Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Schnitzel ade Warum Schweinefleisch aus Schulkantinen verschwindet

Ein höherer Anteil von muslimischen Schülern, veränderte Ernährungsstandards – Schulen und Kitas in Deutschland streichen Schweinefleisch zunehmend vom Speiseplan. Gibt es bald keine Schnitzel mehr?

Immer mehr Schulen und Kitas verzichten nach einem Medienbericht auf Schweinefleisch – weil es ungesund sei, und weil viele Kinder es aus religiösen Gründen nicht essen.

"In den nächsten Jahren wird das Schweinefleisch immer weiter von den Speiseplänen in Kitas und Schulen verschwinden", sagte die Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), Ulrike Arens-Azevedo, der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ). Viele Caterer machten ihr Angebot inzwischen häufig ganz ohne Schweinefleisch.

"Der Anteil an Schweinefleisch ist in den letzten Jahren immer weniger geworden", bestätigte Rolf Hoppe, Vorsitzender des Verbands Berliner Schulcaterer. "Die Zahl der muslimischen Schüler ist gestiegen, und die Qualität von konventionellem Schweinefleisch ist fraglich." Hoppes eigener Cateringbetrieb Luna bietet überhaupt keine Gerichte mit Schweinefleisch an – und sieht das als Marktvorteil: "Muslimische Schüler können sich darauf verlassen, dass auch unsere Produktion absolut frei von Schweinefleisch ist."

Mehr zum Thema: Kinderlein, ihr esst jetzt Schwein!

Auch an den 4000 Ganztagsschulen in NRW wird laut Zeitung immer weniger Schweinefleisch eingesetzt: "Das gilt besonders für das Ruhrgebiet, wo es immer mehr muslimische Kinder gibt", sagt Ursula Tenfelde-Weber, Leiterin der Vernetzungsstelle Schulverpflegung in Düsseldorf.

Auch gesundheitliche Gründe

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sieht die Entwicklung mit Sorge: "Es kann nicht sein, dass wir Schweinefleisch, das Teil unserer Ernährung und Esskultur ist, einfach von den Speiseplänen verbannen", sagte der Politiker der "WAZ". "Ich erwarte hier, dass Kreativität im Umgang mit kulturellen Essgewohnheiten zu mehr Abwechslung im Speiseplan führt und nicht zu weniger."

Mehr zum Thema: Fleischindustrie blickt sorgenvoll in die Zukunft

Bundesweit hat das schleichende Aus für das Schweineschnitzel in der Schulmensa jedoch nicht nur mit der Zunahme muslimischer Schüler zu tun, sondern auch mit veränderten Ernährungsstandards: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für das Mittagessen in Kitas und Schulen maximal zwei Fleischgerichte pro Woche – eins davon soll Geflügel sein.

In einer aktuellen DGE-Umfrage unter rund 1400 deutschen Kitas gaben bereits knapp 30 Prozent an, dass sie sich an die Standards halten. Schmidt sprach sich gegenüber der Zeitung dafür aus, die DGE-Standards flächendeckend zu etablieren. "Das Essensangebot in den Schul- und Kita-Kantinen ist zu einseitig, was Fleisch und frittierte Produkte betrifft", sagte er. Es solle weniger Fleisch und stattdessen mehr Obst und Gemüse geben.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.