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Flugunfall-Ermittlungsbehörde BEA Die letzten Minuten von Germanwings-Flug 4U9525

Die Untersuchungsbehörde BEA hat ihren Germanwings-Bericht vorgelegt. Die BEA fordert regelmäßige psychologische Untersuchungen für Piloten. Eine Chronologie der letzten Minuten von Flug 4U9525.

Als Konsequenz aus dem Absturz des Germanwings-Flugzeugs vor knapp einem Jahr haben Ermittler eine Überarbeitung der Regeln für die ärztliche Schweigepflicht empfohlen. Es müsse in deutschen Vorschriften geregelt werden, was zu tun sei, wenn durch eine psychische Erkrankung eines Piloten die öffentliche Sicherheit gefährdet sei und dies schwerer wiege als die Privatsphäre des Patienten, monierten Ermittler der französischen Untersuchungsbehörde BEA.

Ärzte in Deutschland fürchteten, ihre Zulassung zu verlieren, wenn sie Behörden unnötigerweise informierten, sagte Chefermittler Arnaud Desjardin bei der Vorlage des Berichts zum Absturz des Jets über Frankreich mit 150 Toten. Daher gehe er davon aus, dass eindeutigere Richtlinien benötigt würden, um die öffentliche Sicherheit zu erhalten.

Nach bisher bekannten Erkenntnissen soll Copilot Andreas Lubitz den Flug 9525 am 24. März 2015 von Barcelona nach Düsseldorf absichtlich gegen eine Felswand in den französischen Alpen gesteuert haben. Lubitz war vor der Tragödie wegen Depressionen behandelt worden und hatte Dutzende Ärzte aufgesucht. Er habe zum Zeitpunkt des Absturzes Anti-Depressiva genommen, teilte die BEA mit.

Niemand habe aber die Behörden über Bedenken wegen seiner mentalen Gesundheit informiert. Alle Insassen wurden bei dem Absturz getötet, die meisten von ihnen waren Spanier und Deutsche. Die BEA untersucht den Absturz unabhängig von den kriminaltechnischen Ermittlungen der französischen Staatsanwaltschaft.  

Mehr zum Thema: Andreas L.s verzweifelte Mails an seinen Arzt

Eine Chronologie der letzten Minuten von Flug 4U9525 basierend auf Angaben der BEA-Behörde und der Staatsanwaltschaft von Marseille:

10:00 Uhr: Der Airbus A320 startet von Startbahn 07R des Flughafens von Barcelona, Ziel ist Düsseldorf.

10:27:20 Uhr: Die Maschine erreicht ihre Reiseflughöhe von 38.000 Fuß (knapp 11.600 Meter).

10:30:00 Uhr: Ein Routine-Funkspruch des Kapitäns an die Flugsicherung in Marseille ist der letzte Funkkontakt mit der Maschine.

10:30:08 Uhr: Der Kapitän sagt seinem Copiloten Lubitz, dass er das Cockpit kurz verlassen wird - zu hören ist dann eine Bewegung des Pilotensitzes und ein Öffnen und Schließen der Cockpit-Tür.

10:30:53 Uhr: Der Copilot, nun allein im Cockpit, stellt im Autopiloten die Flughöhe innerhalb von einer Sekunde von 38.000 auf 100 Fuß (rund 30 Meter) ein - die niedrigste Höhe, die bei einem Airbus A320 eingestellt werden kann. Das Flugzeug geht in einen Sinkflug über.

10:33:12 Uhr: Lubitz erhöht die Geschwindigkeit der Maschine. Er wird sie später noch mehrmals erhöhen.

10:33:47 Uhr: Der Fluglotse fragt per Funk nach der freigegebenen Flughöhe. Zu diesem

Zeitpunkt ist der Airbus bereits auf 30.000 Fuß gesunken. Der Copilot antwortet auch dann nicht, als der Lotse wiederholt nachfragt.

10:34:31 Uhr: Der Türsummer für einen Eintritt ins Cockpit ertönt - offenbar will der Kapitän zurückkehren.

10:35:04 Uhr: Der Kapitän betätigt die Klingel einer Gegensprechanlage. Er wird insgesamt vier Mal klingeln.

10:35:07 Uhr: Das Flugkontrollzentrum in Marseille versucht wiederholt vergeblich, Kontakt mit Flug 4U9525 aufzunehmen.

10:35:32 Uhr: Der Kapitän klopft mehrfach an die Tür des Cockpits.

10:37:11 Uhr: Mit Rufen versucht der Kapitän, Andreas Lubitz zum Öffnen der Tür zu bewegen.

10:38:38 Uhr: Die französische Luftverteidigung versucht drei Mal, Kontakt zu der Besatzung aufzunehmen, eine Antwort bleibt aus.

10:39:30 Uhr: An der Tür sind heftige Schläge zu hören - offenbar versucht der Kapitän, die Cockpit-Tür aufzubrechen.

10:39:54 Uhr: Die Besatzung eines anderen Flugzeugs versucht ebenfalls vergeblich, Kontakt mit Flug 4U9525 aufzunehmen.

10:40:41 Uhr: Das akustische Warnsignal "Terrain, Terrain, Pull Up, Pull Up" (Boden, hochziehen) ertönt.

10:41:06 Uhr: Die Maschine prallt in den französischen Alpen gegen einen Berg. Alle 150 Menschen an Bord kommen ums Leben.

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