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Politik Großbritannien schließt iranische Botschaft in London

Als Reaktion auf die Stürmung der britischen Botschaft in Teheran hat Großbritannien die Schließung der iranischen Botschaft in London und die Ausweisung ihres Personals angeordnet. Die iranischen Diplomaten müssten das Land innerhalb von 48 Stunden verlassen, sagte Außenminister William Hague vor dem Parlament. Aus Protest gegen den Angriff riefen Berlin, Paris und Den Haag ihre Botschafter zurück.

"Die Vorstellung, dass die iranische Regierung unsere Botschaft nicht hätte schützen können oder dass dieser Angriff ohne eine gewisse Zustimmung des Regimes hätte stattfinden können, ist absurd", sagte Hague. Zugleich betonte er, dass die diplomatischen Beziehungen nicht abgebrochen, sondern lediglich auf ihre niedrigste Stufe reduziert würden. Wie Hague bekannt gab, wurde die Botschaft in Teheran geschlossen und das gesamte Personal abgezogen.

Trotz starker Polizeipräsenz war es am Dienstag Teilnehmern einer Demonstration gegen die britische Sanktionspolitik zwei Mal gelungen, auf das Botschaftsgelände vorzudringen. Sie besetzten zudem vorübergehend einen weiteren diplomatischen Komplex im Norden der Stadt. Dort befindet sich unter anderem die deutsche Schule. Wie das Auswärtige Amt mitteilte, wurde die Schule nicht beschädigt, blieb aber vorerst geschlossen.

Die Angriffe wurden international scharf verurteilt. Die Bundesregierung rief den deutschen Botschafter "zu Konsultationen" nach Berlin zurück. Frankreich und die Niederlande folgten diesem Beispiel. Norwegen schloss seine Botschaft, beließ das Personal aber im Land. Italien erklärte, die Schließung der Botschaft zu prüfen. Neben London bestellten zudem Berlin, Paris und Stockholm den iranischen Botschafter ein.

Großbritannien, die USA und Kanada hatten vor gut einer Woche als Reaktion auf einen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zum iranischen Atomprogramm umfangreiche Sanktionen verhängt. Das iranische Parlament stimmte daraufhin für die Ausweisung des britischen Botschafters. Die Beziehungen zu Kanada waren bereits zuvor beschränkt worden. Mit den USA unterhält der Iran seit 1979 keine diplomatischen Beziehungen.

Das iranische Außenministerium "bedauerte" den Angriff und kündigte rechtliche Schritte gegen die Angreifer an. Die Polizei erklärte, mehrere Angreifer seien festgenommen worden. Der iranische Parlamentspräsident Ali Laridschani äußerte dagegen Verständnis für die "Wut der Studenten", die auf die jahrzehntelange "dominante Politik" Großbritanniens zurückgehe.

Der Sprecher der Außenministeriums, Ramin Mehmanparast, nannte die Entscheidung zur Ausweisung der iranischen Diplomaten in London "übereilt" und kündigte "reziproke Maßnahmen" an. Die Stürmung der Botschaft nannte er "unvorhersehbar". Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Parlament, Allaheddin Borudscherdi, warnte London vor "Konsequenzen".

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