Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Politik Syrien: Mehr als 100 Tote bei Armee-Einsätzen

Massaker am Vorabend des Ramadan in Syrien: Das Regime von Präsident Baschar al-Assad hat nach wochenlanger Belagerung mit Panzern die Widerstandshochburg Hama erobert.

Mindestens 100 Menschen wurden nach Oppositionsangaben bei der am Sonntagmorgen begonnenen Militäroffensive gegen die viertgrößte Stadt des Landes getötet. Über 100 weitere erlitten Verletzungen, berichteten syrische Aktivisten in Beirut. Landesweit kamen am Wochenende nach unbestätigten Angaben der Regierungsgegner mindestens 136 Menschen ums Leben. US-Präsident Barack Obama und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon reagierten entsetzt. Die EU droht dem Assad-Regime mit weiteren Sanktionen.

Obama teilte in Washington mit, die USA arbeiteten mit anderen Staaten weiter daran, die Führung in Damaskus international zu isolieren. «Die Berichte aus Hama sind schrecklich und sie zeigen den wahren Charakter des syrischen Regimes», sagte der US-Präsident am Sonntag nach Angaben des Weißen Hauses. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon drohte dem Assad-Regime mit einer strafrechtlichen Verfolgung. «Die syrischen Behörden sind verantwortlich für ihr Handeln und können nach internationalem Recht für alle Gewaltakte gegen ihr Volk zur Rechenschaft gezogen werden», sagte der Koreaner in New York.

Auch in anderen Landesteilen Syriens ließ das Regime die Waffen sprechen. Gepanzerte Armeeverbände rückten in die Ortschaft Harak in der südlichen Provinz Daraa, in die nordöstliche Stadt Deir al-Zor und in den Vorort Al-Moadamija bei Damaskus ein.

In Hama drangen die Truppen im Morgengrauen ein. Zuvor hatten Spezialisten die Strom- und Wasserversorgung gekappt. Panzer sollen in Wohngebiete gefeuert, Scharfschützen auf Hausdächern Stellung bezogen haben. Die Panzer überrollten Hunderte Barrikaden, die die Bewohner der Stadt in den vergangenen Wochen errichtet hatten, wie Augenzeugen berichteten.

«Es regnete Granaten über die Stadt, die Soldaten schossen auf alles, was sich bewegte», schilderte einer der Aktivisten die dramatische Lage. «Die Opferzahl steigt von Minute zu Minute.» Die Truppen würden inzwischen das Krankenhaus umstellen und die Menschen daran hindern, ihre Verwundeten dorthin zu bringen.

Die Berichte konnten von unabhängiger Seite nicht überprüft werden. Vor dem Hintergrund ihrer bisherigen Tätigkeit können diese Quellen jedoch als glaubwürdig betrachtet werden. Das Regime in Damaskus lässt ausländische Journalisten praktisch nicht im Land arbeiten.

Die EU plane angesichts des neuerlichen Blutvergießens, die Strafmaßnahmen gegen die syrische Führung erneut auszuweiten, erklärte Außenminister Guido Westerwelle am Sonntag in Berlin. Die EU hat bislang 30 Vertreter des Regimes mit einem Einreiseverbot belegt, darunter Machthaber Baschar al-Assad selbst. Zudem wurden deren Vermögenswerte eingefroren.

In Paris forderte Frankreichs Außenminister Alain Juppé den UN-Sicherheitsrat auf, sich seiner Verantwortung in Sachen Syrien zu stellen. Eine Resolution war zuletzt unter anderem am Widerstand der Vetomacht Russland gescheitert.

Aus Hama hatten sich Assads Sicherheitskräfte vor mehreren Wochen völlig zurückgezogen. Seitdem fanden dort regelmäßig stark besuchte Demonstrationen gegen das Assad-Regime statt. Im Jahre 1982 war die Stadt Schauplatz der grausamen Unterdrückung einer Islamistenrevolte durch Assads Vater Hafis gewesen. Dabei waren je nach Schätzung 10 000 bis 30 000 Bewohner getötet worden.

An diesem Montag beginnt in den meisten arabischen Ländern, so auch in Syrien, der Fastenmonat Ramadan. Syrische Aktivisten hatten für den heiligen Monat tägliche Proteste gegen das Assad-Regime angekündigt. Bisher fanden diese vor allem freitags statt. Im Ramadan besuchen die Gläubigen oft jeden Abend ihre Moscheen. In Syrien sind diese häufig Ausgangspunkte der Proteste.

Trotz seines immer wieder brutalen Vorgehens vermochte das Regime in Damaskus die seit viereinhalb Monaten aktive Demokratiebewegung nicht zu unterdrücken. Nach dem Blutbad in Hama riefen syrische Aktivisten zu neuen landesweiten Demonstrationen nach dem Nachtgebet auf, das in der Nacht zu diesem Montag den Ramadan einleitet.

Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen wurden rund 1600 Zivilisten und 350 Angehörige der Sicherheitskräfte getötet. 26 000 Menschen wurden festgenommen und in vielen Fällen gefoltert. Über 12 000 seien immer noch in Haft.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Artikel kommentieren

Bitte loggen Sie sich ein, um Kommentare zu schreiben.

Login

Artikel als "Nickname" kommentieren:

Noch 800 Zeichen

Leserkommentare ()
Weitere Kommentare anzeigen ()
 
Castro hat bereits ein langes Telefongespräch mit US-Präsident Obama geführt.
Beziehung zu den USA
Für Castro gibt es keine Tabu-Themen mehr
China soll die USA bei der Abwehr von Cyberattacken unterstützen.
Hacker-Attacke aus Nordkorea
Barack Obama holt sich Hilfe aus China
Protestler der Pegida mit Deutschlandfahnen
Gespaltenes Deutschland
Forscher erklärt das Phänomen "Pegida"
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker droht Deutschland mit einem Verfahren.
Streit um die PKW-Maut
Juncker droht Deutschland
Essebsi bei der Stimmabgabe in Tunis
Das bringt der Sonntag
Tunesien wählt neuen Präsidenten
Der Film "diffamiert das Bild unseres Landes", so Nordkorea.
Hackerangriff auf Sony
Nordkorea hat eine neue Taktik
"Wir tun alles, um die Schulden rasch zu begleichen", sagte Poroschenko.
Ukraine-Krise
Poroschenko will Waffen auf Kredit kaufen
Kämpfer in Syrien: Kurden vermelden Fortschritte
IS tötet 100 "Abtrünnige"
Kurden rücken in Kobane vor
Ursula von der Leyen ging hinter dem Sarg ihres Vaters.
Ex-Ministerpräsident von Niedersachsen
Hunderte bei der Trauerfeier von Ernst Albrecht
Wladimir Putin fordert sein Land auf, "gewisse Schwierigkeiten zu überstehen und immer eine angemessene Antwort zu geben auf alle Bedrohungen der Souveränität, der Stabilität und der gesellschaftlichen Einheit".
Wladimir Putin
"Niemand wird es schaffen, uns einzuschüchtern"
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.
Nukleare Waffen
Nordkorea will Atomprogramm ausweiten
EU-Fahne
Europäische Union
Die Mehrheit der Briten will raus
Steinmeier in Kiew
Ringen um einen Dialog
In der Ukraine ist kein Frieden in Sicht
Teilnehmer der "Pegida"-Demonstration am 15. Dezember in Dresden.
Zentralrat der Juden verurteilt Islam-Kritiker
"Pegida ist brandgefährlich"
Edathy nach seinem Auftritt im Untersuchungsausschuss.
Untersuchungsausschuss
Die Affäre Edathy fängt gerade erst an
Kubas Präsident Raul Castro (links) applaudiert bei einer Sitzung der Nationalversammlung in Havanna.
Ohne Gegenstimme
Kubas Parlament winkt Annäherung an die USA durch
Ein F16-Kampfjet der israelischen Luftwaffe vor dem Start.
Israel reagiert auf Hamas-Raketen
Erster Luftangriff auf Gaza seit Monaten
US-Präsident Barack Obama spricht auf einer Luftwaffenbasis im Bundesstaat New Jersey zu Soldaten.
Hackerangriff auf Sony Pictures
Obama geht auf Konfrontationskurs zu Nordkorea
IS-Anhänger in Indien halten die Flagge der Terrormiliz in die Höhe.
Regierung ist alarmiert
In Marokko stößt der IS auf offene Ohren
US-Präsident Barack Obama will den Hackerangriff auf Sony Pictures vergelten.
Hackerangriff aus Nordkorea
Obama kündigt Reaktion an
bush
Bush folgt Empfehlung
Truppenabzug aus Irak pausiert
N24 Live-Ticker
Deutsche Botschaft im Sudan brennt
Niedersachsen Teaser
Niedersachsen
Land der Autobauer und Landwirte
Landtagswahl Niedersachsen Teaser
Wulff contra Jüttner
Die Spitzenkandidaten im Porträt
Hessen_Teaser
Koch contra Ypsilanti
Die Spitzenkandidaten im Porträt
Hessen_Teaser
Kriminalität und Mindestlohn
Zentrale Themen im Wahlkampf
Themen Niedersachsen Teaser
Bildung, Finanzen, Umwelt
Zentrale Themen im Wahlkampf
Robbie Williams zeigt die Zähne.
Robbie im Streik
Robbie Williams streikt
Im Streit um härtere Strafen für kriminelle Jugendliche legt Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) nach.
Jugendstrafen für Kinder
Koch: Jugendstrafrecht auch bei Kindern anwenden
UN fordert Spenden für Kenia
Das Blutvergießen geht weiter
Radiohead-Frontmann Thom Yorke während eines Auftritts am Nürburgring.
Konzert im Plattenladen
Radiohead sorgen für Massenansturm
Sprudelnde Steuern, neue Jobs
Endlich wieder Überschuss
Zurück an die Macht?
SPD baut auf "solidarische Mehrheit"
John McCain ist zurzeit der Favorit bei den Republikanern.
US-Vorwahlen
Umfrage: John McCain bei US-Vorwahlen vorn
 
 
Extreme Prüfungsangst
Starke Prüfungsangst im Studium
Therapie kann sinnvoll sein
image
"Das Supertalent 2014"
Marcel Kaupp triumphiert als deutsche Conchita Wurst
Günstige Wohnungen
Vorurteile haben ausgedient
Ost-Unis punkten auch im Westen
Die Deutsche Bahn rangiert die Autozüge aus.
Reisevariante fällt weg
Deutsche Bahn rangiert die Autozüge aus
Mann im Anzug legt Frau Hand auf die Schulter
Im Geschäftsleben Abstand halten
Besser keine Schulterklopfer im Job
Ägypten
Wassertemperaturen
Meer angenehm warm in Ägypten
Was erwarte ich vom Wellness-Hotel?
Wellness-Urlaub
Gutes Hotel fragt nach Wünschen des Gastes
Veganes Essen
Vegan durch den Tag
Mittagessen zu Hause vorbereiten
Rot markierte Wohnungsanzeige neben Rotstift
Bußgelder drohen ab Mai
Immobilien-Anbieter müssen Energiewerte angeben
Laute Musik kann nerven
Wenn Kollegen nerven
So löst man Probleme freundlich
Tipps für Kontaktlinsenträger
Wenn der Schädel brummt
Die zehn goldenen Regeln für Kontaktlinsenträger
Luftaufnahme des Great Barrier Riffs vor der Küste Australiens.
Globale Erwärmung
Korallenriffe drohen zu verschwinden
image
Crystal Meth und Alkohol besorgt?
Drogen-Skandal bei "Frauentausch"
Glitzermetropole: Die moderne Marina Bay ist Kontrastprogramm zu den Vierteln wie Little India oder Chinatown.
Vier Kulturen an einem Tag
Singapur ist die Stadt der Dörfer
Flugzeug in der Abendsonne
Urteil
Entschädigung wegen verschwendeter Urlaubszeit
Arbeitgeber dürfen nach dem Aussehen aussieben - ganz gleich ob es um eine Stelle als Gabelstaplerfahrer oder um einen Posten in einer noblen Steuerkanzlei geht.
Zu dick, zu dünn, zu klein
Warum Bewerber abgelehnt werden dürfen
Einen Geldsegen wird es 2015 zwar nicht geben, dafür sorgt ein geringer Anstieg der Verbraucherpreise für mehr Euro im Portemonnaie.
Mindestlohn, Hartz IV, Versicherungen
So viel Geld bleibt Ihnen 2015 übrig
Idealerweise informieren die Unternehmen die Praktikanten über diese Änderung.
Mindestlohn für Praktikanten
Gilt der Anspruch auch für alte Verträge?
Für Sony offenbar zu heikel: Szene aus dem neuen Trailer zu "The Interview"
Cyberkrieg um "The Interview"
Sony zieht brisanten TV-Trailer zurück
Die Deutschen haben 2014 so viele Tage im Urlaub verbracht wie noch nie.
Neuer Rekord
Die Deutschen verreisen so viel wie nie
May-Blog , 17.10.2008
Finanzpaket ist auf dem Weg - werden die Bankmanager nun zur Kasse gebeten?
Space Invaders
Mobiler Klassiker
Space Invaders
Kalorienzähler
Abnehmen leicht gemacht
Handy - Kalorienzähler
Skispaß seit mehr als 100 Jahren: Borowez ist der älteste Wintersportort in den Bergen Bulgariens. (Bild: Vassil Donev/EPA/dpa/tmn)
Piste endet am Hotel
Piste endet am Hotel - Günstiger Skiurlaub in Bulgarien
Heuschnupfensaison hat begonnen
Gesundheit!
Heuschnupfensaison hat begonnen - Haselpollen fliegen
Pons
Mobil übersetzen
Das Handy-Wörterbuch von PONS
berufsausbildung
Arbeiten im Ausland
Berufsabschlüsse bald besser vergleichbar
Stress im Job gefährdet das Herz
Stressiger Job?
Risiko für Herzkrankheit deutlich höher
animateure
Animateure gesucht
Arbeiten wo andere Urlaub machen
spiegel
Expertentipp
Mathematisches Verständnis fördern