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Zugunglück von Bad Aibling Für die Polizei ist die Schuldfrage völlig offen

Führte wirklich menschliches Versagen zur Tragödie von Bad Aibling mit zehn Toten? Für die Polizei ist das noch längst nicht gesichert. Bei den Ermittlungen sei man noch ganz am Anfang.

Einen Tag nach dem schweren Zugunglück bei Bad Aibling in Oberbayern ist noch nicht klar, wer oder was für die Kollision mit insgesamt zehn Todesopfern und Dutzenden Verletzten verantwortlich ist. Berichte wonach es durch menschliches Versagen eines Fahrdienstleisters zu dem verheerenden Zusammenstoß kam, will die Polizei nicht bestätigen - im Gegenteil. Nach ersten Vernehmungen ergebe sich kein dringender Verdacht. "Wir wehren uns vehement gegen dieses Gerücht", sagte Polizeisprecher Jürgen Thalmeier am Unglücksort.

Zwar könne ein Fehler oder Vergehen des Diensthabenden auch nicht ausgeschlossen werden; die Ermittlungen stünden aber noch am Anfang, so der Polizeisprecher. Der Fahrdienstleiter sei zwar unmittelbar nach dem Zusammenstoß der Regionalzüge befragt worden, daraus ergebe sich aber "noch kein dringender Tatverdacht", so Thalmeier. Die Deutsche Presse-Agentur will "aus zuverlässiger Quelle" erfahren haben, die Tragödie sei durch menschliches Versagen ausgelöst worden.

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Derzeit ermitteln die Beamten auch im Stellwerk von Bad Aibling. Wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bekanntgab, arbeitet inzwischen eine 50-köpfige Sonderkommission der Kriminalpolizei an dem Fall. Zudem steht die Identität von neun der zehn Todesopfer fest. Dabei handelt es sich ausschließlich um Männer im Alter von 24 bis 60 Jahre, wie Thalmeier sagte. Sie alle stammten aus der Region. Unter ihnen seien auch die zwei Lokführer sowie ein Lehr-Lokführer, der routinemäßig einen der beiden Männer auf seiner Fahrt begleitete.

Viele Insassen mit schwersten Verletzungen

Ein behandelnder Arzt im Krankenhaus Agatharied in Hausham hatte sich am Mittwoch auf einer Pressekonferenz zu den Verletzungen der Unglücksopfer geäußert. "Es war das ganze Spektrum vorhanden, Knochenbrüche, innere Verletzungen, alles." Auch schwere Schädel-Hirn-Traumata seien bei solch schweren Unfällen üblich. Mit Rücksicht auf den Schutz der Betroffenen wollte er sich nicht konkreter äußern. Mit Blick auf die Dauer des Krankenhausaufenthaltes gelte bei vergleichbaren Verletzungen: "Zwei Wochen aufwärts, da ist aber keine Grenze gesetzt - je nach Verlauf."

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In einem fast eineinhalbstündigen Gespräch mit den Rettungskräften haben sich Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und andere Politiker quer durch die Parteien über den Einsatz in Bad Aibling informiert. "Das Land trauert und ist erschüttert", sagte Seehofer am Mittwoch nach Angaben einer Sprecherin bei dem Termin hinter verschlossenen Türen im Rathaus der oberbayerischen Gemeinde. Auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, sein bayerischer Kollege Joachim Herrmann nahmen daran teil.

Die rund 700 am Rettungseinsatz beteiligten Hefler hätten die Anerkennung ganz Deutschlands, sagte Seehofer und würdigte die gewaltige psychische und menschliche Belastung. Ausführlich ließ er sich über den Einsatz berichten. Unter anderem wollte er wissen, ob die Helfer alles nötige Gerät haben.

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