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Syrer auf der Flucht "Vor allem die Kinder leiden schrecklich"

Mehr als 300.000 Syrer sind auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg. Doch die Lage wird schlimmer, der Winter bringt Minusgrade. Unterdessen wurden Chemiewaffen von der Regierung in Sicherheit gebracht.

Der Kälteeinbruch und die andauernden Kämpfe in Syrien haben die Lage der Menschen in den Krisenregionen dramatisch verschärft. Nothelfer schlugen erneut Alarm. Das Wetter verschlimmere die Lage der Vertriebenen, teilten die SOS-Kinderdörfer in München mit. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) wollte sich am Samstag mit dem Besuch eines Flüchtlingslagers am Rande der libanesischen Hauptstadt Beirut ein Bild von der Lage der syrischen Flüchtlinge machen.

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerkes UNHCR haben sich rund 300.000 Flüchtlinge aus Syrien nach Jordanien und in den Libanon gerettet. In die Türkei, nach Ägypten und in den Irak seien insgesamt weitere 200 000 Menschen geflohen. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen beklagte, dass die Hilfsleistungen angesichts der humanitären Notlage vor Ort längst nicht ausreichten. Wegen der heftigen Kämpfe seien große Teile des Landes nur schwer zu erreichen.

Mehr als 900 Operationen

Die Bundesregierung kündigte an, ihre Hilfe für Flüchtlinge aus Syrien zu verstärken, die in den Nachbarländern Zuflucht gefunden haben. Niebel will nach Angaben seines Ministeriums zusätzlich rund 15 Millionen Euro für die Versorgung syrischer Flüchtlinge im Libanon zusagen. Der Deutschen Presse-Agentur sagte der Minister: "Der Druck auf die Menschen in Syrien ist enorm groß, aus den Gefechtshandlungen herauszukommen. Deswegen haben wir uns als Bundesregierung in Jordanien und jetzt auch im Libanon bereiterklärt, dazu beizutragen, dass die Grenzen auch in Zukunft offen bleiben."

"Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sind in Syrien unzählige Familien auf der Flucht", erklärte Wilfried Vyslozil von den SOS-Kinderdörfern. "Vor allem die Kinder leiden schrecklich. Wir müssen jetzt handeln, um sie durch den Winter zu bringen." Die SOS-Kinderdörfer versorgen seit August Kinder und Erwachsene in den Notquartieren mit Lebensmitteln, Matratzen, Hygieneartikeln, Medikamenten und Kleidung. In den nächsten Monaten will die Organisation bis zu 10.000 Menschen zusätzlich erreichen, und zwar in den Gegenden von Damaskus und Aleppo sowie in Homs und der Küstenstadt Latakia.

Ärzte ohne Grenzen ist im Norden des Landes aktiv. In drei Kliniken haben sie seit Juni 10.000 Patienten behandelt und mehr als 900 Mal operiert. Immer wieder gibt es ihren Angaben nach Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen.

"Chemiewaffen unter Kontrolle"

Am Samstag dauerten die Gefechte weiter an. Die Regierungstruppen von Baschar al-Assad sicherten die Zufahrt zum Flughafen der Hauptstadt Damaskus ab, nachdem in dem Gebiet wochenlang gekämpft wurde. Allein am Freitag waren in dem Bürgerkriegsland mindestens 150 Menschen ums Leben gekommen.

Die syrische Regierung hat nach russischen Angaben die Kontrolle über die Chemiewaffen im Land. "Die syrischen Behörden haben diese Vorräte in ein oder zwei Zentren konzentriert. Vorher waren sie über das ganze Land verteilt", sagte Außenminister Sergej Lawrow am Samstag der Agentur Interfax zufolge. Die Führung tue alles, um die Waffen zu sichern. Auch die USA hätten zugestanden, dass Chemiewaffen in Händen der Regierungsgegner die größte Gefahr in Syrien seien, sagte Lawrow. Er kündigte an, dass der UN-Sonderbeauftragte Lakhdar Brahimi bald nach Moskau reisen werde. Russland ist ein Partner des Machthabers Baschar al-Assad; die USA hatten Assads Sturz zum Ziel erklärt.

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