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Bürgerkrieg Frankreich erkennt syrische Opposition an

Als erster westlicher Staat hat Frankreich die syrische Opposition als rechtmäßigen Vertreter des Landes anerkannt. Noch muss das Bündnis aber beweisen, dass es diese Anerkennung auch verdient.

Als erster westlicher Staat erkennt Frankreich das neue syrische Oppositionsbündnis als "einzigen Vertreter des syrischen Volkes" an. Das Bündnis werde damit zudem als "künftige Übergangsregierung eines demokratischen Syriens" anerkannt, sagte Frankreichs Staatschef François Hollande in Paris.

Die bisher zersplitterte syrische Opposition hatte am Wochenende bei einem Treffen in Katar eine "nationale Koalition" gegen Präsident Baschar al-Assad gebildet. Bislang stößt das Bündnis jedoch auf Skepsis. Die Arabische Liga erkannte die Regimegegner zwar als rechtmäßige Vertreter des Landes und Hauptverhandlungspartner an. Doch aus ihren Zweifeln machten die versammelten Araber bei ihrer Konferenz in Ägyptens Hauptstadt Kairo keinen Hehl. "Die Oppositionellen wurden auf die Spur gebracht. Jetzt müssen sie den Syrern und der Welt ihre Glaubwürdigkeit beweisen. Sonst scheitern sie," sagte ein Diplomat.

Diese Erwartungen haben auch die Europäer. Nur drücken sie das freundlicher aus. Die Koalition müsse sich nun als "repräsentative Plattform des syrischen Volkes" erweisen, verlautete aus Diplomatenkreisen. "Wir setzen darauf, dass die neue Plattform jetzt rasch stabile Führungsstrukturen aufbaut, die für die geeinte Opposition wirkungsvoll handeln und entscheiden können." Obwohl die Spitze des Oppositionsblocks gewählt ist, gibt es nach wie vor noch Gerangel über die Repräsentanz verschiedener Gruppen in dem Gremium.

Einigung erst nach monatelangem Streit

Die arabischen Staaten und der Westen sind in der Syrien-Frage schon zu oft auf die Nase gefallen, um jetzt euphorisch zu sein. Das wurde bei dem Außenministertreffen von Europäischer Union und Arabischer Liga am Dienstag deutlich. Der deutsche Chefdiplomat Guido Westerwelle lobte die Bildung des Oppositionsblocks zwar als wichtigen Schritt nach vorn. Er mahnte aber zugleich, dass es gelingen muss, "diesen Zusammenhalt zu festigen und in den Augen aller Syrer zu einer Alternative zum Regime zu entwickeln".

Schon zu Beginn des Aufstands gegen Assad wurde die Opposition immer wieder gedrängt, sich zusammenzutun. Doch auch als der Konflikt gewalttätiger wurde, stritten die Regimegegner weiter. Erst als der Krieg, der inzwischen mehr als 36.000 Menschen das Leben gekostet hat, in die Nachbarländer Türkei und Israel überschwappte und die ganze Region ins Chaos zu stürzen drohte, gaben die Regimegegner dem Drängen schließlich nach.

Doch es bedurfte eines weiteren Kraftaktes, um aus Worten Taten werden zu lassen. Bei zähen, einwöchigen Verhandlungen im Golfemirat Katar rangen sich die Oppositionellen schließlich einen Beschluss ab. Arabische und westliche Diplomaten - vor allem aus Katar und den USA - mussten mehrmals intervenieren, um die Gespräche zum erfolgreichen Abschluss zu bringen. Erst als der Syrische Nationalrat (SNC) bereit war, seine Vormachtstellung aufzugeben, wurde der Weg für ein gemeinsames Gremium frei.

Aus Syrien melden die Aktivisten derweil immer neue Gewalt, heftige Kämpfe und Tote in allen Landesteilen. Die Bemühungen im Ausland kommentiert der Aktivist Omar Homsi aus der Unruheregion Homs eher kühl. "Hier geht es den Menschen nur darum, den Tyrannen zu stürzen", sagte er. Jeder Schritt, der zu diesem Ziel führe - und sei es eine vereinte Opposition - werde von den Syrern, die für Demokratie und Freiheit kämpften, akzeptiert.

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