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Umfrage an der Universität Köln Bei vielen Antworten "wird einem ganz anders"

Nach den Übergriffen zu Silvester in Köln beschäftigt sich eine Umfrage an der dortigen Universität mit dem Thema Rassismus. Viele der Antworten sind für die Initiatoren ein Schock.

Eine Online-Umfrage zum Thema Diskriminierung, die der Allgemeine Studierenden Ausschuss (Asta) an der Universität Köln durchführt, sorgt über den Campus hinaus für Wirbel. Eigentlich war der Auslöser der Umfrage die Silvesternacht mit den sexuellen Übergriffen. Nun wird in einer ersten Sichtung klar: Nicht nur auf der Domplatte, auch auf dem Campus existieren Rassismus und Diskriminierung.

Bislang haben 1660 Studenten den Fragebogen im Internet ausgefüllt. Die Umfrage startete Mitte Januar und soll bis März laufen. Zwar sei sie nicht repräsentativ, aber sie spiegele aus Sicht der Studentenvertreter durchaus eine Grundstimmung wieder. Offenbar eine, die den Asta fassungslos macht. Rund zehn Prozent der Einträge könne man als rassistisch einordnen, so die Vorsitzende Katharina Letzelter gegenüber dem "Kölner Stadtanzeiger". "Ich war erschrocken darüber, welche Antworten wir erhalten haben."

"Slawinnen sind leicht zu haben"

Der Fragebogen bestand aus 25 Fragen, die zu einem Teil mit Ankreuzen und freien Kommentarfeldern beantwortet werden sollten. Abgefragt wurden unter anderem Stereotype von ethnischen oder religiösen Gruppen, schreibt der "KSta". So stimmten 36 Prozent der Aussage "Slawinnen sind leicht zu haben" zu, 25 Prozent "Asiaten sind Streber" und immerhin zwölf Prozent "Afrikaner können singen und tanzen."

Zwar seien die meisten angehenden Akademiker der Meinung, dass Diskiminierung auf dem Campus keinen Platz habe. "Wir lesen aber auch von Erlebnissen und Aussagen, bei denen uns ganz anders wird", sagte die Asta-Chefin. Letzelter dazu im "Deutschlandfunk": "Es gab positive Kommentare die meinten, "super, dass ihr euch damit beschäftigt, aber auch ein paar, bei denen man, wörtlich, das Kotzen bekommen hat." Darunter zum Beispiel: "Durch die Internationalisierung gehen unsere deutschen Werte verloren."

In den offenen Kommentarfelder hätten auch Sprüche wie "Raus mit den Moslems, das ist kein Rassismus, sondern Selbstschutz" gestanden. Ein anderes Beispiel war "Internationalistisches Gutmenschentum verkehrt den Blick auf die Realität und führt letztendlich in den Untergang der europäischen und deutschen Werte", erklärte die Asta-Vorsitzende weiter.

Mehr antimuslimische Ressentiments seit Silvester

Manche hegen offenbar blanken Hass gegen Ausländer, Religionsgruppen, Homosexuelle und Frauen. 55 Prozent denken, dass es seit den Übergriffen der Silvesternacht mehr antimuslimische Ressentiments auf dem Campus gebe. Allerdings gaben auch 245 der Befragten an, selber unter rassistische Äußerungen zu leiden.

Anfang April soll die Befragung vollständig ausgewertet sein. Schon jetzt gibt es diverse Aktionen gegen Diskriminierung des Asta. Darunter eine Fortsetzung einer Fotokampagne, die Anfang Januar nach den Übergriffen auf der Domplatte gestartet worden war und die unter den Hashtags #ausnahmlos und #contrageben läuft. Geplant ist zudem, auf dem Campus Meldestellen einzurichten, in denen Studenten sexuelle Belästigungen oder Diskriminierungen melden können.

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