Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Serie von Pannen Teenager düpiert die US-Behörden

Die Jagd nach den Boston-Bombern wirft kein gutes Licht auf die US-Behörden. Tausende Polizisten konnten den Verwundeten nicht finden. Zudem war der Anschlag vermutlich vermeidbar.

Die Erleichterung stand Barack Obama ins Gesicht geschrieben. Trotz Müdigkeit und Erschöpfung trat er noch in der Nacht vor die Kameras. Nur kurz zuvor war eine der größten Verbrecherjagden in der US-Geschichte zu Ende gegangen. Der 19 Jahre alte Verdächtige des Terroranschlags auf den Boston-Marathon wurde schwer verletzt festgenommen, sein 26-jähriger Bruder erschossen. In Boston gingen jubelnde Menschen auf die Straße. "Wir lassen uns nicht terrorisieren", rief Obama den Amerikanern zu.

Es war die Stunde des Präsidenten, die Stunde des Krisenmanagers. Die rasche Festnahme war ein Glücksfall - auch für den Präsidenten. "Wir haben ein wichtiges Kapitel in dieser Tragödie geschlossen", sagte Obama. Obama weiß: Der Terroranschlag war eine der schwersten Herausforderungen seiner Amtszeit - und sie hätte ganz anders enden können. Die rasche Festnahme des zweiten Terrorverdächtigen war nichts anderes als reiner Zufall.

Tatsächlich mutete die Verfolgung der beiden Brüder aus Kirgistan, mit tschetschenischen Wurzeln, über weite Strecken wie der ungleiche Kampf zwischen David und Goliath an. Das Foto des 19-jährigen Dschochar Zarnajew zeigt einen Jüngling mit dunklen Locken und sanftem Blick - eher ein Junge als ein Mann. Ist das wirklich ein Gegner, der die USA herauszufordern vermag? Ein Megaaufgebot von 9000 Polizisten war mobilisiert, um ihn zu fassen - und wäre doch beinahe grandios gescheitert.

Nur durch Zufall gefunden

Nicht nur Obama, auch das FBI und die Medien decken gnädig einen Mantel des Schweigens über die Fahndungspanne. Denn das Grundstück, auf dem der 19-Jährige am Freitagabend schließlich umzingelt und nach einem Feuerwechsel gefasst wurde, war bereits zuvor durchsucht worden - ohne Ergebnis.

Die Polizei hatte praktisch im gesamten Großraum Boston den Ausnahmezustand verhängt: Es herrschte Ausgangssperre, der Verkehr war lahmgelegt. Doch erst ein Hausbesitzer, der in seinem Garten Blutspuren entdeckte, setzte die Polizei auf die richtige Spur. Wieder einmal war es "Kommissar Zufall", der eine Blamage der Behörden verhinderte. Der junge Mann, der sich unter einer Plane in einem Boot versteckte, war bereits derart schwer verletzt, dass er sich praktisch nicht mehr wehren konnte.

Trotz Jubel und Erleichterung: Obama ist sich bewusst, dass viele Fragen offen bleiben - nicht nur, was die direkte Fahndung angeht. "Warum haben junge Männer, die hier aufgewachsen sind und studiert haben, zu so starker Gewalt gegriffen?", fragte der Präsident noch in der Nacht.

Schon 2011 durchleuchtet

Irritierend ist nicht nur die Tatsache, dass die Justizbehörden dem älteren Bruder Tamerlan bereits 2011 auf der Spur waren. Eine nicht genannte ausländische Regierung habe damals um Überprüfung des Mannes gebeten. Doch das FBI sei zu keinen Erkenntnissen gekommen. Dabei heißt es jetzt, der heute 26-Jährige habe sich seinerzeit radikalisiert, sei zum islamistischen Eiferer geworden. War auch das schon eine Fahndungspanne gewesen?

Doch Obamas Frage zielt tiefer. 2,6 Millionen Muslime leben in den USA, die meisten sind Einwanderern aus dem Nahen Osten und anderen muslimischen Ländern. Ihre Zahl hat sich seit den Anschlägen vom 11. September 2001 mehr als verdoppelt. Reibereien oder gar schwere Spannungen zur übrigen Bevölkerung werden zwar eher selten publik. Doch Obama weiß, das bei Terroranschlägen Spannungen über Nacht ausbrechen können.

Nicht umsonst warnte Obama noch in der Nacht vor voreiligen Schlüssen. Bisher hatte er Fortüne: Seit dem 11. September ist es zu keinem größeren Bombenattentat islamistischer Extremisten in den USA gekommen. Obama also im Glück?

Ein kurzes Erfolgserlebnis

Tatsächlich hatte der Präsident erst vor Tagen eine Mega-Schlappe erlitten, die seine gesamte zweite Amtszeit überschatten dürfte. Die Niederlage in Sachen Waffenkontrollen war eine Warnung, dass die Kräfte, die gegen ihn mobilisieren, präsent und stark sind. Vor allem: Nicht mal seine eigene Mehrheit der demokratischen Senatoren stand hinter ihm. Was bleibt Obama jetzt noch zu tun? Er selbst hatte das Thema Waffen zur Chefsache gemacht.

Die Terroristenjagd bot Obama kurzzeitig Gelegenheit, sich als erfolgreicher Krisenmanager zu präsentieren. Doch die Erfahrung zeigt: Solche Erfolge halten nicht lange vor. Selbst der Tod von Terroristenführer Osama bin Laden vor zwei Jahren brachte dem US-Präsidenten nur ein ganz kurzes Hoch ein. Der Erfolg war schnell vergessen. 

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
 
 
Artikel kommentieren

Bitte loggen Sie sich ein, um Kommentare zu schreiben.

Login

Artikel als "Nickname" kommentieren:

Noch 800 Zeichen

Leserkommentare ()
Weitere Kommentare anzeigen ()
 
Kampfpanzer vom Typ Leopard 2
Bundeswehr-Kampfpanzer
Leopard 2 hat nicht genug schlagkräftige Munition
Asean-Gipfel
Politik
Asean-Gipfel bespricht gemeinsamen Markt
Checkpoint bei Ramadi: In der Gegend kommt es immer wieder zu heftigen Kämpfen zwischen der IS-Miliz und Regierungstruppen.
Massaker im Irak
IS-Kämpfer richten 185 irakische Soldaten hin
Israelischer F15-Jet (Archivbild): Jerusalem pocht auf sein Recht auf Selbstverteidigung.
Konflikt an der Grenze
Israel soll syrische Stellungen angegriffen haben
Aktivisten vor dem Kanzleramt in Berlin: Seit Jahresbeginn gilt der Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde per Gesetz.
Das bringt der Sonntag
Koalitionsgipfel zu Mindestlohn-Streit
Parteigründer Bernd Lucke will seine Partei wieder auf Linie bringen.
Wahl zum AfD-Parteichef
Lucke fordert Gegner zur Kraftprobe heraus
Joachim Gauck wurde 2012 zum Bundespräsidenten gewählt und amtiert noch bis 2017.
Bundespräsident
SPD und Grüne wollen zweite Amtszeit für Gauck
Arktis
Rohstoffe in der Arktis
Anrainerstaaten wollen Stabilität in der Region
Griechenland stemmt sich gegen den Staatsbankrott
Tsipras und Varofakis greifen zu
Athen zwingt Kommunen zur Herausgabe ihrer Einlagen
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat alle Staaten zurechtgewiesen, die von Völkermord an den Armeniern sprechen.
Völkermord an den Armeniern
Erdogan empört sich über Gauck
"Nachtwölfe"-Chef Alexander Zaldostanow: Allen Widerständen zum Trotz wollen die Biker nach Berlin kommen.
Russischer Motorradklub
Regierung droht Putins "Nachtwölfen"
Janis Varoufakis (l.) in Riga: Seine Isolation ist den ganzen Tag über spürbar.
Treffen der Euro-Finanzminister
Am Ende wählt Varoufakis selbst die Isolation
Gauck und Steinmeier
Politik
Steinmeier und Özdemir für zweite Amtszeit Gaucks
Zwei Arbeiter vor Schaufelradbagger in Braunkohletagebau
Demonstrationen gegen Braunkohle-Pläne
Mit einer solchen Eskalation hat wohl niemand gerechnet
Braunkohle-Tagebau Garzweiler in Nordrhein-Westfahlen.
Kumpel protestieren in Berlin
Gabriels Kohle-Abgabe immer mehr in der Kritik
Das Gebiet um Donezk gilt als Brennpunkt im Kampf um den Osten der Ukraine.
Ukraine-Krise
Separatisten wollen gesamte Donezk-Region beherrschen
Alexander Zaldostanow auf Motorrad
Polen verweigert Einreise
"Nachtwölfe" fahren trotzdem nach Berlin
Diese afrikanischen Flüchtlinge konnten von der italienischen Marine gerettet werden.
Flüchtling berichtet von seinem Schicksal
"Es ist besser zu sterben, als so zu leben wie wir"
Politik kann auch Spaß machen
Politik
Politik kann auch Spaß machen
Steinmeier und Gauck
Politik
Steinmeier für zweite Amtszeit Gaucks
bush
Bush folgt Empfehlung
Truppenabzug aus Irak pausiert
N24 Live-Ticker
Deutsche Botschaft im Sudan brennt
Niedersachsen Teaser
Niedersachsen
Land der Autobauer und Landwirte
Landtagswahl Niedersachsen Teaser
Wulff contra Jüttner
Die Spitzenkandidaten im Porträt
Hessen_Teaser
Koch contra Ypsilanti
Die Spitzenkandidaten im Porträt
Hessen_Teaser
Kriminalität und Mindestlohn
Zentrale Themen im Wahlkampf
Themen Niedersachsen Teaser
Bildung, Finanzen, Umwelt
Zentrale Themen im Wahlkampf
Robbie Williams zeigt die Zähne.
Robbie im Streik
Robbie Williams streikt
Im Streit um härtere Strafen für kriminelle Jugendliche legt Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) nach.
Jugendstrafen für Kinder
Koch: Jugendstrafrecht auch bei Kindern anwenden
UN fordert Spenden für Kenia
Das Blutvergießen geht weiter
Radiohead-Frontmann Thom Yorke während eines Auftritts am Nürburgring.
Konzert im Plattenladen
Radiohead sorgen für Massenansturm
Sprudelnde Steuern, neue Jobs
Endlich wieder Überschuss
Zurück an die Macht?
SPD baut auf "solidarische Mehrheit"
John McCain ist zurzeit der Favorit bei den Republikanern.
US-Vorwahlen
Umfrage: John McCain bei US-Vorwahlen vorn
 
 
Bergen-Belsen
Technik
Bundespräsident erinnert an Befreiung von Bergen-Belsen
Paul Walker (l), Vin Diesel
Auch ohne Paul Walker
"Fast & Furious 8" soll 2017 in die Kinos kommen
Adam Sandler (Archivbild) ist bei "The Ridiculous Six" am Drehbuch und als Produzent beteiligt.
"The Ridiculous Six" mit Adam Sandler
Indianische Schauspieler boykottieren Netflix-Film
Martin Wuttke und Simone Thomalla
"Tatort" Simone
Überraschend Schluss für Thomalla und Wuttke
Verkneift sich der Vorgesetzte andauernd die Mittagspause, werden das auch die Angestellten irgendwann tun.
Gesundheit im Job
Verhalten des Chefs färbt ab
Teilnehmer bei der Blogger-Konferenz Re:publica: In der IT-Branche bilden Frauen noch immer eine Minderheit.
IT-Branche
Frauen noch immer eine Minderheit
Gedenken an Schlacht von Gallipoli
Erster Weltkrieg - Schlacht an den Dardanellen
Australien und Neuseeland erinnern an 100 Jahre Gallipoli
Pentax K-3 II
Aus vier mach eins
Pentax K-3 II verschiebt Sensor
«Koningsdam» auf See
Kreuzfahrten
Die "Koningsdam" mit Skylight-Dach und neuen Restaurants
Biene im Rausch
Nikotin-ähnliche Wirkung
Bienen fliegen auf Insektizide
Ein Besucher vor den Tierzeichnungen im Nachbau der Chauvet-Höhle.
Nachbau der Chauvet-Grotte
Prähistorische Zeichnungen in Beton-Höhle
Sanierungsbedürftiges Fenster
Wärmedämmung
Manchmal reicht eine neue Fensterscheibe
Gut gefütterte Fische
Mensch & Natur
Fische bekommen häufig zu viel Futter
Odenwaldschule
Job & Karriere
Odenwaldschule steht nach vergeblicher Geldsuche vor dem Aus
Menschliche Schatten vor Bundesagentur-Logo
Weniger Arbeitslose
BA-Chef Weise erwartet Beschäftigungsrekord
Bis in den April 1945 wurden Hunderte Gefangene im Gefängnis Berlin-Plötzensee festgehalten. Das Foto zeigt die Hinrichtungsstätte, in der unter anderem viele Verschwörer des 20. Juli 1944 hingerichtet wurden, die letzten in den Schlusstagen...
Kriegsende 1945
Der Henker der SS kam bis zuletzt einmal pro Woche
Martin Walser
Kultur & Gesellschaft
Martin Walser sieht Imageproblem bei den Kirchen
Reisepass vor mehreren Fischerbooten
Kein Reisepass
Reederei verweigert Touristin Zugang zum Schiff
Gedenken
Technik
Hunderttausende gedenken der Kriegsopfer von Gallipoli
Fernbus hinter Schild Fernbusse
Billigreisen adé
Fahrkarten für Fernbusse werden teurer
May-Blog , 17.10.2008
Finanzpaket ist auf dem Weg - werden die Bankmanager nun zur Kasse gebeten?
Space Invaders
Mobiler Klassiker
Space Invaders
Kalorienzähler
Abnehmen leicht gemacht
Handy - Kalorienzähler
Skispaß seit mehr als 100 Jahren: Borowez ist der älteste Wintersportort in den Bergen Bulgariens. (Bild: Vassil Donev/EPA/dpa/tmn)
Piste endet am Hotel
Piste endet am Hotel - Günstiger Skiurlaub in Bulgarien
Heuschnupfensaison hat begonnen
Gesundheit!
Heuschnupfensaison hat begonnen - Haselpollen fliegen
Pons
Mobil übersetzen
Das Handy-Wörterbuch von PONS
berufsausbildung
Arbeiten im Ausland
Berufsabschlüsse bald besser vergleichbar
Stress im Job gefährdet das Herz
Stressiger Job?
Risiko für Herzkrankheit deutlich höher
animateure
Animateure gesucht
Arbeiten wo andere Urlaub machen
spiegel
Expertentipp
Mathematisches Verständnis fördern