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Medienwoche@IFA 11 Assange über Wikileaks und Transparenz

Julian Assange hat die Medien für das Datenleck bei Wikileaks verantwortlich gemacht. In einer Keynote auf der MEDIENWOCHE@IFA 11 legte Assange seine Sicht der Dinge dar.

Julian Assange ist Superstar und umstrittener Kopf zugleich. An diesem Dienstag füllt der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks den Saal 3 des Berliner Kongresszentrums. Und Assange diktiert die Bedingungen: Er liest vom Blatt ab und stellt sich einigen Fragen einer moderierenden Journalistin, nicht aber des Publikums. Video- und Tonaufnahmen lässt er verbieten. Wer ihm zuhören will, der muss sein Handy ausschalten.

Assange setzt an, um weitere Verschwörungstheorien zu nähren. Australien etwa habe umfassende Ermittlungen gegen ihn eingeleitet, an denen nicht zuletzt auch Geheimdienste beteiligt seien. "Das passiert nicht, weil wir etwa in Australien veröffentlichen oder dort unsere Server stünden", sagt Assange. "Das geschieht allein, weil ich ein australischer Bürger bin." Das zeigte, wie viel Einfluss die USA auf Australien ausübten.

Assange steht weiter unter Hausarrest

Wer Assange lauscht, der kann ihn indes nur auf einer Videowand sehen. Assange lässt sich von einem Landsitz nahe London unter den Berliner Funkturm schalten. Denn derzeit diktiert ihm die Polizei, wo er zu sein hat: Er steht unter Hausarrest, seit etwa neun Monaten bereits. Assange harrt der Dinge, bis ein Londoner Gericht entschieden hat, ob er an Schweden ausgeliefert wird. Dort werfen ihm Ermittler sexuelle Nötigung vor.

Assange nutzt die Chance, um weiter über "die Verbindung zwischen den politischen, den geheimdienstlichen und den finanziellen Mächten" zu reden. Bisweilen 90 Prozent aller Einnahmen seiner Plattform seien vernichtet worden, weil Kreditkartenunternehmen Spenden zurückhielten. "Sie können Geld an den Ku-Klux-Klan überweisen, aber nicht an uns, eine Organisation, die sich für die freie Meinungsäußerung engagiert", kritisiert er.

"Jemand aus Berlin" brachte Depeschen-Passwort in Umlauf

Zwischendurch trinkt Assange aus einem Becher. Unübersehbar steht dort schwarz auf weiß in riesigen Lettern: «Frontline», Frontlinie. Assange kämpft, derzeit um die Glaubwürdigkeit von Wikileaks und damit auch um seine eigene. In den Tagen zuvor ließ er mehr als 250.000 Depeschen der US-Botschaften veröffentlichen, ungeschwärzt und so vor allem mit Namen, die Wikileaks bisher nicht in Umlauf bringen wollte, um sie zu schützen.

Die Enthüllungsplattform und damit auch ihr schillernder Gründer stehen seitdem massiv in der Kritik. Im Kern geht es darum, dass Assange die sensiblen Dateien einst selbst an Dritte weiterreichte, etwa an den britischen "Guardian", das nötige Passwort inklusive. Das Material hatte sich im Netz förmlich verselbstständigt. Zuletzt veröffentlichte zudem ein Reporter das Passwort, außerdem "jemand aus Berlin", sagt Assange dazu. Die Veröffentlichung war für ihn eine Art Flucht nach vorn.

Auf die Frage, ob er mit dem Vorgang zufrieden sei, antwortet Assange kühl: Er habe keine Wahl gehabt. "Damals hatten Task-Forces von Pentagon und CIA die Vernichtung des Materials angestrebt", sagte Assange. "Wären wir das Risiko nicht eingegangen, dann hätte es möglicherweise gar keine Veröffentlichungen gegeben." Am Ende applaudieren fast alle im Saal. Zumindest der Rummel um Julian Assange scheint allen Problemen zum Trotz ungebrochen.

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