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Obama besucht US-Küste Umweltkatastrophe ungeahnten Ausmaßes

Der Ölteppich vor der US-Küste ist bereits mehr als 9000 Quadratkilometer groß. Das entspricht der Hälfte der Fläche von Rheinland-Pfalz. Und er wächst weiter und bedroht Mensch, Tier und Natur.

Starke Winde und hoher Seegang haben die Versuche zur Abwehr einer drohenden Ölkatastrophe an der US-Küste erschwert. Der Ölteppich im Golf von Mexiko ist Schätzungen zufolge mittlerweile dreimal größer als zunächst angenommen. US-Präsident Barack Obama will sich nach Kritik am Krisenmanagement der Regierung bei einem Besuch der betroffenen Gebiete ein Bild von der Lage machen.

Der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, warnte, dass ungünstige Winde das Öl weit an die Ufer tragen könnten. Die Ölpest bedrohe nicht nur die Umwelt und die Fischerei des Bundesstaates, sondern auch "unsere Lebensweise", sagte Jindal. Bereits am Freitag hatten erste Ausläufer des Ölteppichs Louisianas Küste erreicht.

Starker Wind und hohe Wellen

Die Wetterbedingungen erschweren insbesondere das Anbringen von Ölsperren, die das Öl von den Küsten fernhalten sollen. "Wir haben starken Wind und hohe Wellen. Das sind schwierige Bedingungen", sagte der Sprecher der US-Fischereibehörde, Tom McKenzie.

Der Ölteppich im Golf von Mexiko hat nach Angaben eines Wissenschaftlers inzwischen eine Ausdehnung von mindestens 9000 Quadratkilometern erreicht - und ist damit halb so groß wie die Fläche von Sachsen. Nach der Auswertung von Satellitenbildern komme er zu dem Schluss, dass die Fläche des Ölteppichs dreimal größer sei als zunächst angenommen, sagte der Wissenschaftler Hans Graber von der Universität Miami. Am 26. April habe der Ölfilm etwa 2600 Quadratkilometer bedeckt, am 29. April seien es dann 9000 Quadratkilometer gewesen.

Auf der Bohrinsel "Deep Water Horizon" hatte sich am 20. April eine Explosion ereignet, zwei Tage später versank sie im Meer. Seither strömt unaufhörlich Öl in den Golf von Mexiko und bedroht die Küsten von Louisiana, Florida, Alabama und Mississippi. Umweltschützern zufolge könnte es Jahrzehnte dauern, bis sich das hochsensible Ökosystem an der US-Küste von der Ölkatastrophe erholt. "Es gibt wahrscheinlich auf der ganzen Welt nicht genügend Ölsperren, um zu schützen was geschützt werden müsste", sagte Mark Floegel von der Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Obama kündigt Besuch an

Das Weiße Haus teilte mit, dass Präsident Obama das betroffenen Gebiet am Wochenende besuchen und die bislang angeordneten Maßnahmen der Regierung überprüfen werde. Zuvor hatte Obama Innenminister Ken Salazar mit der Anfertigung eines Berichtes zur "vollständigen Aufklärung" des Desasters beauftragt.

Der von der US-Regierung mit dem Krisenmanagement betraute Admiral der Küstenwache, Thad Allen, teilte unterdessen mit, dass die Öl- und Gasproduktion der USA bislang nicht durch die Ölkatastrophe beeinträchtigt sei. Auch die Schifffahrtsrouten würden bislang nicht behindert. Gleichwohl warnte Allen, dass angesichts der Menge des auslaufenden Öls eine "außergewöhnliche Menge von Problemen" bevorstehe. Es sei "logisch", anzunehmen, dass die Küste von dem Ölteppich betroffen sein werde.

BP noch ohne Konzept für Küstenschutz Utl: Justizminister beraten über rechtliche Optionen

Der Ölkonzern BP hat nach Angaben des Gouverneurs von Louisiana indes noch immer kein Konzept für den Schutz der Küste vor dem gigantischen Ölteppich vorgelegt, der sich im Golf von Mexiko ausbreitet. Entsprechende Pläne habe er bereits vor mehr als einer Woche angefordert, sagte Gouverneur Bobby Jindal.

Die Justizminister der Staaten Alabama, Florida, Mississippi, Louisiana und Texas wollen über die rechtlichen Optionen beraten, den Auswirkungen des Ölteppichs zu begegnen. Dazu zähle auch die Möglichkeit, BP und andere Firmen zu verklagen. BP betrieb die Ölbohrplattform, deren Havarie am 20. April die Katastrophe auslöste.

Der Ölteppich hatte am Freitagabend bereits eine Größe von rund 9.900 Quadratkilometern. Das entspricht ungefähr der Hälfte der Fläche von Rheinland-Pfalz. Aus dem Leck unter Wasser strömen weiterhin täglich mehr als 750.000 Liter Öl aus.

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