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Hollande-Partei Frankreichs Linke attackiert Merkel

Harsche Kritik an der Kanzlerin aus Frankreich. Für die Sozialisten betreibt Angela Merkel eine "tödliche" und "egoistische" Sparpolitik. Einflussreiche EU-Politiker springen Merkel zur Seite.

Auf der Suche nach einem Ausweg aus der Wirtschaftskrise ihres Landes nimmt Frankreichs Linke die Sparpolitik Europas und Angela Merkel ins Visier. In einem rund 20-seitigen Papier, das am 16. Juni auf einer Parteikonferenz vorgestellt werden soll, gehen sie auf Konfrontationskurs zu Deutschland und bringen Frankreichs Präsidenten François Hollande in Bedrängnis. Die Politik der EU sei durch ihre Mischung aus politischen Tendenzen des Thatcherismus des derzeitigen britischen Premierministers und der egoistischen Unnachgiebigkeit von Kanzlerin Merkel "tödlich", wie die Zeitung "Le Figaro" aus dem Papier zitierte.

In dem Text stellen sich die Autoren die Frage, welche Ausmaße die Schuldenkrise in Europa noch annehmen muss, bis Merkel "endlich anfange", über die Vergemeinschaftung eines Teils der Schulden der Mitgliedsstaaten nachzudenken. "Die Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland meint nicht Freundschaft zwischen Frankreich und der Europapolitik der Kanzlerin", zitierte die Zeitung weiter.

Der aus Frankreich stammende EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier, der dem konservativen Lager angehört, kritisierte die Aktion der Sozialisten. Barnier schrieb auf dem Internet- Kurznachrichtendienst Twitter: "Bestimmte französische Angriffe gegen Angela Merkel sind unsinnig ... Es gibt keinen Ausweg aus der Krise ohne eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland." Er riet seinen Landsleuten, Deutschland als Vorbild zu nehmen in den gut funktionierenden Bereichen wie etwa der Tarifpolitik oder Haushaltskonsolidierung.

Neben Barnier nahm auch EU-Parlamentspräsident Martin  Schulz (SPD) Merkel in Schutz. Für das in seinen Augen übermäßige  Sparen in einzelnen EU-Ländern sei nicht allein Merkel  verantwortlich. Deutschland habe nur eine Stimme, und im  Europäischen Rat säßen noch "26 andere Chefs mit am Tisch", sagte  er der belgischen Zeitung "L'Echo".

Für die Konservativen befinden sich die deutsch-französischen Beziehungen schon seit einiger Zeit in Schieflage. Die Stimmung zwischen den beiden Ländern sei "so schlecht wie selten zuvor", klagte Frankreichs Ex-Premierminister François Fillon, der von 2007 bis 2012 unter Präsident Nicolas Sarkozy Regierungschef war.

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