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Gremium MC Sachsen Innenminister Friedrich verbietet Rockerbande

Sie verbreiten durch pure Präsenz Angst und Schrecken: Der Bundesinnenminister hat Beweise, dass das martialische Auftreten der Rocker nicht nur Fassade ist - und einen Regionalverband verboten.

Seit sechs Uhr morgens durchsuchen Staatsanwalt und Polizei Wohnungen und Vereinsräume vornehmlich in Brandenburg und Sachsen, aber auch in Berlin, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Ihr Ziel: der "Regionalverband Gremium MC Sachsen". Allein in Brandenburg und Berlin waren über 650 Beamte im Einsatz, darunter auch Bundespolizisten und Kräfte der Anti-Terror-Einheit GSG9. 

Der Grund für den massiven Einsatz: Schwerkriminalität. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sagte auf N24: "Diese Organisation hat versucht, gemeinschaftlich Ende des Jahres 2011 einen Mord zu verüben. Die Spitzenleute dieser Organisation fallen durch hohe Kriminalität auf und man kann sagen, diese Kriminalität ist der Vereinigung auch zuzurechnen. Wir wollen damit ein deutliches Zeichen setzen, dass wir diese Art von Rockerkriminalität nicht akzeptieren."

Hells Angels im Visier von Gremium MC

Was der Innenminister damit meint: Am 31. Dezember 2011 wollten sich Mitglieder des Gremium MC mutmaßlich an einem Mitglied der verfeindeten Hells Angels rächen: Gemeinsam sollen etwa 40 Rocker ihrem Gegner aufgelauert haben - erwischten aber einen völlig unbeteiligten Jugendlichen: Der 15-Jährige soll von Mitgliedern der Bande niedergeprügelt und anschließend mit mehreren Messerstichen schwer verletzt worden sein. Dank einer Notoperation überlebte er den Angriff.

Laut Behörden kein Einzelfall: Immer wieder fallen einzelne Ortsverbände und Mitglieder durch schwere Gewalttaten auf. Die Rockerkriminalität ist so in den letzten Jahren immer mehr auch zu einem Thema der inneren Sicherheit geworden: War die Szene über viele Jahre noch überschaubar, haben inzwischen besonders die großen Clubs wie Hells Angels, Bandidos und eben auch der Gremium MC massiv aufgerüstet und neue Mitglieder rekrutiert. Allein die Hells Angels wuchsen laut Bundeskriminalamt (BKA)  zwischen 1999  und 2011 von 50 auf mehr als 1200 Mann. Darunter auch viele Nicht-Motorradfahrer: unter ihnen Hooligans, Rechtsradikale und kriminelle Familienclans - Hauptsache schlagkräftig. Dahinter sollen Revierstreitigkeiten im Rotlichtmilieu stecken, aber auch in Drogen- und Waffenhandel sollen die Gangs verstrickt sein. 

Die Ermittler hatten allerdings bislang immer das Problem, dass nur einzelnen Mitgliedern oder Ortsverbänden der Clubs, den sogenannten "Chaptern", Straftaten nachzuweisen waren und sie somit verboten werden konnten, nie aber einer Gesamtorganisation. Ehemalige Mitglieder der verbotenen Unterorganisationen konnten so einfach in benachbarten Clubs unterschlüpfen und ihren Tätigkeiten weiter nachgehen.

"Das kann sich ein Staat so nicht bieten lassen"

Dass jetzt länderübergreifend gemeinsam mit dem Bund gegen einen Club vorgegangen wurde, ist ein Novum: "Wir haben ja viele Chapter verboten in den letzten Jahren, überwiegend durch die Innenminister der Bundesländer. Diesmal konnten wir in Zusammenarbeit mit Brandenburg und Sachsen gemeinschaftlich vorgehen auch entsprechende vereinsrechtliche Beweise sammeln und gehen jetzt gegen diese Organisationen vor, die in unglaublicher Brutalität und Gewalttätigkeit vorgehen. Das kann sich ein Staat so nicht bieten lassen und deswegen die klare Verbotsverfügung von meiner Seite", so der Innenminister.

Unter das Verbot fallen die Teilorganisationen "Gremium MC Dresden", "Gremium MC Chemnitz", "Gremium MC Plauen", "Gremium MC Nomads Eastside" und "Härte Plauen". Aber auch die Erz-Rivalen von den Hells Angels kamen nicht ungeschoren davon: Das brandenburger Innenministerium gab ebenfalls heute das Verbot der Vereine "Hells Angels MC Oder City" und dessen Unterstützer-Club "Oder City Kurmar" bekannt.

Eine Warnung an die ganze Szene: Der Rechtsstaat schlägt zurück.

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