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Goldene Kamera Dunja Hayalis emotionaler Appell gegen den Hass

Die Hass-Tiraden im Netz werden extremer: Mord- und Vergewaltigungsdrohungen sind fast schon alltäglich. Die Rede von TV-Journalistin Dunja Hayali bei der Goldenen Kamera ist ein emotionaler Weckruf.

Gerard Butler, Helen Mirren, Julianne Moore: Bei der 51. Verleihung der Goldenen Kamera in Hamburg kamen die großen Stars aus Hollywood - für den größten Moment des Abends sorgte jedoch die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali.

Die TV-Journalistin wurde für ihre objektive Berichterstattung über die Flüchtlingskrise mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Mit ihrer emotionalen Dankesrede, in der sie die ausufernden Anfeindungen im Internet und auf den Straßen Deutschlands thematisierte, riss sie nicht nur die Gäste in den Hamburger Messehallen von den Sitzen. Auch im Netz wird ihr Appell gegen den Hass gefeiert.

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Die Rede Hayalis begann ganz harmlos: "Ich bin wirklich scheiß aufgeregt und Julianne Moore sitzt auch noch da vorne". Doch schnell schlug die Journalistin ernstere Töne an. Sie würde den Preis sofort zurückgeben, wenn sie dafür die Situation in Deutschland ändern könnte.

"Du Lügenpresse, du Lügenfresse"

Damit zielte Hayali auf die vieldiskutierten Hass-Postings im Netz ab, von denen sie als Journalistin direkt betroffen ist. "Was da gerade abgeht, ist wirklich mit der Verrohung von Sprache überhaupt nicht mehr zu beschreiben. Bedrohungen, Beschimpfungen, Beleidigungen, Vergewaltigungswünsche. Keiner hört keinem mehr zu."

Sie wisse, dass diese Erfahrung auch andere Menschen machen, sagte Hayali. "Und das Schlimme ist, dass dieser Hass sich jetzt auch auf der Straße widerspiegelt. Journalisten werden angegriffen." Ihr habe vor kurzem jemand nach dem Einkaufen ins Gesicht geschrien: "Du Lügenpresse, du Lügenfresse".

An dieser Stelle bricht die Stimme der Moderatorin, Tränen steigen ihr in die Augen, sie hält kurz inne - doch dann setzt sie wieder an: "Leute, glaubt eigentlich irgendjemand, dass das irgendetwas bringt, dieser ganze Hass?"

Sie appelliert an die Menschen in Deutschland, die sich an der Berichterstattung zum Thema Flüchtlinge stören: "Legen Sie doch gerne den Finger in die Wunde, streiten Sie mit uns, diskutieren Sie mit uns, weisen Sie uns auf Fehler hin. Wir sind Journalisten, wir sind keine Übermenschen, wir machen Fehler. Deshalb sind wir aber noch lange keine Lügner."

 

"Dann sind Sie verdammt noch mal ein Rassist"

In einem Land mit freier Meinungsäußerung müsse jeder seine Sorgen äußern dürfen, ohne gleich in die Nazi-Ecke gestellt zu werden, so Hayali. Doch sie betonte zugleich: "Wenn Sie sich rassistisch äußern, dann sind Sie verdammt noch mal ein Rassist. Fertig. Und das müssen Sie auch ertragen können."

Am Schluss richtet sie noch eine eindringliche Bitte an das Publikum: "Seien Sie offen, bleiben Sie fair, differenzieren Sie. Wahrheit braucht einfach Zeit."

Demut, Anstand und Menschlichkeit seien gefragt. Menschen in Not müsse geholfen werden - unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Das seien die Dinge, die ihre Eltern ihr mit auf den Weg gegeben hätten.

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