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Neue Details zum Polizeieinsatz Erst Schüsse, dann gab Zarnajew auf

Der zweite mutmaßliche Marathon-Bomber ist gefasst. Der erst 19-jährige Dschochar Zarnajew wehrte sich fast bis zum Schluss. Seinen Bruder hat er womöglich selbst auf dem Gewissen.

In einem beispiellosen Großeinsatz hat die Polizei den zweiten mutmaßlichen Boston-Attentäter gefasst. Der aus Tschetschenien stammende Dschochar Zarnajew ging den Sicherheitskräften in der Nacht zum Samstag im Bostoner Vorort Watertown nach einer Schießerei schwer verletzt ins Netz. Der 19 Jahre alte Terrorverdächtige hat nach Angaben der Polizei nach langer Verfolgung letztlich aufgegeben.

"Schließlich tat er, was wir ihm befohlen hatten, stand auf und hob sein Hemd hoch", sagte der Polizeichef von Watertown, Edward Deveau. Die Polizei wollte so sehen, ob der Verdächtige Sprengstoff bei sich trug. In einem Interview des TV-Senders CNN sprach Deveau von "20 Minuten Verhandlungen" mit dem schwer verletzten Dschochar Zarnajew. Er räumte allerdings ein, dass Zarnajew dabei "nicht viel gesagt" habe. Er habe aber noch um sich geschossen.

Deveau äußerte sich überzeugt, dass die beiden Brüder Zarnajew allein gehandelt haben. "Nach dem, was wir wissen, waren sie allein." Zugleich berichtete er, der Festgenommene habe zuvor bei der Verfolgungsjagd seinen älteren Bruder mit dem Auto überfahren, als dieser noch lebte.

Warten auf das Verhör

US-Präsident Barack Obama versprach derweil, die Ermittler würden das Motiv der Tat aufklären. "Die Familien der so sinnlos Getöteten verdienen Antworten" sagte er und bezeichnete die Brüder als "Terroristen". Die Festnahme schließe ein wichtiges Kapitel, aber es blieben viele Fragen offen. Auch die, ob die Brüder Hilfe von außen hatten oder aus Selbstantrieb handelten. Bei der Explosion zweier Bomben, die die beiden mutmaßlich in der Nähe der Ziellinie des Bostoner Stadtmarathons abgestellt hatten, waren am Montag drei Menschen getötet worden. 180 Menschen wurden verletzt.

Ein spezielles Ermittlerteam will Zarnajew beim bevorstehenden Verhör nicht wie sonst üblich die Rechte auf einen Anwalt und auf Aussageverweigerung vortragen. Stattdessen wollen sie sich auf einen seltenen Ausnahmefall im Interesse der öffentlichen Sicherheit berufen. Die US-Ermittlungsbehörde FBI sagte, Polizeibeamte, die für sie gefährliche Situationen zu bestehen hätten, könnten Fragen stellen, die die Gefahr neutralisieren, ohne vorher über die Rechte aufzuklären.

Derzeit ist noch völlig unklar, ob und wann der Gefasste ansprechbar und vernehmungsfähig sein wird. Bewaffnete Sicherheitsbeamte bewachen das Krankenhaus, in dem er medizinisch behandelt wird.

In einem Boot gefunden

Die Festnahme von Dschochar Zarnajew beendete Stunden der Angst unter den Bewohnern von Watertown. Den entscheidenden Hinweis auf seinen Aufenthaltsort kam von einem Anwohner in Watertown, der Blut neben einem im Garten abgestellten Boot bemerkt hatte. Er habe daraufhin den Überzug zurückgezogen und den blutüberströmten Mann darunter gesehen.

Als die alarmierte Polizei eintraf, versuchte sie zunächst, den Verdächtigen dazu zu bewegen, aus dem Boot herauszukommen. "Er sagte aber nichts", sagte der Bostoner Polizeichef Ed Davis. Stattdessen habe es noch einmal einen Schusswechsel gegeben, bevor Dschochar Zarnajew schließlich festgenommen wurde.

In den Straßen feierten die Bostoner die Nachricht überschwänglich. Die Bewohner von Watertown säumten die Straßen und beklatschten vorbeifahrende Polizeiwagen. Kirchenglocken läuteten, Autofahrer hupten. Die Bewohner waren am Freitagmorgen aufgefordert worden, ihre Häuser nicht zu verlassen. Inzwischen ist in und um Boston wieder weitgehend Normalität eingekehrt.

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