Privatsphäre der Männer garantieren, die am 6. Februar sich treffen wollen." Das schließe nicht aus, dass sich Anhänger im Privaten treffen könnten, schreibt Valizadeh. Es gebe aber kein offizielles Meetup. Auch die Liste aller Treffpunkte nahm er offline.

Weltweit sollten sich seine Anhänger zu neomaskulinen Stämmen zusammenrotten und seinem frauenfeindlichen Weltbild folgen. (Foto: YouTube/ Roosh V)

Sein Aufruf hatte auf Twitter und Facebook für große Empörung gesorgt. Unter dem Hashtag #makerapelegal äußerten sich viele völlig fassungslos über das Vorhaben des Pick-Up-Artisten. Mehrere Petitionen auf der Plattform Change.org forderten ein Verbot der Zusammenkünfte. In Städten wie in Sydney oder Brüssel formierte sich Gegenprotest.

"Ich werde versuchen, so viele Meetups wie nur möglich zu sichern, sodass Männer sich im Privaten treffen können - weit weg von einem lauten, abscheulichen, unehrlichen und möglicherweise gefährlichen Mob", schrieb Validzadeh zunächst noch auf seiner Website. Doch mit dem großen Widerstand in den sozialen Netzwerken hatte der Organisator wohl nicht gerechnet.

Seit zehn Jahren propagiert Roosh V. sein Frauenbild

Sein frauenfeindliches Weltbild verbreitet der Internet-Aktivist ungestört seit 2006 im Netz. Und erhält dafür auch noch Zuspruch. Zuletzt für seine Forderung, die Vergewaltigung von Frauen auf Privatgrund zu legalisieren. Gleichstellungsbeauftragte reagierten schockiert. Was den Internetaktivisten nicht daran gehindert hat, weiter sein "Gedankenexperiment" in den sozialen Netzwerken und Workshops auszuführen.

Roosh V. glaubt, eine entsprechende Gesetzesänderung führe zu weniger Vergewaltigungen. So würden es sich Frauen zweimal überlegen, ob sie mit Männern mitgingen, mit denen sie keinen Sex wollen. Es halte sie davon ab, sich mit Drogen oder Alkohol in einen Zustand zu versetzen, in dem sie sich nicht wehren könnten. "In einem Zeitalter, in dem wir ohnehin für Vergewaltigung oder sexuellem Missbrauch sensibilisiert sind, zündelt er mit Feuer", warnt Psychologin Julia von Weiler.

Dieses Foto schmückt den letzten Eintrag von Roosh V. und illustriert seine Auffassung von einem Mann im 21. Jahrhundert. (Foto: Quelle: Rooshv.com)

Die Leiterin von Innocence in Danger e.V. ist fassungslos über sein frauenfeindliches Weltbild. Die Tatsache, dass er jetzt einen internationalen Aktionstag organisieren will, sei "extrem gefährlich". "Er ruft nicht direkt zur Vergewaltigung auf, er will die Straftat selbst unter bestimmten Bedingungen legalisieren. Was von vielen Männern falsch verstanden werden kann", so Weiler. Für die Psychologin ist es ein indirekter Aufruf zur Vergewaltigung. Roosh V. mache sich damit trotzdem nicht angreifbar - zumindest juristisch.

Berliner Polizei behält den Aktionstag im Blick

Auch wenn das Treffen vorerst abgesagt sei, beobachtet die Berliner Polizei das geplante Treffen. Verbieten konnten die Behörden die Veranstaltungen nicht, da der Aktionstag keine öffentliche Kundgebung, sondern eine private Versammlung sei. Männer, die sich beteiligen wollten, sollten sich mit Codeworten wie "Wo ist die nächste Zoohandlung" zu erkennen geben. Voraussetzung dabei sollte sein: männlich und hetero, weder schwul noch transsexuell. Auch Minderjährige waren ausgeladen, da das Treffen in Bars mit Alkoholausschank ende.

Dem Pick-Up-Artist machte vor allem eine bestimmte Gruppe von gewaltbereiten Menschen Sorgen: "Sollten durchgeknallte Feministinnen auftauchen, fotografiert sie und schickt mir Bilder." 

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