Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

München Muslimin lüftet in zweiter Instanz ihren Schleier

Durch ihre Weigerung, selbst vor Gericht den Schleier abzulegen, sorgte eine Muslimin in München für Aufsehen. Nun, in zweiter Instanz, lüftete sie ihn. Das Urteil dürfte sie aber überrascht haben.

Im Streit um ihre Vollverschleierung vor Gericht hat eine Muslimin nach einigem Hin und Her eingelenkt. Im Berufungsverfahren vor dem Münchner Landgericht weigerte sich die Frau zunächst, ihren Gesichtsschleier abzulegen und sich auch dem Angeklagten zu zeigen. Das sei ihr aus Glaubensgründen nicht gestattet, sagte sie.

Nachdem der Angeklagte ihr den Rücken zugewandt hatte, lüftete sie ihren Schleier und sagte aus. Die Nikab-Trägerin zeigte dabei den Verfahrensbeteiligten ihr Gesicht, dem Publikum blieb es verborgen.

Im November 2015 hatte die Frau in erster Instanz gegen den Mann ausgesagt, der sie beleidigt haben soll. Da sie sich geweigert hatte, den Schleier abzulegen, kam es zum Freispruch des Angeklagten. Der Richter begründete damals seine Entscheidung damit, er könne die Glaubwürdigkeit der Frau nicht beurteilen.

Das neue Urteil: Wieder Freispruch

Einige Tage vor dem Berufungsverfahren am Donnerstag hatte der Anwalt der Muslimin, Heinrich Karl Haarmann, bereits angekündigt, seine Mandantin werde den Schleier nun ablegen.

Sie habe eingesehen, dass es ein Fehler gewesen sei, aus religiösen Gründen ihr Gesicht nicht zu zeigen. Zuvor hatten sich die Richter der Strafkammer ein Gutachten eines saudischen Islam-Rechtsgelehrten besorgt. Der Rechtsgelehrte hatte 2011 in einem ähnlichen Fall festgestellt, dass das Ablegen des Gesichtsschleiers vor Gericht erlaubt sei.

Die 43-jährige Frau bekräftigte vor Gericht ihre Beschuldigung, der Angeklagte habe sie im Mai 2015 im S-Bahngeschoss des Münchner Hauptbahnhofs beschimpft: "Ihr Arschlöcher" habe der Mann mit Blick auf die vollverschleierte Frau geäußert, und: "Du gehörst nicht her!".

"Ist Ihnen so etwas schon öfter passiert?", will Richterin Claudia Bauer wissen. "Was geht das Sie an?", antwortet die Zeugin. Sie sei schon oft verbal attackiert und auch angespuckt worden, ergänzt sie dann. Der Angeklagte, ein 59 Jahre alter Architekt, bestreitet die Beleidigungen.

Ein Ohrenzeuge hatte ebenfalls keine Beleidigungen gehört. Er gibt zu Protokoll, der Angeklagte habe lediglich gefragt, warum eine Frau in Deutschland Burka trage. Der 59-Jährige wurde daraufhin wie schon in erster Instanz freigesprochen.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.