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Europaweiter Steuervergleich Wo der Bürger am meisten zahlt

Man muss nur zwei Dinge im Leben: Steuern zahlen und sterben. Ersteres variiert in den EU-Staaten erheblich. Vor allem Nordeuropäer zahlen viel an den Fiskus - die Deutschen aber auch.

Die Bürger in Nordeuropa müssen im EU-Vergleich besonders viel Steuern zahlen. Der Wohlfahrtsstaat kostet Dänemark insgesamt 47,7 Prozent der Wirtschaftsleistung, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat zu ihrem Steuerbericht 2011 mitteilte. Auch in Schweden und Finnland werden die Bürger kräftig zur Kasse gebeten, hier liegt ebenso wie in Belgien und Frankreich die Steuerlast überdurchschnittlich hoch.

Billiger ist es dagegen in Osteuropa. Litauen sammelt 26 Prozent des Bruttoinlandsprodukts an Steuern ein, auch in Bulgarien, Lettland, Rumänien und der Slowakei sind es weniger als 30 Prozent. Deutschland liegt mit einer Steuerlast von 38,7 Prozent an siebter Stelle, im EU-Durchschnitt sind es 38,8 Prozent.

Auch in Irland, das von EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds vor dem Bankrott gerettet werden musste, liegt die Steuerquote unter 30 Prozent der Wirtschaftsleistung. Sie dürfte aber nach der geplanten Einführung einer neuen Immobiliensteuer steigen.

Zsolt Darvas, Volkswirt bei der Denkfabrik Bruegel, erklärt die Unterschiede mit den verschiedenen Wirtschaftsmodellen, welche die einzelnen Staaten für sich angenommen haben: "Länder wie Irland verfolgen den angelsächsischen Ansatz niedriger öffentlicher Investitionen bei einer niedrigen Steuerbelastung, während Skandinavien mehr Dienstleistungen für höhere Steuern bietet."

Immerhin sank die durchschnittliche Steuerlast in den meisten europäischen Ländern: 2000 lag die Steuerquote in der EU noch bei 40,4 Prozent. Die Schweden zahlten sogar mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung an Steuern.

Ähnliches Bild beim Spitzensteuersatz

Der höchste Spitzensteuersatz im EU-Vergleich gilt in Schweden: Die Höchstabgabe auf Einkommen liegt in dem skandinavischen Land bei aktuell 56,6 Prozent, wie Eurostat mitteilte. Auf den folgenden Plätzen liegen Dänemark (55,6 Prozent), Belgien (53,7 Prozent), Portugal (53,0 Prozent) sowie Spanien und die Niederlande mit je 52,0 Prozent.

Deutschland reiht sich mit einem Höchstsatz von 47,5 Prozent nicht in der Spitzengruppe ein, liegt aber über dem Durchschnittswert von EU (38,3 Prozent) und Eurozone (43,3 Prozent). Der EU-Durchschnittswert liegt damit leicht über dem Wert von 2012 (38,1 Prozent), aber deutlich unter dem Niveau des Jahres 2000, als der Spitzensatz auf die Einkommensteuer im Mittel noch bei 44,8 Prozent lag.

Hohe Abgaben begünstigen Steuerflucht

Im Kampf gegen die grenzüberschreitende Steuerflucht kommt die EU unterdessen nur schwer voran. "Je höher die Steuersätze liegen, desto mehr muss man sich um die Fragen von Hinterziehung und Steuerbetrug kümmern", sagte Philip Kermode von der EU-Behörde. "Denn die Anreize (dafür) werden größer und größer."

Die EU-Finanzminister wollen am 14. Mai eine weitere Verschärfung des seit 2005 geltenden Zinssteuergesetzes beschließen. Damit sollen weitere Steuerschlupflöcher in der EU geschlossen werden. Den öffentlichen Kassen der EU-Staaten entgeht nach Schätzungen jährlich etwa eine Billion Euro durch Steuervermeidung und Steuerflucht.

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