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Neuss Hackerangriff katapultiert Klinik zurück in die 90er

Nichts geht mehr im Lukaskrankenhaus in Neuss: Ein Virus hat das IT-System lahmgelegt. Gegenwärtig werden Befunde gefaxt oder per Boten überbracht. Eine Sache ist jedoch noch schlimmer.

Die IT-Systeme von Krankenhäusern sind vermehrt Hacker-Angriffen ausgesetzt. Nach einer Cyber-Attacke am Mittwoch hat das städtische Lukaskrankenhaus in Neuss seine gesamten IT-Systeme heruntergefahren. Vor zwei Tagen sei festgestellt worden, dass sich eine Schadsoftware im Informationssystem ausbreite, bestätigte Ulla Dahmen, die Sprecherin des Krankenhauses.

Alle IT-Systeme seien heruntergefahren worden. Im Krankenhaus werde nun wie vor 15 Jahren gearbeitet, es werde gedruckt und gefaxt, Befunde würden mit Boten übermittelt. "Wir haben viele Boten, die hin- und herlaufen und Papier verteilten", sagte Dahmen.

Mehrere Erpressungsversuche

Während die Daten der Patienten nach Klinikangaben sicher sind, ist die Versorgung eingeschränkt. "Etwa 15 Prozent der Operationen haben nicht stattgefunden", sagte die Sprecherin.

Am Freitag war die 540-Betten-Klinik weiterhin offline. Vergleichbare Virus-Attacken sind auf mindestens fünf weitere Krankenhäuser bekannt. Einen Erpressungsversuch gab es jedoch nicht, so die Sprecherin.

Dagegen kennt die Krankenhausgesellschaft (KGNW) den Fall einer Klinik aus dem Ruhrgebiet, die durch eine Virenattacke zur Zahlung von Geld gezwungen werden sollte. "Sie sind erpresst worden. Es erschien ein Hinweis, dass nach einer Geldzahlung der Virus wieder eliminiert wird", sagte KGNW-Sprecher Lothar Kratz über den Fall von August 2015. Ein ähnlicher Erpressungsversuch sei aus einer Arztpraxis in Baden-Württemberg bekannt.

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Im Fall der Attacke gegen das Lukaskrankenhaus ist das Landeskriminalamt (LKA) eingeschaltet. Vier Cybercrime-Experten begannen am Donnerstag, in der Klinik zu ermitteln.

Die schädliche Software ist offenbar schwer zu packen. "Stündlich verändert sich der Code", berichtete die Sprecherin des Krankenhauses. Das erschwere die Installation eines Antivirenprogramms. Der Virus war offenbar im Anhang einer E-Mail mit dem Betreff "Rechnung" versteckt.

Das Krankenhaus hat von sich aus die Öffentlichkeit informiert. Die Krankenhausgesellschaft hat ihre 365 Mitglieder angeschrieben und nach weiteren Fällen gefragt.

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