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"Die Zeiten ändern sich" Rolling Stones rocken in Kuba

Der nächste historische Besuch in Kuba: Nach dem US-Präsidenten geben sich die Rolling Stones in Havanna die Ehre. Sie spielen umsonst, denn normale Ticketpreise wären für Kubaner unerschwinglich.

Mit dem vielleicht historischsten Auftritt ihrer Bandgeschichte haben die Rolling Stones Havanna gerockt. Zehntausende Menschen schwärmten schon Stunden zuvor in die Sportstadt der kubanischen Hauptstadt, um einen Platz bei dem kostenlosen Konzert zu ergattern. Angesichts eines Durchschnittslohns von 20 bis 25 US-Dollar im Monat wären normale Ticketpreise für die Menschen nicht zu bezahlen.

Angeführt von Frontmann Mick Jagger in einem pinkfarbenen Hemd spielten die vier britischen Rocker viele ihrer legendären Hits – wohlgemerkt in einem Land, in dem ihre Musik jahrzehntelang nur im Geheimen hinter verschlossenen Türen gehört wurde. Einem Che-Guevara-Konterfei vor dem Gelände wurde das ikonische Zungensymbol der Stones verpasst.

"Viele Jahre war es schwierig, uns hier in Kuba zu hören", sagte Leadsänger Mick Jagger (72) auf spanisch. "Aber jetzt sind wir da." Und fügte unter großem Jubel mit Blick auf die Öffnungspolitik von Staatschef Raúl Castro (84) hinzu: "Die Zeiten ändern sich."

Die Organisatoren erwarteten mindestens 500.000 Zuschauer. Das Konzert gilt als das hochkarätigste, das seit der kubanischen Revolution 1959 auf der Karibikinsel stattgefunden hat.

"Nach heute kann ich sterben", sagte der 62 Jahre alte Nachtwächter Joaquin Ortiz vor dem Konzert. Schon seit Teenagerzeiten sei er Rockfan. Damals habe er seine Stones- und Beatles-Alben unter den Covern von kubanischen Gruppen verstecken müssen. "Das hier ist mein letzter Wunsch, die Rolling Stones zu sehen."

Zu dem Auftritt waren auch zahlreichen ausländische Stones-Fans angereist. Karsten Schulze aus Wiesenburg in Brandenburg(15 Stones-Konzerte) und Götz Geserick aus (20 Stones-Konzerte) aus Berlin hatten bereits im September von Gerüchten gehört, dass die legendäre Band mit Welthits wie "I can't get no satisfaction" erstmals in Kuba spielen könnte – erst sollte das Konzert am 20. März stattfinden, wegen des Besuchs von US-Präsident Barack Obama wurde es dann auf den 25. März gelegt

Mick Jagger begrüßt Kubaner auf Spanisch

"So eine Bühne habe ich noch nicht gesehen", meinte Daniel Gonzales (50), der in Kuba Konzerte organisiert. Aus Sicherheitsgründen gab es ein Alkoholverbot. Wie das Zentralorgan "Granma" berichtete, wollten die Musiker diverse Instrumente und Musik-Equipment als Spende kubanischen Musikschulen zur Verfügung stellen.

Die britischen Altrocker waren am Vorabend des Konzerts auf dem Internationalen Flughafen von Havanna gelandet. Im Anschluss richtete Jagger einen kurzen Gruß auf Spanisch an die Einwohner des Karibikstaates. Er sei froh, auf der Insel zu sein. Vor der Ankunft teilte die Gruppe mit: "Wir sind in unserer langen Karriere an vielen speziellen Orten aufgetreten, aber diese Show in Havanna wird ein Meilenstein für uns sein und, wie wir hoffen, auch für unsere Freunde in Kuba."

Nach der kubanischen Revolution galten ausländische Bands wie die Stones jahrzehntelang als umstürzlerisch und wurden deshalb nicht im Radio auf der Insel gespielt. Kubaner hörten die Musik im Verborgenen und übergaben ihre Platten von Hand zu Hand.

Das Stones-Konzert folgte auf einen Staatsbesuch von Barack Obama. Er war vor wenigen Tagen als erster US-Präsident im Amt seit knapp 90 Jahren nach Kuba gereist. Kubas Staatschef Raúl Castro (84) verfolgt eine vorsichtige Öffnungspolitik, er will mehr Touristen in das Land locken, um staatliche Einnahmen zu stärken. Aber gibt es weiterhin Repression gegen Regimekritiker und keine Meinungsfreiheit.

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