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Millionen für Späh-Satelliten Bundeswehr bekommt neue Augen im All

Die Bundeswehr schaut künftig genauer hin. Berichten zufolge soll das Militär für 800 Millionen Euro neue Späh-Satelliten im All bekommen. Bei der Investition gilt das Prinzip: weniger ist mehr.

Die Bundeswehr soll für 800 Millionen Euro neue Späh-Satelliten im All bekommen. Dies geht aus einer Haushaltsvorlage hervor, über die der Bundestag voraussichtlich in der kommenden Woche entscheiden soll. Das neue Satelliten-Aufklärungssystem namens Sarah soll dem Papier zufolge vom Bremer Raumfahrtkonzern OHB sowie der EADS-Raumfahrttochter Astrium geliefert werden. Es soll den Vorgänger SAR-Lupe (Synthetic Aperture Radar) ersetzen, mit dessen fünf Satelliten die Bundeswehr seit 2008 die Erde aus 500 Kilometern Höhe bis in den letzten Winkel ausspähen kann. Zu den wesentlichen Zulieferern zählt nach Angaben aus Sicherheitskreisen Thales.

Die Aufklärungs-Satelliten von SAR-Lupe haben sich bewährt, kommen aber langsam in die Jahre - ihre Lebensdauer endet voraussichtlich 2017. Sarah soll künftig nur noch aus drei Satelliten bestehen, aber eine bessere Leistung als das Vorgängersystem liefern, dessen Auflösung bereits bei unter einem Meter liegt. Die neuen Satelliten sollen 2019 in Betrieb gehen, für die Übergangszeit soll SAR-Lupe weiter Bilder liefern. Das Realisierungsrisiko sei nach Einschätzung des Verteidigungsministeriums gering, da es um die Weiterentwicklung existierender Technologien von OHB und Astrium gehe, heißt es in der Haushaltsvorlage. Das Ministerium war zuletzt heftig in die Kritik geraten, als das mehrere hundert Millionen Euro teure Drohnenprojekt Euro Hawk scheiterte. Dabei handelte es sich um eine neue Technologie für die Bundeswehr.

Kooperation im All

Auch mit Sarah strebt das Verteidigungsministerium wieder eine Kooperation mit Frankreich bei der Satellitenaufklärung an. Schon seit längerem arbeiten Deutsche und Franzosen hier eng zusammen und tauschen ihre Ergebnisse untereinander aus: Die deutschen Satelliten können ihre Radar-Bilder auch bei Nacht und durch die Wolkendecke hindurch erstellen, während die optischen Satelliten des französischen Systems Helios die Bilder bei klarem Wetter liefern.

Inzwischen strebt Frankreich allerdings auch mit Italien eine Kooperation bei den Radarbildern an, so dass Deutschland älteren vertraulichen Haushaltsunterlagen zufolge seinen Bedarf an optischen Bildern nicht mehr komplett aus Frankreich decken kann. Die Bundesregierung prüfe daher die Beschaffung eines eigenen optischen Satelliten für 170 Millionen Euro, um ihn dem Helios-Nachfolgesystem CSO (Composante Spatiale Optique) beizustellen, heißt es in dem vertraulichen Papier.

Optische Aufklärung gestärkt

Das Bundesverteidigungsministerium erklärte dazu lediglich, man prüfe Möglichkeiten, die optische Aufklärung mit weiteren Mitteln zu stärken. "Diese Untersuchungen wurden nicht durch eine mögliche Kooperation zwischen Frankreich und Italien ausgelöst", sagte ein Sprecher.

Bestrebungen zur Schaffung eines Aufklärungsverbundes für die gesamte Europäische Union gibt es aber nach Angaben der Bundesregierung nicht. Auf europäischer Ebene werde derzeit nur das zivile Satelliten-System Copernicus aufgebaut, dessen Fähigkeiten für eine militärische Nutzung nicht ausreichten, antwortete die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des Linken-Abgeordneten Jan Korte. Deutschland war nach den USA und Russland das dritte Land, dem es gelang, Radarsignale aus dem All zu Bildern mit hoher Auflösung zusammenzusetzen.

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