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Leichenfund nahe München Studentin tötet Freund mit Kreissäge

Eine Studentin will ihren Freund "loswerden" und tötet ihn mit der Kreissäge. Die Leiche verscharrt sie, dabei helfen der neue Partner und ein Bekannter. Doch nach Jahren fliegt das Verbrechen auf.

Drei Wochen nach dem Fund einer vergrabenen Leiche nahe München haben Staatsanwaltschaft und Polizei schreckliche Details zum Tode des Mannes bekanntgegeben. Seine 31-jährige Freundin soll ihn den Ermittlungen nach vor gut acht Jahren mit einer Handkreissäge bei lebendigem Leib attackiert haben.

Die grausam zugerichtete Leiche vergrub sie Monate später im Garten der Wohngemeinschaft in Haar (Landkreis München). Dabei sollen der Frau ihr neuer Freund und ein Bekannter geholfen haben. Alle drei sitzen in Untersuchungshaft. Die Polizei hatte Anfang des Jahres einen Hinweis auf das Verbrechen bekommen und die Ermittlungen aufgenommen.

Monatelang bewahrte sie die Leiche auf dem Dachboden auf

Die Pädagogik-Studentin stehe in Verdacht, den Mann im Dezember 2008 mit der Handkreissäge im Haus getötet zu haben, sagte der Leiter der Mordkommission München, Markus Kraus, am Donnerstag. Mehrere Monate bewahrte sie die Leiche auf dem Dachboden auf. Erst im Sommer 2009 vergrub sie den Toten im Garten. Hilfe bekam sie von ihrem neuen Lebensgefährten, der laut Polizei an der eigentlichen Tat nicht beteiligt war und den früheren Freund auch nicht gekannt hatte. Die beiden wurden im Januar festgenommen.

Zu einer weiteren Festnahme kam es Anfang Februar, als die Beamten einen 34-jährigen Münchner fassten, der ebenfalls beim Verstecken der Leiche geholfen haben soll. Den beiden Helfern wird Strafvereitelung zur Last gelegt.

"Sie wollte ihn loswerden"

Zum Motiv sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch: "Sie wollte ihn loswerden." Der Frau wird Mord vorgeworfen. "Wir gehen davon aus, dass der Mann sich in einem Zustand befand, in dem er sich nicht wehren konnte und auch nicht davon ausgehen konnte, dass gleich eine Kreissäge auf ihn niedergehen würde." Ob das Opfer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand, blieb zunächst unklar. Ebenso gingen weder Steinkraus-Koch noch Kraus auf Details der Sägenattacke ein – aus Rücksicht auf die Angehörigen des Getöteten.

Die 31-Jährige habe den Mord mittels Kreissäge bisher zwar nicht zugegeben, jedoch gebe es "Aussagefetzen, die den Tathergang so werten lassen, dass es kein Unfall war", sagte Steinkraus-Koch. Die Ermittler hätte auch noch acht Jahre nach der Tat im Haus Blutspuren des Opfers festgestellt. Die 31-Jährige und ihr neuer Partner sollen auf dem Grundstück, wo die Leiche vergraben worden war, sogar in einer freien Zeremonie geheiratet haben.

Die Eltern vermuteten ihren Sohn im Ausland

Die Familie des 1980 geborenen Mannes, der in München studiert hatte, sei angesichts des grausamen Verbrechens emotional stark angeschlagen, sagte der Oberstaatsanwalt. Der Leichnam ist inzwischen in München beigesetzt worden.

Die Pädagogik-Studentin und Besitzerin des Hauses hatte damals mit ihrem Freund und weiteren Studenten in einer Wohngemeinschaft gelebt. Den Ermittlungen nach war der Mann Mitte Dezember 2008 verschwunden. Die Suche der Eltern nach ihrem Sohn blieb erfolglos. Ihnen hatte man gesagt, er sei mit seiner neuen Freundin ins Ausland gezogen. Hinweise auf ein Verbrechen gab es nicht.

Erst acht Jahre später kam der Stein ins Rollen: Ein Tippgeber, dem von der Tat erzählt worden sein soll, meldete sich Anfang Januar bei der Polizei. Die 31-Jährige und ihr neuer Lebensgefährte wurden festgenommen. Auf dem Grundstück entdeckten die Ermittler die in Plastikfolie verpackte, skelettierte Leiche des Vermissten.

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