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Video aus einem der Unglückszüge von Bad Aibling Überall Trümmer, Chaos und schockierte Reisende

Nach dem Zugunglück in Bad Aibling bleibt es wohl bei zehn Toten. Unterdessen sind Videoaufnahmen aufgetaucht, die zeigen, wie dramatisch die Situation kurz nach dem Unglück war.

Es sind erschütternde Szenen aus einem der Unglückszüge von Bad Aibling, entstanden nur Minuten nach dem Zusammenstoß. Ein Passagier nahm sein Handy zur Hand und filmte das Innere eines völlig zerstörten Waggons. Die Aufnahmen zeigen überall Trümmer und Chaos. Verletzte liegen auf dem Boden, unverletzt Gebliebene stehen unter Schock und rätseln über das gerade Erlebte. Das Video veranschaulicht die dramatische Situation der Zuginsassen nach dem Zusammenstoß, der insgesamt zehn Todesopfer forderte.

"Es wird keine elfte Leiche geben" 

Mit noch mehr Toten rechnet die Polizei unterdessen nicht mehr. "Es wird niemand mehr vermisst", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd am Mittwochvormittag. Nachdem alle Personalien abgeglichen worden seien, dürfte sich kein Opfer mehr in den beiden Zügen befinden. "Es wird keine elfte Leiche geben." Nachdem ein Opfer am Dienstagabend im Krankenhaus gestorben war, liegt die Zahl der Schwerverletzten nun bei 17. Der Polizeisprecher zeigte sich zuversichtlich, dass sie überleben werden. "Wir dürfen optimistisch sein." 63 Reisende wurden zudem leicht verletzt.

Es ist das schwerste Bahnunglück in Bayern seit mehr als 40 Jahren. Am Dienstagmorgen waren zwei Nahverkehrszüge der privaten Bayerischen Oberlandbahn auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim bei hohem Tempo frontal ineinander gekracht.

Mehr zum Thema: Dramatische Szenen in Bad Aibling - "Ich will Ihnen Einzelheiten ersparen"

Am Mittwochmorgen gab es zunächst Verwirrung um die Zahl der Opfer. Am Dienstagabend waren bereits zehn Todesopfer bekannt, ein weiterer Mensch galt als vermisst und wurde unter den Trümmern vermutet. Dann berichtete am Mittwochmorgen eine Mitarbeiterin der Polizeieinsatzzentrale, die sterblichen Überreste des Vermissten seien gefunden worden. Dies stellte sich jedoch als falsch heraus. Wenig später meldete die Polizei, dass niemand mehr vermisst werde.

Unfall durch menschliches Versagen verursacht

Informationen, wonach das Zugunglück auf menschliches Versagen zurückzuführen sein soll, wurden der Deutschen Presse-Agentur am Mittwochvormittag erneut bestätigt. Der Polizeisprecher hingegen wollte dies nicht bestätigen. Derzeit würden Blackboxen aus den Zügen ausgewertet. "Das nimmt Zeit in Anspruch, und diese Zeit nehmen wir uns auch." Eine von drei Blackboxen wird noch immer unter den Trümmern vermutet.

Am Mittwoch traf ein erster Spezialkran der Deutschen Bahn am Unfallort ein, wie das Unternehmen mitteilte. Am Vormittag wurde darauf gewartet, dass der Staatsanwalt die Unfallstelle freigibt. Am Dienstag hatten sich die Arbeiten als extrem schwierig erwiesen, weil die Unglücksstelle in einem Waldstück an einer Hangkante neben dem Flüsschen Mangfall liegt. Die Bergung der Trümmer wird wohl mehrere Tage dauern.

Seehofer am Unfallort erwartet

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Claudia Roth (Grüne) wollten den Unglücksort am Mittwoch besuchen und mit Rettungskräften sprechen. Auch Bahnchef Rüdiger Grube wollte sich gemeinsam mit Seehofer ein Bild von der Lage machen. Wegen des Unglücks hatten sich die Parteien entschieden, auf den Politischen Aschermittwoch in Bayern zu verzichten.

Die 37 Kilometer lange Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim wurde nach dem Unglück komplett gesperrt. Wann die Strecke wieder geöffnet werden kann, war zunächst unklar. Der Schienenersatzverkehr habe sich inzwischen "eingetaktet", teilte die Bayerische Oberlandbahn mit. 

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