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Geisterschiff vor den Philippinen Mumifizierter Segler lässt Pathologen verzweifeln

Der Tote saß im Funkraum seiner Zwölf-Meter-Yacht, zusammengesunken und wie mitten in der Bewegung erstarrt. Doch ist es wirklich der Deutsche Manfred Fritz B.? Die Pathologen sind verzweifelt.

Ein plötzlicher Herzinfarkt war es, der den einsamen Segler auf der Yacht "Sajo" mitten auf dem Pazifik getötet hat, irgendwann in der letzten Februarwoche. Dies ergab die Autopsie der philippinischen Pathologen, wie Polizeisprecher Wilben Mayor mitteilte.

Der Tote war am vergangenen Donnerstag von Fischern entdeckt worden: zusammengesunken, salzverkrustet und wie mitten in der Bewegung erstarrt im Funkraum seiner Zwölf-Meter-Yacht, deren Mast gebrochen war. Der grausige Fund hat die Fischer der kleinen Küstenstadt Barobo auf der südphilippinischen Insel Mindanao tief erschüttert, das Schicksal des Seglers auf dem Geisterschiff gibt seither Rätsel auf.

Ist es wirklich Manfred B.?

Eine weitere Frage ist noch nicht endgültig geklärt: Ist der Tote auf dem Geisterschiff wirklich der Deutsche Manfred Fritz B., ehemaliger Versicherungskaufmann aus Wuppertal und Ex-Mann der 2010 an Krebs verstorbenen Claudia B.? "Wir können es bisher nur vermuten", erklärt der zuständige Inspektor Mark Navales von der Polizeistation Barobo im Gespräch mit der "Welt". "Alles deutet darauf hin, die Papiere, die Fotos, aber wir haben noch immer keine unmissverständlichen Beweise."

Im Krankenhaus der nahe gelegenen Stadt Butuan City arbeiten die Pathologen immer noch daran, den Mann zu identifizieren. So versuchen die Experten nun, seine Gesichtszüge zu rekonstruieren und Fingerabdrücke zu nehmen. Das ist angesichts der extrem ausgetrockneten Haut nicht ganz einfach. Wind und Salzluft haben den toten Körper offenbar von außen regelrecht ausgedörrt. Die Verwesung, so erklären Experten, schreitet deshalb dort verzögert voran. So kommt es, dass der Körper wie mumifiziert aussah, als er Ende der vergangenen Woche 100 Kilometer vor der Küste gefunden wurde.

Die philippinischen Behörden haben die deutsche Botschaft um Mithilfe gebeten. Die Ärzte brauchen Informationen über die medizinische Vorgeschichte von Manfred B., "am besten DNA-Proben", sagt Mark Navales. "Wir hoffen, dass Manfreds Tochter Nina helfen kann." Diese fährt Medienberichten zufolge ebenfalls zur See: Sie arbeitet offenbar als Kapitän eines Frachtschiffes. "Die deutsche Botschaft hat uns darüber informiert, dass Nina inzwischen ausfindig gemacht werden konnte", berichtet Navales.

So konnte die philippinische Polizei der jungen Frau bereits ausrichten lassen, welche Informationen noch benötigt werden, um die Identität des toten Seglers zweifelsfrei zu bestimmen. "Dann kann seine Seele endlich in Frieden ruhen."

Er wollte die ganze Welt umsegeln

"Wenn es wirklich Manfred B. ist", so Inspektor Navales nachdenklich, "so hat er bis zuletzt seinen Lebenstraum verfolgt. Alles, was ich bisher von diesem Menschen weiß, lässt auf einen Mann schließen, der die ganze Welt umsegeln wollte." Das belegen die Unterlagen, die Navales' Kollegen an Bord sichergestellt haben.

"Er hat dieses Ziel weiterverfolgt, noch während seiner Reise in den Tod. Es war zu früh, er starb offenbar ganz plötzlich. Aber wenn Sie meine Meinung hören wollen: Für einen leidenschaftlichen Segler wie ihn ist das am Ende doch ein guter Tod. Besser als eine lange Krankheit irgendwo in einem Krankenhaus."

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