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Adele dominiert Brit Awards "Nicht schlecht für ein Mädchen aus Tottenham"

Adele hat bei den Brit Awards einen weiteren Triumph gefeiert. Die Sängerin räumte vier Trophäen ab und solidarisierte sich mit Kesha. Doch an der Veranstaltung gab es auch massive Kritik.

Die erfolgsverwöhnte Adele hat auch bei den Brit Awards den Ton angegeben. Bei der Gala in der Londoner O2 Arena heimste die Sängerin gleich vier Trophäen ein. Die 27-Jährige wurde als beste britische Künstlerin geehrt, ihre Ballade "Hello" brachte ihr den Preis für die beste britische Single des Jahres ein. Ihre neue Platte "25" wurde als bestes Album ausgezeichnet. Obendrein erhielt sie den Global Success Award. Bester männlicher Künstler wurde Singer-Songwriter James Bay. Coldplay wurde zur besten Band der Insel gekürt.

Mit "25" - dem ersten Album nach fast fünfjähriger Schaffenspause - hat Adele rund um die Welt Rekorde gebrochen. Vergangene Woche hatte die Ausnahmesängerin jedoch bei ihrem Grammy-Auftritt in Los Angeles einen Dämpfer hinnehmen müssen: Bei der Darbietung des Songs "All I Ask" fiel ein Mikrofon auf die Klaviersaiten.

Keine Probleme gab es dagegen am Mittwochabend bei ihrem Heimspiel in ihrer Heimatstadt London: Adeles Vortrag von "When We Were Young" ging pannenfrei über die Bühne. Dafür überwältigten sie die Emotionen, als sie den Global Success Award entgegennahm. Gleichsam als Metapher für ihren überirdischen Erfolg wurde der Preis per Videoschalte durch den britischen Astronauten Tim Peake von der Internationalen Raumstation präsentiert. "Nicht schlecht für ein Mädchen aus Tottenham, das nicht gerne fliegt", befand die zu Tränen gerührte Adele in ihrer Dankesrede.

Solidarisierung mit Kesha

Dann ließ sie live einen Kraftausdruck los und entschuldigte sich daraufhin, die Fassung verloren zu haben. Ihren Auftritt nutzte Adele zudem zur Solidaritätsbekundung mit der Sängerin Kesha. Diese versucht derzeit aus einer vertraglichen Bindung an ihren Produzenten Dr. Luke herauszukommen, dem sie sexuelle Belästigung vorwirft.

Den Preis als bester internationaler männlicher Künstler durfte Popstar Justin Bieber mit nach Hause nehmen. Der für seine Eskapaden berüchtigte Sänger schien in seiner Dankesrede für Verständnis werben zu wollen: "Jeder ist auf seiner eigenen Reise. Jeder hat Höhen und Tiefen", sagte der 21-Jährige.

Coldplay-Frontmann Chris Martin lenkte den Blick auf aktuelle politische Herausforderungen. Der Trophäe für seine Band widme er den "jungen Musikern und Musikerinnen in Flüchtlingslagern in aller Welt", sagte er. "Wir könnten genauso gut sie sein, und sie genauso gut wir."

Rassismus-Debatte überschattet Gala

Für Raunen bei den inzwischen recht überraschungsarmen Brit Awards sorgte die Ehrung von Björk als beste internationale Künstlerin. Die Brit Awards werden an britische und internationale Künstler vergeben. Ähnlich wie bei den Oscars gab es Ärger wegen der Auswahl der Nominierten, die allesamt weiß sind. Sänger Jack Garratt, Gewinner des Kritikerpreises, sagte am Roten Teppich: "Es gibt eine Menge Leute, die nicht hier sind, aber hier sein sollten." Und er fügte hinzu: "Es ist eine Schande, dass die Hälfte der Musik im Vereinigten Königreich irgendwie vergessen wurde, was ein bisschen enttäuschend und ein bisschen peinlich ist, wenn ich ehrlich bin."

Der britische Produzentenverband, der die Brit Awards vergibt, hat versprochen, das Nominierungsverfahren unter die Lupe zu nehmen. Sängerin Annie Lennox und Schauspieler Gary Oldman verneigten sich vor der im Januar mit 69 Jahren verstorbenen Musik-Legende David Bowie. Es sei fast unmöglich, Bowies Namen in der Vergangenheitsform zu nennen, sagte Lennox.

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