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Panzer überrollen Gegner Assad: "Ein Präsident sollte nicht davonlaufen"

Offiziere und Generäle begehen in Syrien Fahnenflucht. Einige berichten vom Schlachtfeld, wenn sie im Exil angekommen sind. So auch ein Leutnant, der in Syrien Regimegegner unterstützt hat.

Monatelang hat Leutnant Ihab Bitar in der Revolutionshochburg Idlib geheime Einsatzpläne an die Regimegegner weitergegeben. Vor einigen Tagen hat der syrische Fallschirmjäger schließlich Fahnenflucht begangen und ist in die Türkei geflohen. Da inzwischen seine ganze Familie Syrien verlassen hat, muss er keine Racheakte befürchten.

Daher ist es für den jungen Mann, wie er selbst sagt, kein Problem, sich öffentlich zu zeigen. Er erklärt: "Was ich in den letzten Monaten erlebt habe, war so fürchterlich, eigentlich wollte ich schon vor langer Zeit desertieren, aber meine Freunde und Verwandten sagten: "Bleib wo Du bist, da bist Du nützlicher"."

"Sie wollten, dass ich an der Front sterbe"

Die schrecklichen Erlebnisse der vergangenen Monaten hat Bitar noch nicht verarbeitet. Er erzählt: "Einmal haben Soldaten zwei Deserteure geschnappt, die sich schon vor längerer Zeit von unserer Spezialeinheit abgesetzt hatten. Sie brachten sie zum Kommandeur. Der zog seine Pistole und erschoss sie auf der Stelle." In der Stadt Idlib und in der Ortschaft Sarakib seien Angehörige seiner Einheit mit Panzern über Menschen gefahren.

Vor etwa einem Monat seien dem Kommandeur der Einheit plötzlich Zweifel an seiner Loyalität gekommen. "Ich kam ins Militärgefängnis, wurde zehn Tage lang verhört". Schließlich ließ man ihn frei. Doch so richtig habe man ihm wohl nicht mehr vertraut, sagt Bitar. "Sie schickten mich nur noch auf Himmelfahrtskommandos in (den Widerstandshochburgen) Chan Scheichun und Maarat al-Nuaman. Ich glaube, sie wollten, dass ich an der Front sterbe."

Vor dem Gericht will er aussagen

Da entschloss sich der junge Mann zur Flucht. Quer durch die Provinz Idlib schlug er sich alleine durch bis zur türkischen Grenze. Dort erwartete ihn sein Vater, ein pensionierter Offizier. "Ich möchte vor dem Internationalen Strafgerichtshof Zeugnis ablegen, über das, was ich gesehen habe", sagt Ihab.

Er glaubt, dass es noch einige Monate dauern wird, bis das Regime von Präsident Baschar al-Assad endgültig zerfällt. Darüber, was die Fahnenflucht von Brigadegeneral Manaf Tlass, einem früheren Freund der Familie Assad, zu bedeuten hat, rätseln er und andere desertierte Offiziere noch. "Bevor er sich nicht selbst öffentlich äußert, ist es zu früh, ein Urteil zu fällen", sagt ein früherer Kommandeur. "Wir wissen auch noch nicht, ob er wirklich desertiert ist, oder ob er nicht doch vielleicht mit einer Botschaft von Angehörigen des Regimes nach Paris geflogen ist."

Assad lehnt Rücktritt ab

Syriens Präsident Baschar al-Assad hat unterdessen die USA für Rebellenangriffe in seinem Land verantwortlich gemacht. "Solange sie (die USA) in irgendeiner Weise Terroristen Unterstützung gewähren, werden sie zu deren Partner", sagte Assad in einem Gespräch mit dem Publizisten Jürgen Todenhöfer für die ARD. "Mit Waffen, Geld oder öffentlicher und politischer Unterstützung in der UNO - oder wo auch immer - ist das die Implikation."

Einen Rücktritt lehnte Assad, der seit mehr als einem Jahr mit brutaler Gewalt gegen eine immer stärker werdende Protestbewegung vorgeht, ab. "Ein Präsident sollte vor nationalen Herausforderungen nicht davonlaufen und wir stehen hier im Augenblick vor einer nationalen Herausforderung in Syrien. Der Präsident kann sich einer solchen Situation nicht einfach entziehen."

Die ARD wollte das 20-minütige Fernsehgespräch am Sonntag um 19.20 Uhr im "Weltspiegel" senden. Aufgezeichnet wurde es am 5. Juli vom syrische Staatsfernsehen im Gästehaus Assads in Damaskus. Todenhöfer - früher CDU-Bundestagsabgeordneter - stellte den Antrag auf das Gespräch mit Assad laut ARD vor acht Monaten und bekam jetzt grünes Licht aus Syrien.

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