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Blutbad in Boston Marathonlauf des Schreckens

Nach dem Anschlag beim Boston-Marathon berichten Augenzeugen von grauenhaften Szenen nach den Explosionen. Auf der Suche nach Hinweisen durchkämmen Suchtrupps nun systematisch die Laufstrecke.

Tödliche Bomben beim Boston-Marathon: Zwei Explosionen im Zuschauerraum an der Ziellinie haben mindestens drei Menschen das Leben gekostet. Darunter ist nach AP-Informationen auch ein achtjähriger Junge. Mindestens 176 weitere Personen wurden verletzt. Hintergründe und Täter waren zunächst unbekannt, wie US-Präsident Barack Obama sagte.

Doch ging das Weiße Haus von einem Terroranschlag aus. In Boston gab es erste Durchsuchungen. Weltweit wurden Sicherheitsmaßnahmen erhöht.

Die beiden Bomben explodierten fast zeitgleich im Abstand von etwa 100 Metern in der Nähe der Ziellinie - rund zwei Stunden nachdem die Sieger des Marathons mit 23.000 Läufern und 500.000 Zuschauern diese passiert hatten. Nach Behördenangaben wurden noch zwei weitere Sprengsätze entlang der 42 Kilometer langen Strecke in der Innenstadt gefunden, die aber nicht explodiert waren und unschädlich gemacht wurden.

Der Bostoner Polizeichef Edward Davis forderte die Menschen auf, in ihren Häusern zu bleiben oder zurück in ihre Hotels zu gehen, während Suchtrupps systematisch Pakete und Taschen an der Marathonstrecke überprüften. Die Behörden hätten keine spezifischen Informationen gehabt, dass etwas passieren würde, sagte Davis.

Opfern wurden Arme und Beine abgerissen

Die Polizei durchsuchte im Zusammenhang mit den Explosionen eine Wohnung im Vorort Revere. Dies bestätigte die Polizei, nannte aber keine Details. Am frühen Dienstagmorgen verließen Beamte das Haus mit Papier- und Plastiktüten und einer Reisetasche.
Nach den Explosionen an der Laufstrecke gab es grauenhafte Szenen. Augenzeugen berichteten von zahlreichen Opfern, denen Arme oder Beine abgerissen wurden. Auf dem Boden bildete sich eine riesige Blutlache. Menschen schrien und rannten in Panik durcheinander. Dichter Rauch stieg auf, zahlreiche Fenster wurden zerstört.

Die Verletzten wurden auf die Krankenhäuser der Stadt verteilt, mindestens 144 Personen wurden dort behandelt. Die Verletzungen reichten von geplatzten Trommelfellen über Schnittwunden und Prellungen bis hin zu Amputationen, erklärte ein Arzt.
Vorfälle werden als Terrorismus behandelt
Der getötete achtjährige Junge hatte nach AP-Informationen in der Nähe der Ziellinie zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester auf seinen Vater gewartet, der bei dem Marathon mitlief. Auch Mutter und Schwester seien verletzt worden, als die zwei Bomben explodierten, hieß es.

„Wir finden heraus, wer das war. Wir werden sie zur Rechenschaft ziehen“

Präsident Obama äußerte sich rund drei Stunden nach den Explosionen. Man wisse nicht, "wer das getan hat oder warum", sagte er. Aber wer immer verantwortlich sei, werde "die volle Macht der Justiz zu spüren bekommen". Die Explosionen seien die Taten eines Einzelnen oder einer Gruppe. "Wir werden herausfinden, wer das getan hat, und ihn dafür zur Rechenschaft ziehen", sagte der Präsident. Später hieß es aus dem Weißen Haus, man behandele die Vorfälle als Terrorismus. Das FBI übernahm die Ermittlungen.

Rund um das Weiße Haus verschärfte der Secret Service die Kontrollen und die Präsenz und vergrößerte die Sperrzone. Auch in zahlreichen anderen Großstädten wie New York, Los Angeles oder Seattle wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.

Weltweite Alarmbereitschaft

Weltweit herrschte erhöhte Alarmbereitschaft nicht nur bei US-Institutionen. In London erklärte die Polizei, sie prüfe ihr Sicherheitskonzept für den London-Marathon am kommenden Sonntag. Außerdem werden bereits am Mittwoch zahlreiche ranghohe Politiker aus aller Welt zur Beisetzung der früheren Premierministerin Margaret Thatcher in der britischen Hauptstadt erwartet.

Kurz nach den Explosionen an der Laufstrecke war in Boston in der John-F.-Kennedy-Bibliothek ein Feuer ausgebrochen. Die Ermittler sahen aber zunächst keinen direkten Zusammenhang mit den Bomben beim Marathon. Das Feuer in der JFK-Bibliothek sei möglicherweise von einem Brandsatz ausgelöst worden, erklärte ein Polizeisprecher.

Der Boston-Marathon findet jährlich am sogenannten Patriots Day statt. Es ist ein Feiertag im Bundesstaat Massachusetts, der an die ersten Schlachten gegen die Engländer im Jahr 1775 erinnert.

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