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Parlamentswahl Ganz Europa schaut gespannt auf Italien

Ein Weg aus der Krise oder ein unregierbares Land - die spannende Wahl in Italien hält auch Europa in Atem. Der Ausgang scheint relativ offen, mehrere Szenarien sind denkbar.

Ganz Europa schau gespannt auf die Parlamentswahl im Krisenland Italien. Der Ausgang ist offen. Es zeichnet sich ein knappes Ergebnis ab, bei dem mehrere Bündnisse und Parteien eng beieinander liegen. Als Favorit gilt der Kandidat des Mitte-Links-Bündnisses, Pier Luigi Bersani. Italien richtet sich auf eine lange Hängepartie ein. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone braucht eine stabile Regierung, um die Krise zu bewältigen.

Mehr als 50 Millionen Italiener sind aufgerufen, ein neues Abgeordnetenhaus und einen neuen Senat zu bestimmen. Die Spitzenkandidaten der Parteien warben bis zuletzt um Stimmen.

Seit zwei Wochen dürfen keine Umfragen mehr veröffentlicht werden, letzten Einschätzungen zufolge dürfte Bersani jedoch knapp vorne liegen. Der frühere Ministerpräsident Silvio Berlusconi könnte mit seinem Mitte-Rechts-Bündnis zweitstärkste Kraft werden. Er hat den Abstand zu Bersani im Wahlkampf mit Steuerversprechen und anderen Manövern kontinuierlich verringert.

Auch die populistische Internetbewegung "5 Sterne»"des Komikers Beppe Grillo dürfte nach den Wahlen eine wichtige Rolle im italienischen Parlament spielen. Sie holte zuletzt immer weiter auf, was zu Beunruhigung bei den etablierten Parteien geführt hatte. Viertstärkste Kraft wird voraussichtlich das Bündnis der Mitte des scheidenden Regierungschefs Mario Monti.

Die Abstimmungen haben sowohl für das Krisenland Italien als auch für den gesamten Euroraum große Bedeutung. Während Bersani und Monti den eingeschlagenen Reformkurs fortsetzen wollen, vertreten Berlusconi und Grillo eher eine europakritische Haltung. Die Finanzmärkte und europäische Politiker befürchten angesichts eines möglichen Patts der verschiedenen Bündnisse im Senat eine Unregierbarkeit des Landes.

Der bisherige Regierungschef und frühere EU-Kommissar Mario Monti war im Dezember zurückgetreten. Staatschef Giorgio Napolitano hatte das Parlament aufgelöst, die Wahl wurde vorgezogen.

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