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Innenministerium Friedrich stoppt "Vermisst"-Plakataktion

Hans-Peter Friedrich beugt vor: Der Bundesinnenminister fürchtet um die öffentliche Sicherheit und verschiebt den Start der umstrittenen "Vermisst"-Plakataktion. Muslime begrüßen den Schritt.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat die umstrittene "Vermisst"-Plakataktion gegen islamistische Radikalisierung Jugendlicher vorläufig gestoppt. "Aufgrund einer aktuellen Gefährdungsbewertung des Bundeskriminalamtes (BKA)" werde der eigentlich für (den morgigen) Freitag geplante Start der Poster-Kampagne verschoben, teilte das Bundesinnenministerium in Berlin mit.

Die Plakate zeigen Bilder junger Menschen, darunter eine Frau mit Kopftuch, die als "vermisst" bezeichnet werden, weil sie laut einem Begleittext in Gefahr sind, "an religiöse Fanatiker und Terrorgruppen" verloren zu gehen.

"Keil in die Gesellschaft"

Muslimische Verbände, die in den vergangenen Wochen gegen die geplante Aktion protestiert hatten, reagierten positiv. Die Türkisch-Islamische Union begrüßte die Verschiebung und forderte zugleich den kompletten Stopp der Kampagne. Die Aktion treibe einen "Keil in die Gesellschaft" erklärte der Dachverband DITIB. Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs sprach von einem "ersten Schritt in die richtige Richtung". Der Verfassungsschutz sieht bei Milli Görüs islamistische und antidemokratische Tendenzen.

Grünen-Chefin Claudia Roth forderte, die Plakate "einzustampfen", statt die Aktion nur zu verschieben. Mit der Aktion würden "alle Muslime unter Generalverdacht" gestellt.

Das Innenministerium betonte, die Öffentlichkeitskampagne werde ansonsten fortgesetzt. Ziel sei es, der islamistischen Radikalisierung von Jugendlichen und jungen Menschen entgegenzutreten. Die Kampagne wirbt für eine Beratungsstelle, wo Betroffene Rat suchen können, wenn sich jemand aus ihrem Umfeld radikalisiert.

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