Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

"Überraschung, ich lebe noch!" Frau konfrontiert ihren Ehemann auf ihrer Beerdigung

Er dachte, er habe sie umbringen lassen. Also arrangiert Balenga Kalala die Beerdigung seiner Frau Noela. Plötzlich steht sie lebend vor ihm - wie der Leibhaftige und mit genauso wenig Gnade.

Als Noela Rukundo sagt, ihr Mann würde niemals versuchen, sie umzubrringen, wird sie geohrfeigt. Sie solle nicht so naiv sein, entgegnet einer ihrer Entführer. Die Auftragskiller rufen jemanden an und stellen das Gespräch auf laut. "Bringt sie um", sagt Balenga Kalala, ihr Ehemann.

Dieser Vorfall ereignete sich vor rund einem Jahr und zog eine Reihe weiterer Ereignisse nach sich. Nachdem ihr Mann kürzlich zu einer neunjährigen Haftstrafe wegen Anstiftung zum Mord verurteilt wurde, ging Noela Rukundo nun mit ihrer unglaublichen Geschichte an die Öffentlichkeit

Kurz vor ihrer Entführung flog Rukundo von Melbourne nach Bujumbura, Burundis Hauptstadt, um die Beerdigung ihrer geliebten Stiefmutter zu besuchen. Als sie sich trauernd auf ihr Hotelzimmer zurückzog, rief ihr Mann an. Sie sollte rausgehen, mal ein bisschen frische Luft schnappen.

In dem Moment, als Rukundo ihr Hotel verließ, wurde sie von einem bewaffneten Mann in ein Fahrzeug gedrängt und verschleppt. In einem verlassenen Gebäude in der Nähe von Bujumbura hörte Rukundo die Wahrheit über ihren mörderischen Ehemann, von der sie jetzt der BBC in einem umfassenden Interview berichtete.

Auftragskiller mit Prinzipien

Die Entführer hatten nicht die Absicht, die Mutter von acht Kindern umzubringen. Doch sie wollten das Kopfgeld einsacken und hielten Rukundo darum zwei Tage fest, bevor sie sie auf einer Straße freiließen - mit einem Mobiltelefon und, laut der australischen Tageszeitung "The Age", mit Nachweisen des Banktransfers über fast 7000 australische Dollar. Ihre Botschaft: "Wir möchten nur, dass du anderen so naiven Frauen wie dir davon berichtest."

Balenga Kalala ist ein gewalttätiger Mann, das hatte Noela Rukundo schon vorher gewusst. Beide hatten sich elf Jahre zuvor in Australien kennengelernt, kurz nachdem sie aus Burundi geflohen war. Er selbst war ein Flüchtling aus der Demokratischen Republik Kongo und beide hatten sich ein gemeinsames Leben in Melbourne aufgebaut, weit weg von dem Blutvergießen in ihren Ländern. Mit der Zeit lernte Rukundo das brutale und eifersüchtige Naturell ihres Mannes kennen - ohne es je für möglich zu halten, dass er es fertig brächte, sie ermorden zu lassen.

"Ich fühlte mich, als wäre ich wieder auferstanden"

Nach ihrer Entführung entwickelte die Frau einen Plan. Mithilfe von kenianischen und belgischen Botschaften organisierte sie ihre Rückreise, ohne dass Kalala davon erfuhr. Außerdem setzte sie sich mit ihrem Pastor in Verbindung und weihte ihn in ihr Vorhaben ein. Dieser behielt die Sache für sich und half Rokundo, sich unbemerkt wieder in Melbourne niederzulassen.

Rukundos Ehemann gab unterdessen den trauernden Witwer und organisierte eine Trauerfeier in ihrem gemeinsamen Zuhause. Nachdem die Gäste die Veranstaltung verlassen hatten, passte sie ihren Gatten vorm Eingang ab. "Bist du ein Geist?", fragte dieser erschüttert, als seine totgeglaubte Frau auf ihn zuschritt. "Überraschung, ich lebe noch!", entgegnete ihm Rukundo, deren Vergeltung zu dem Zeitpunkt beinahe perfekt war.

"Ich fühlte mich, als wäre ich wieder auferstanden", erklärt die Frau in ihrem Interview mit der BBC. Sie habe umgehend die Polizei gerufen, die dem Mann einen Platzverweis aussprach. Bei einem Anruf habe Kalala alles gestanden. Sein Motiv: Er dachte, sie würde ihn betrügen. Das Gespräch wurde von der Polizei mitgeschnitten.

Balenga Kalala sitzt inzwischen im Gefängnis und für Noela Rukundo beginnt "ein neues Leben", wie sie der BBC erzählt. Obwohl die Albträume von ihrer Entführung sie immer noch verfolgen, werde sie sich "erheben, wie eine starke Frau".

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Artikel kommentieren

Bitte loggen Sie sich ein, um Kommentare zu schreiben.

Login

Artikel als "Nickname" kommentieren:

Noch 800 Zeichen

Leserkommentare ()
Weitere Kommentare anzeigen ()