Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Digitale Spickzettel Schummel-Uhren sorgen für massiven Ärger

Nach Firmen wie Apple und Samsung bringen kleinere Firmen nun Smartwatches auf den Markt, die vor allem für Prüfungen "gut geeignet" sind. Lehrern sind sie ein Dorn im Auge.

Sie werden mit einer unmissverständlichen Botschaft beworben und tragen zudem recht aufschlussreiche Namen: die sogenannten "cheating watches". Uhren, die "speziell zum Schummeln in Prüfungen konzipiert" worden sind, wie es in der Produktbeschreibung eines großen Online-Versandhandels heißt. Die digitalen Schummel-Accessoires ermöglichen es, Texte, Bilder und Videos anzuzeigen - still und heimlich versteht sich.

Denn die Smartwatches der besonderen Art kommen mit einzigartigen Funktionen daher. So gibt es Uhren, deren Bildschirme von der Seite nicht einsichtig sind oder den Einsatz von gesondertem Equipment, wie zum Beispiel einem Mini-Funk-Ohrstecker, ermöglichen. Besonders raffiniert ist jedoch die Notfalltaste. Mit nur einem Knopfdruck wechselt das Display in den Uhrzeigermodus und lässt sich erst mit einer bestimmten Tastenkombination wieder entsperren. Den Schummler dann noch zu überführen - nahezu unmöglich.

Verkäufer handeln verantwortungslos

Besonders Lehrer und Dozenten in Großbritannien kritisieren derzeit den zunehmenden Einsatz solch unerlaubter Hilfsmittel. Schüler und Studenten würden sich "auf unfaire Weise Vorteile verschaffen", heißt es in einem Artikel des britischen Senders BBC. Der stellvertretende Schulleiter Joe Sidders bezeichnet darin den rasanten Anstieg als einen "Albtraum". Er sieht im Handel solcher Uhren "nur die Spitze des Eisberges" und hält den Anbietern den Spiegel vor.

Es sei unverantwortlich diese Geräte an Schüler zu verkaufen, die unter einem enormen Druck stehen und befürchten müssen, erwischt und von Prüfungen ausgeschlossen zu werden. Dabei ist das "Potential" der Smartwatches längst bekannt. Bereits zum Verkaufsstart der Apple Watch im vergangenen Jahr, kam die Diskussion über mögliche Betrugsversuche an Schulen und Hochschulen auf. Einige Lehreinrichtungen in London reagierten daraufhin sogar mit einem generellen Uhren-Verbot in Prüfungsräumen.

"Wer betrügt, muss die Konsequenzen tragen"

Für Deutschland hält Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, eine generelle Regelung bezüglich Smartwatches derzeit nicht für notwendig. "Das Risiko für die Schüler erwischt zu werden ist immens und es ist egal, ob mit dem klassischen Spickzettel oder einer Uhr geschummelt wird: Wer betrügt, muss die Konsequenzen tragen", so der Verbandschef gegenüber N24.

Dennoch räumt Kraus ein, dass Lehrer verstärkt auch ein Auge auf die Handgelenke der Schüler haben sollten und die Möglichkeit der digitalen Mogelei nicht außer Acht lassen sollten. Bei Abiturprüfungen unterstützt er - neben der Abgabe von Handy und Tablet - die zusätzliche Kontrolle der Uhren. "Falls sie einen Internetzugang oder etwas ähnliches haben, müssen sie auch abgegeben werden", sagt Kraus.

Einigen Bundesländern geht diese eher oberflächliche Kontrolle allerdings nicht weit genug - sie prüfen den Einsatz von Störsendern während Abschlussarbeiten. So soll das Spicken mit technischer Unterstützung deutlich stärker eingeschränkt werden.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Artikel kommentieren

Bitte loggen Sie sich ein, um Kommentare zu schreiben.

Login

Artikel als "Nickname" kommentieren:

Noch 800 Zeichen

Leserkommentare ()
Weitere Kommentare anzeigen ()