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Europäische Union Spezialistenteam zur Bekämpfung von Seuchen gebildet

Die Europäische Union hat laut "Welt" ein von der Bundesregierung in Folge der jüngsten Ebola-Epidemie angeregtes Spezialistenteam gebildet. Bislang erklärten sich neun EU-Länder zur Mitarbeit bereit.

Im Kampf gegen Epidemien wie Ebola und weitere medizinische Krisenfälle will die Europäische Union künftig ein EU-Ärztekorps (European Medical Corps) einsetzen. Nach Informationen der "Welt" soll die neue medizinische Krisenhilfe, die neben Ärzteteams auch Labors, mobile Krankenhäuser, Laboreinrichtungen und Flugzeuge zur Evakuierung von Schwerkranken umfasst, am kommenden Montag in Brüssel aus der Taufe gehoben werden.

Neun EU-Länder haben sich bisher bereit erklärt, in Krisensituationen kurzfristig abrufbare Ärzteteams oder medizinische Logistik zur Verfügung zu stellen. Deutschland wird dabei mit einem Ärzteteam, einem mobilen Krankenhaus und einem Labor unter Führung des Bernhard-Nocht-Instituts den größten Beitrag leisten.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte der "Welt": "Ich begrüße, dass die EU unsere Initiative aufgenommen und nun mit dem European Medical Corps einen Pool geschaffen hat, dessen Expertise und Fähigkeiten sofort abgerufen werden können. Wir machen damit einen großen Schritt vorwärts." Steinmeier hatte Ende 2014 anlässlich des Ausbruchs von Ebola zusammen mit seinem französischen Amtskollegen Laurent Fabius eine entsprechende Initiative vorgeschlagen und für die Einsetzung von "Weißhelmen" geworben. Auf diesen Begriff wird jetzt allerdings aus vielerlei Gründen verzichtet.

Für Steinmeier ist "Zeit" der entscheidende Faktor

Steinmeier sagte weiter, bei Krisensituationen sei Eile geboten. "Zeit ist der entscheidende Faktor. Deshalb ist es so wichtig, dass wir bei solchen akuten Krisen im Gesundheitsbereich so früh, so schnell, so entschlossen und so effizient wie nur irgend möglich reagieren können, Menschen zu helfen und Gefahren einzudämmen." Der deutsche Chefdiplomat kündigte an, dass Berlin "substanzielle Beiträge" beim EU-Ärztekorps leisten werde. Dabei würden auch das Deutsche Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk und des Bernhard-Nocht-Institut einbezogen.

Das neue Projekt wird aus EU-Geldern und nationalen Mitteln bezahlt. Neben Deutschland beteiligen sich bisher Belgien, Luxemburg, Spanien, Tschechien, Frankreich, die Niederlande, Finnland und Schweden. Belgien wird dabei im Krisenfall Speziallabors zur Verfügung stellen und Luxemburg Spezialflugzeuge zur Evakuierung. Finnland, die Niederlande und Schweden wiederum schicken Logistikexperten, die die Arbeit am Krisenort koordinieren.

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