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Verräterrische Körpersprache So können Sie bei Dates ganz einfach punkten

Körpersprache ist auf der ganzen Welt gleich. Sie ist universell - und entschlüsselbar. Wenn man die Körpersprache seines Gegenübers deuten will, muss man immer auf drei Dinge achten.

Thorsten Havener ist überpünktlich. Er kommt gerade vom Flughafen, zieht einen silbernen Koffer hinter sich her, wirkt aber dennoch erstaunlich fit und gut gelaunt. "Das ist nur eine Frage der Einstellung", sagt er und lacht. Um über innere Einstellung und äußere Körpersprache zu reden, dafür ist er ohnehin da: Havener, 43, ist Körpersprachen-Kenner, hat mehrere Bestseller darüber geschrieben und tourt momentan mit einem Bühnenprogramm zum Thema.

Herr Havener, was genau machen Sie eigentlich in Ihren Shows?

Thorsten Havener: Einiges (lacht). Es ist eine Art großer und interaktiver Vortrag über Körpersprache. Dabei will ich aber nicht einfach vorne stehen und referieren, sondern ich will den Leuten Entertainment bieten. Ich zeige ihnen, wie Körpersprache funktioniert. Manche sagen, es sei wie eine Comedy-Show – aber ich bin kein Comedian, eher ein Entertainer.

Wie funktioniert denn Körpersprache?

Das ist eigentlich sehr einfach – denn Körpersprache ist auf der ganzen Welt gleich, ist universell. Ein Ureinwohner irgendwo auf einer Südsee-Insel benutzt genau dieselbe Körpersprache wie wir hier in einer deutschen Großstadt. Man muss sie eben nur deuten können.

Und wie geht das?

Nun, wenn man die Körpersprache seines Gegenübers deuten will, muss man immer auf drei Dinge achten: Aufs Gesicht, auf die Körperhaltung und auf die Füße.

Wie bitte? Die Füße?

Ja, die Füße verraten Ihnen sehr viel. Je nachdem, wie die stehen, wohin die zeigen, kann man sehen, ob jemand einen mag oder nicht, wie er zu einem Thema steht oder ähnliches.

Gut, Sie achten also auf Füße, Gesicht und Haltung.

Genau – und die drei Dinge helfen schon und man kann sein Gegenüber sehr eindeutig lesen. Ob der das will oder nicht. Das kann in jeder Situation helfen, ob bei einem Date oder einem Vorstellungsgespräch.

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Nehmen wir das Date.

Okay. Wenn Sie bei einem ersten Date sind, sitzen Sie dem anderen gegenüber, in einem Café oder Restaurant. Sind die Fußspitzen zu Ihnen gerichtet, der andere spiegelt Ihre Haltung, dann ist das schon mal ein gutes Zeichen. Wenn Sie dann zum Beispiel kurz einen Gegenstand anfassen, der auf dem Tisch liegt und der andere macht das wenige Sekunden später unbewusst nach – fantastisch! Und wenn er dann noch, natürlich ebenso unbewusst, etwas mehr zu Ihnen rückt, also zum Beispiel seine Kaffeetasse ein paar Millimeter zu Ihnen auf die Tischseite schiebt, dann ist alles bestens.

Thorsten Havener ist Körpersprachen-Kenner und hat bereits mehrere Bücher darüber verfasst. (Foto: Promo)

Und wie komme ich von dem Date weg, wenn es von meiner Seite aus nicht bestens läuft?

Wenn Sie den anderen furchtbar finden und weg wollen, ist das auch kein Problem, das können Sie ihm gut non-verbal klar machen: Unterbrechen Sie den Augenkontakt immer mal wieder für ein paar Sekunden. Und übertreiben Sie das mit dem Sachen-Auf-Ihn-Zuschieben: Machen Sie es so stark und so extrem, dass er sich eingezwängt fühlt. Dann versteht man das sehr schnell.

Und wie ist es beim Vorstellungsgespräch?

Dafür gelten dieselben Regeln. Denn so ein Vorstellungsgespräch ist doch nichts Anderes als ein erstes Date – nur, dass man da morgens meist nicht nebeneinander aufwacht.

Und wenn ...

Kann ich kurz unterbrechen? Denn für ein Vorstellungsgespräch gibt's noch einen guten Trick; kommen Sie kurz vorher, gehen Sie auf die Toilette, schließen sich ein. Dann stellen Sie sich zwei Minuten lang in Siegerpose hin, Arme nach oben, die Faust ballen. Klingt bescheuert, weiß ich, daher schließen Sie sich ja auch auf der Toilette ein. Ob Sie's glauben oder nicht; danach fühlt man sich selbstbewusster. Und bringt das dann auch im Gespräch rüber.

Haben Sie das auch schon mal gemacht?

Ein wirkliches Vorstellungsgespräch hatte ich noch nie. Ich mache das aber manchmal vor den Shows. Eigentlich habe ich kein Lampenfieber, aber manchmal eben doch. Da mache ich dann kurz diese Siegerpose – und danach ging es.

Wie sind Sie denn eigentlich – ohne Vorstellungsgespräch – zu Ihrem Job gekommen?

Ich habe schon mit 13 Jahren mit der Zauberei angefangen. Damals habe ich bei meinem Bruder so einen Zauberkasten gefunden – das hat mich irgendwie fasziniert. Mein Bruder war nie sehr gut im Zaubern, der musste immer lachen, wenn er den Trick gemacht hat. Aber ich konnte das, hatte mein Gesicht besser unter Kontrolle.

Und dann?

Dann habe ich das mit der Zauberei ausgebaut, habe jedes Wochenende irgendwo Auftritte gehabt, habe mir damit sogar mein Dolmetscher-Studium an der Uni finanziert. Und es lief so gut, dass ich nie als Dolmetscher gearbeitet habe, immer nur als Zauberer.

Aber wie sind Sie vom Zauberer zum Körpersprache-Experten geworden?

Bei der Zauberei lernt man sehr stark, die Menschen zu lesen. Man muss ihnen etwa bei einem Kartentrick im Gesicht und am Körper ablesen können, welche Karte sie gerade gezogen haben. Und man muss wissen, wer überhaupt gerade für solche Zauberkunststücke empfänglich ist. Das hat mich interessiert und ich war darin auch wirklich gut – dadurch hat es sich dann so entwickelt.

Wenn Sie beruflich immerzu Körpersprache lesen, machen Sie das auch privat?

Ich versuche, das nicht zu tun. Wenn ich mit Freunden oder meiner Familie zusammen bin, will ich das nicht. Aber natürlich kann man das nie ganz ablegen.

Es hat doch viele private Vorteile: Sie könnten zum Beispiel immer beim Poker gewinnen.

Könnte ich wahrscheinlich. Aber ich habe nur ein paar Mal Poker gespielt, ganz früher. Vielleicht sollte ich mal wieder anfangen.

Thorsten Havener vor mehreren Tausend Leuten in Hamburg auf, im fast komplett ausverkauften CCH. "Ich freu mich auf den Auftritt hier", sagt er, "ich hab beste Erinnerungen an die Stadt. Hier habe ich meine ersten Standing Ovations bekommen."

Es gibt noch Restkarten.

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