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Kommentar Ehegattensplitting – ja bitte.

Das Ehegattensplitting abzuschaffen, wäre Unsinn, denn damit würde das Lebensmodell an Attraktivität verlieren, findet N24-Korrespondent Michael Wüllenweber.

Hat sich das Ehegattensplitting tatsächlich überlebt, weil es meist vor allem Frauen benachteiligt und sie hindert sich voll in die Produktion einzugliedern? Also weg damit oder zumindest kürzen, wenn nicht für alle, so doch zumindest für die sogenannten Besserverdienenden? Ich sage Nein!

Wäre es nicht besser, die 20 Milliarden Euro, die dem Staat durch das Splitting verloren gehen, in Ganztagsschulen und kostenlose Kitas umzuleiten? Hört sich gut an. Ich sage Nein!

Nichts gegen Ganztagsschulen oder Kitas. Aber warum soll das Geld gerade bei den Familien abgeholt werden, die vielleicht nur ein Einkommen haben? Sollen die, die kostenlose Ganztagsbetreuung für die Kinder von gutverdienenden Doppelverdienern zahlen? Ich sage Nein! Das ist Umverteilung von unten nach oben.

Familienpolitik ist eine gesamtstaatliche Aufgabe. Warum sie also nicht über Steuern finanzieren, statt Familien gegeneinander auszuspielen? Nach dem Motto, den einen nehme ich, den anderen gebe ich.

Was ist eigentlich dran, dass das Splitting vor allem Frauen benachteiligt? Nichts – denn es sieht auf dem Lohnzettel nur so aus. Feinde des Splittings – schafft die Steuerklassen ab! Alle Bürger in die Steuerklasse eins, dann wird monatlich jeder nach den gleichen Maßstäben besteuert. Der Mann könnte dann nicht mehr auf Kosten seiner Frau massig Steuern sparen. Ja, am Monatsende hätte die Familie weniger in der Tasche. Den Splittingvorteil könnte man dann über den Lohnsteuerjahresausgleich organisieren. Einmal im Jahr gäbe es einen warmen Regen und zwar für beide. Dann könnte keiner mehr behaupten, das Splitting kettet Frau an die großen K´s. - Küche, Kirche, Keller.

Familie ist da, wo Kinder sind, warum Ehen und nicht Kinder fördern? Auch eines der beliebten Argumente der Splitting-Feinde. Hört sich aber allenfalls nur gut an. Kinder fördern ja, warum aber sollen dafür Ehepaare besonders bluten, die sich gegenseitig versprochen haben – und vom Staat verpflichtet werden - für einander einzustehen?

Wer die gleichen Rechte für Familien ohne Trauschein fordert, muss ihnen auch die gleichen Pflichten auferlegen. Scheitert eine Beziehung, werden mit Trauschein Rentenansprüche geteilt, Unterhalt wird geleistet. Der besserverdienende „Nur-Partner“ kann sich aber ohne Verpflichtungen aus dem Staube machen. Muss keinen Unterhalt zahlen. Die Ex-Partnerin , die jahrelang - vielleicht unter Verzicht voll zu arbeiten - sich um die gemeinsamen Kinder gekümmert hat, geht leer aus. Von der dicken Rente ihres Partners bekommt sie auch nichts ab. Der Staat zahlt am Ende womöglich Hartz IV und später gibt´s dann Grundrente. Und weil das nach einer Ehe anders ist, ist das Splitting auch gerecht. Und zwar mit und ohne Kinder.

Wer das Splitting schleift, legt die Axt an die Ehe. Ja klar, wir heiraten aus Liebe, nicht des schnöden Splittings wegen. Wenn aber klar wird, die staatliche Ehe birgt fast nur finanzielle Risiken, kaum noch Vorteile, werden sich immer weniger für sie entscheiden. Warum also die staatliche Ehe nicht gleich abschaffen?

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