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Anders Behring Breivik vor Gericht "Es wäre humaner gewesen, mich zu erschießen"

Der Massenmörder Anders Behring Breivik beschwert sich vor Gericht über seine Haftbedingungen. Der Kaffee sei kalt. Kraft gebe ihm Hitlers "Mein Kampf". Die Psychiaterin des Gefängnisses kontert.

Der wegen 77-fachen Mordes verurteilte Anders Behring Breivik hat dem norwegischen Staat vorgeworfen, ihn mit Isolationshaft in den Selbstmord treiben zu wollen. Die Lektüre von Hitlers "Mein Kampf" habe ihm aber die Kraft gegeben, Selbstmordgedanken nicht umzusetzen: "Diese (Hitlers)Prinzipien sind der einzige Grund, dass ich heute noch am Leben bin", sagte der 37-jährige Rechtsextremist, dem zweiten Verhandlungstag über sein Haftbeschwerde. Eine Gefängnispsychiaterin wies sein Vorwürfe zurück.

Breivik zeigte nicht wie am Dienstag den Hitler-Gruß, als er den Verhandlungssaal betrat. Seine Haftbeschwerde wird aus Sicherheitsgründen in einer Turnhalle des Gefängnisses in Skien verhandelt, wo er in einem Hochsicherheitstrakt als einziger Gefangener einsitzt. Breivik hat dort nach Angaben der Justizbehörden Zugang zu drei Zellen und grundsätzlich das Recht, Besuch zu empfangen - allerdings nicht von anderen Rechtsextremisten.

Massenmörder beschwert sich über wenig Kontakte

Breivik sagte, seit seiner Verurteilung zu 21 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung 2012 habe ihn nur seine inzwischen verstorbene Mutter besucht. Ansonsten habe er nur Kontakt mit Gefängnis- und medizinischem Personal sowie anderen Personen gehabt, die ihn aus beruflichen Gründen besuchten. Die Isolation mache ihn apathisch und depressiv, er leide unter Kopfschmerzen und Schlafstörungen. "Es wäre humaner gewesen, mich zu erschießen, als mich wie ein Tier zu behandeln", las Breivik von einer vorbereiteten Erklärung vor.

Die Psychiaterin des Gefängnisses, Randi Rosenqvist, sagte dagegen, sie habe bei Breivik keine Anzeichen für schwere psychische Probleme gefunden, die auf seine Isolierung zurückgingen. "Jeder hat mal Kopfschmerzen", sagte sie. Die könnten mit entsprechenden Medikamenten und Wasser behandelt werden.

Anwälte der Regierung hielten zudem dagegen, es gebe kaum Besuchsanträge, und diese wenigen stellten andere Rechtsextremisten. Breivik könne grundsätzlich mit der Außenwelt kommunizieren, es gebe aber eine Ausnahme: Kontakte mit anderen Rechtsextremisten seien verboten, damit Breivik nicht seine gefährliche Ideologie verbreiten und ein Nazi-Netzwerk aufbauen könne.

"Schlimmer als Waterboarding"

Zudem beschwerte sich Breivik über die Verpflegung. Das Essen sei für einen Osloer unzumutbar, sogar "schlimmer als Waterboarding", es gebe nur Plastikbesteck, und der Kaffee sei kalt. Breivik sieht darin eine Form von Folter.

Breivik hatte am 22. Juli 2011 zunächst im Osloer Regierungsviertel eine Autobombe gezündet. Acht Menschen wurden von der Explosion in den Tod gerissen. Dann überfiel er ein Ferienlager der sozialdemokratischen Jugendorganisation auf der Insel Utøya und erschoss kaltblütig 69 Menschen, die meisten Jugendliche. Über seine Beschwerde wird bis Freitag verhandelt.

Breivik stilisierte sich als Opfer harscher Haftbedingungen, die er nur aufgrund der Lehren aus Adolf Hitlers "Mein Kampf" überstanden habe. "Ich denke, die meisten Menschen hätten nicht so lange überlebt wie ich",

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