Auf Botschaft in Ankara
USA verurteilen Selbstmordanschlag
Bei einem Selbstmordanschlag auf die US-Botschaft in Ankara sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Die USA und Deutschland verurteilten den Anschlag. Die Türkei vermutet Linksextreme hinter der Tat.
Bei einem Selbstmordanschlag vor der US-Botschaft in der türkischen Hauptstadt Ankara sind am Freitag der Täter und ein Wachmann getötet worden. Eine Person mit türkischer Staatsbürgerschaft sei verletzt worden, sagte US-Botschafter Francis Ricciardione vor Journalisten. Die Bombe des Täters explodierte offenbar in der Sicherheitsschleuse im Eingang zur Visa-Abteilung der Botschaft. Deutschland und die USA verurteilten die Tat.
Mehrere Menschen wurden Medienberichten zufolge zudem verletzt. Über dem Botschaftsgebäude stieg Rauch auf, Trümmer wurden durch die Luft geschleudert. Fernsehbilder zeigten eine herausgesprengte Tür und beschädigtes Mauerwerk rund um den Seiteneingang. Darüber hinaus schien die Botschaft jedoch keinen Schaden genommen zu haben. "Es war eine gewaltige Explosion", sagte der Inhaber eines etwa 100 Meter entfernten Reisebüros. "Am Boden lag etwas, das wie ein Leichenteil aussah."
Nach Angaben der türkischen Regierung handelt es sich wahrscheinlich um die Tat von Linksextremisten. Es gebe erste Hinweise, dass der Selbstmordattentäter einer verbotenen linksgerichteten Organisation angehört habe, sagte Innenminister Muammer Güler. Die USA, Deutschland und die Niederlande hatten kürzlich auf Bitten des NATO-Partners Türkei Patriot-Abwehrbatterien in der Türkei stationiert. Diese sollen vor möglichen Angriffen aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Syrien schützen. Gegen die Stationierung hatte es in der Türkei Proteste gegeben.
Merkel und Biden verurteilen Anschlag
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und US-Vizepräsident Joe Biden verurteilten den Anschlag. Merkel sagte zu Beginn eines Treffens mit Biden im Kanzleramt, sie habe von dem neuen Anschlag in Ankara "mit Bestürzung" erfahren. Biden verwies darauf, dass es zwischen den USA und Deutschland bereits seit mehreren Jahren eine "sehr enge Zusammenarbeit gegen den Terrorismus" gebe. Biden hält sich zu einem Kurzbesuch in Berlin auf. Am Wochenende nimmt er an der internationalen Sicherheitskonferenz in München teil.
Das Botschaftsgebäude ist schwer bewacht. In der Nähe befinden sich andere diplomatische Vertretungen, darunter auch die von Deutschland und Frankreich. Aufgrund von Aufnahmen von Überwachungskameras seien zwei Personen ermittelt worden - bei einem von diesen könnte es sich um den Selbstmordattentäter handeln, sagte ein Polizist.