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Taliban-Anschläge Deutsche Botschaft ein Hauptziel bei Angriffen

Die afghanische Regierung spricht von Frieden, die Taliban antworten mit Gewalt. Koordinierte Angriffe erschüttern Kabul und andere Städte. Die deutsche Botschaft gerät unter starken Beschuss.

Bei einer Serie von koordinierten Angriffen in Afghanistan haben die radikal-islamischen Taliban die deutsche Botschaft in Kabul zu einem Hauptziel erklärt. Das Personal sei in Sicherheit, teilte die Bundesregierung mit. Nach ersten Angaben der Nato und von Reuters-Reportern wurden sieben Orte in der afghanischen Hauptstadt angegriffen, darunter Botschaften, das Parlament, Einrichtungen der Schutztruppe Isaf und ein Hotel. Auch in anderen Landesteilen gab es Gefechte. Die Kämpfe in Kabul hielten noch zur Abenddämmerung - fünf Stunden nach ihrem Beginn - an. Nach Angaben der Polizei wurden in der Stadt mindestens drei Selbstmordattentäter getötet.

Im stark befestigten Kabuler Diplomatenviertel heulten Alarmsirenen, Rauch stieg in den Himmel. Eine Werfergranate schlug in ein Gebäude ein, das von britischen Diplomaten benutzt wurde. Auch das Parlamentsgebäude wurde einem Sprecher zufolge mit Raketen beschossen. Dort halfen einige Abgeordnete bei der Abwehr des Angriffes. "Ich bin der Vertreter meiner Leute und ich muss sie Verteidigen", sagte Naim Hamidsai. Die Nato-Schutztruppe Isaf berichte über Twitter von Kämpfen nahe der deutschen, russischen und US-Botschaft. Amerikanische Soldaten und afghanische Sicherheitskräfte eilten ins Kampfgebiet.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte, unter dem Personal gebe es keine Verletzten. Am Gebäude sei leichter Sachschaden entstanden. "Alle Botschaftsangehörigen sind an einem sicheren Ort." Der Anschlag werde keine Konsequenzen für das deutsche Vorgehen in dem Land haben, die Regierung werde an ihrer Afghanistan-Politik festhalten: "Wir werden der Gewalt der Terroristen nicht nachgeben." Auch die US-Botschaft erklärte per SMS, alle ihre Mitarbeiter seien in Sicherheit.

Taliban: Beginn der Frühjahrsoffensive

Örtlichen Medien zufolge stürmten bewaffnete Männer das Star Hotel in Kabul. Aus den Fenstern des Gebäudes stieg später Rauch in den Himmel. In einen bei Ausländern beliebten Supermarkt nahe der deutschen Botschaft schlugen drei Raketen ein. Aufständische griffen in der Paktia-Provinz von einem dreistöckigen Gebäude aus ein Polizeihauptquartier an. Die Vorderseite des Hauses wurde von Explosionen und schwerem Maschinengewehrfeuer zerstört. In Dschalalabad griffen die Taliban einen ausländischen Stützpunkt nahe einer Schule an, am Flughafen kam es zu einer Explosion. Dabei wurden zwei Angreifer getötet und einer gefangen genommen.

Ein Taliban-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Angriffe seien der Beginn der Frühjahrsoffensive. "Wir haben sie seit Monaten geplant", erklärte er. Die wichtigsten Ziele in Kabul seien die deutsche und britische Botschaft sowie das örtliche Nato-Hauptquartier. Die Angriffe seien Vergeltung für die Koran-Verbrennungen auf einem US-Stützpunkt, für den Tod von 17 Afghanen, der einem amerikanischen Soldaten zur Last gelegt wird, und für Videos, auf denen US-Marineinfanteristen offenbar auf einen toten Taliban urinieren.

Ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums sagte, es gebe erste Hinweise auf eine Beteiligung des radikalen Haqqani-Netzwerks, deren Hochburgen in Pakistan vermutet werden. Sollten sich dies bestätigen, könnte es die Beziehungen zwischen den USA und Pakistan weiter belasten: Die Regierung in Washington fordert von ihrem Gegenstück in Islamabad ein härteres Vorgehen gegen Radikale. Stunden vor den Angriffen in Afghanistan stürmten Islamisten in Pakistan ein Gefängnis und ließen knapp 400 Insassen frei.

Im vergangenen Jahr hatten die Aufständischen am Hindukusch zu Frühlingsbeginn ihre Offensive gegen ausländische und einheimische Soldaten deutlich verschärft. Ein Nato-Sprecher sagte vor einigen Tagen, in diesem Jahr gebe es dafür bislang keine Anzeichen. Stattdessen setzten die Aufständischen eher auf einzelne kleinere Anschläge auf Militäreinheiten und Armeestützpunkte. Die Angriffswelle dürfte die Sorgen über den geplanten Abzug der ausländischen Kampftruppen bis 2014 verstärken.

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