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Festgehaltene UN-Soldaten Golan-Krise - Syrien-Krieg weitet sich aus

Der Sicherheitsrat in New York ist empört: Noch immer halten syrische Rebellen auf den Golan-Höhe 21 UN-Soldaten fest. Der Syrien-Bürgerkrieg weitet sich gefährlich aus. In Israel wächst die Angst.

Die Geiselnahme von 21 UN-Beobachtern auf den Golan-Höhen hat die Furcht vor eine Ausweitung des Syrien-Konflikts geschürt. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die Tat auf das Schärfste, Diplomaten verhandelten über eine Freilassung der philippinischen Blauhelme. Im Internet tauchte ein Video mit einigen der Geiseln auf, in dem einer der Blauhelme versicherte, der Gruppe gehe es gut.

Die Entführten sollten sofort freigelassen werden, verlangte das philippinische Außenministerium. Demnach liefen Verhandlungen mit den Geiselnehmern. Die Rebellen behandelten ihre Geiseln gut, sagte ein philippinischer Armeesprecher. Es bestehe die Hoffnung, dass die Mitglieder der UN-Truppe UNDOF "bald" freikämen.

Westerwelle verurteilt Geiselnahme

Etwa 30 Bewaffnete aus Syrien hatten die UN-Beobachter am Mittwoch auf den Golan-Höhen in ihre Gewalt gebracht. Zu der Geiselnahme bekannte sich eine Rebellengruppe, die in Videos gegen eine angebliche Zusammenarbeit von Syriens Staatschef Baschar al-Assad und den "Zionisten" in Israel protestierte. Sie forderte den Rückzug syrischer Truppen aus dem Dorf Dschamla nahe der Waffenstillstandslinie zwischen Israel und Syrien.

Der UN-Sicherheitsrat verlangte die "sofortige und bedingungslose" Freilassung der Beobachter. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) verurteilte die Geiselnahme. Die Beobachtermission ist seit 1974 auf den Golanhöhen im Einsatz, die 1967 von Israel besetzt worden waren. Etwa 1100 UN-Beobachter kontrollieren den Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien und überwachen eine Pufferzone.

Israel befürchtete, dass der Vorfall das Aus für die UN-Mission bedeuten könnte. Durch ein Ende der Mission könne "ein gefährliches Vakuum" entstehen, sagte ein Regierungsvertreter. Österreichs Außenminister Michael Spindelegger, dessen Land 370 Blauhelme stellt, bezeichnete es als "erschreckend, dass die Welle der Gewalt nicht einmal vor jenen Halt macht, die dort für Frieden sorgen". Der Nachrichtenagentur APA zufolge versicherte das Außenministerium aber, dass Österreich keinen Abzug seiner Soldaten plane.

In dem von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte verbreiteten Video sind sechs der Entführten in Uniformen zu sehen. Einer der Männer stellt sich als Mitglied des philippinischen Bataillons der UN-Gruppe vor. Demnach wurde die Gruppe auf verschiedene Orte verteilt, um ihre Sicherheit zu gewährleisten. Sie würden mit Nahrung und Wasser versorgt.

Die oppositionelle Nationale Koalition will am kommenden Dienstag in Istanbul über eine Übergangsregierung diskutieren. Ob ein eigener Ministerpräsident gewählt werde, sei aber noch unklar, sagte Sprecher Walid al-Bunni. Die Bildung einer Übergangsregierung war bereits für das vergangene Wochenende geplant gewesen, wurde aber verschoben.

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