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US-Lobbyorganisation NRA schockt mit Baller-App

In den USA wächst die Wut auf die US-Waffenlobby NRA. Die mächtige Organisation hat eine neue Baller-App veröffentlicht, die auch für Kinder freigegeben ist. Es ist nicht der einzige NRA-Eklat.

Der Kampf um schärfere Waffengesetze in den USA ist voll entbrannt: Gut einen Monat nach dem Massaker an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown will Präsident Barack Obama am Mittwoch seine Pläne für ein neues Waffenrecht vorstellen. Medienberichten zufolge will Obama unter anderem ein Verbot von Sturmgewehren und eine stärkere Kontrolle von Waffenkäufern erreichen.

Das Parlament im Bundesstaat New York hat bereits gehandelt - und am Dienstag das strengste Waffengesetz der USA verabschiedet. Sturmgewehre sind demnach praktisch verboten, Magazine dürfen maximal sieben Schuss enthalten und es gibt verschärfte Kontrollen von Waffenkäufern.

"Steh auf und kämpfe"

Die mächtige US-Waffenlobby, die National Rifle Association (NRA), hat die Verschärfung der Waffengesetze in New York heftig kritisiert. "Die National Rifle Association und ihre New Yorker Mitglieder sind empört über das drakonische Waffengesetz, das jetzt durchgepeitscht wurde", heißt es in einer Erklärung. Die Regelung werde aber nichts nützen: "Diese Waffenkontrollgesetze haben in der Vergangenheit versagt und sie werden auch weiter keinen Einfluss auf Sicherheit und Kriminalität haben."

Doch die NRA argumentiert aus der Defensive heraus - die Lobbyorganisation hat sich mit zwei neuen Initiativen selbst angreifbar gemacht. Am Dienstag veröffentlichte die NRA einen TV-Spot, der für heftige Kontroversen in den USA geführt hat. Der rund 30 Sekunden lange Clip ist Teil der Kampagne "<a xlink:actuate="onRequest" xlink:href="http://www.nrastandandfight.com/" xlink:show="new" xlink:type="simple">Stand and fight</a>" (Steh auf und kämpfe), mit der sich die Organisation für bewaffnete Wachmänner an Schulen ausspricht. Obama hat diesen Vorschlag wiederholt abgelehnt.

Für die NRA ist deshalb klar: Der Präsident ist ein "elitärer Heuchler", der seine Töchter zwar auf eine von (bewaffneten) Sicherheitsbeamten bewachte Schule gehen lässt, diesen Schutz aber anderen Familien vorenthält. "Sind die Kinder des Präsidenten mehr wert als Ihre?", fragt der Sprecher mit bedrohlichem Unterton. Kommentar der liberalen "Huffington Post": "Die NRA läuft Amok."

Empörung über Baller-App

Dazu kommt eine neue umstrittene <a xlink:actuate="onRequest" xlink:href="https://itunes.apple.com/de/app/id584567057" xlink:show="new" xlink:type="simple">App</a>, die die NRA für das iPhone und das iPad hat entwickeln lassen. Mit dieser kann der Nutzer seine Schussfähigkeiten trainieren. Ziel des Spiels "Practice Range" ist es, innerhalb einer Minute möglichst viele sich bewegende Ziele zu treffen. Dazu gibt es Informationen zum US-Waffengesetz und vermeintlich wichtige Regeln im Umgang mit Waffen: "Trinke keinen Alkohol, wenn Du schießt." Die Grundversion der App ist kostenlos, wer will, kann sich jedoch gegen einen geringen Aufpreis größere Waffen und Pistolen kaufen.

Besonders erschreckend: In der Basisversion kann der Nutzer zu einem M16-Gewehr greifen - es ist dasselbe Modell, das auch der Amokläufer von Newton, Adam Lanza, benutzte. Die NRA, die vor wenigen Wochen selbst noch gewalttätige Videospiele <a xlink:actuate="onRequest" xlink:href="http://home.nra.org/pdf/Transcript_PDF.pdf" xlink:show="new" xlink:type="simple">kritisiert</a> hat, schweigt zu der massiven Kritik an der Applikation, Apple hat hingegen gehandelt - wenn auch halbherzig. Der Betreiber des iTunes-App-Store hat die Freigabe des Spiels erhöht: von zunächst vier auf 12 Jahren.

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