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Gedankenspiele im Weißen Haus USA erwägen Waffengang in Syrien

Die USA erwägen, mit Waffengewalt in den Bürgerkrieg in Syrien einzugreifen. Wie ein ranghoher Militärvertreter sagte, wurden Präsident Barack Obama verschiedene Szenarien vorgelegt.

Nach zweieinhalb Jahren Bürgerkrieg in Syrien erwägen die USA nun doch ein Einschreiten mit Waffengewalt. Generalstabschef Martin Dempsey sagte, dazu habe er habe US-Präsident Barack Obama eine Reihe von Optionen vorgelegt. In der Regierung debattiert würden "kinetische Angriffe", sagte Dempsey, nannte aber keine Details. Die Entscheidung liege bei den gewählten Vertretern der Regierung, sagte er.

Zuvor hatte sich US-Außenminister John Kerry bei einem Besuch des syrischen Flüchtlingslagers Saatari in Jordanien erneut Forderungen nach einem stärkeren Engagement seines Landes anhören müssen. Er traf sechs Vertreter der rund 115.000 Flüchtlinge. Sie forderten mehr Schutz für die Syrer vor Soldaten der Regierung und eine Flugverbotszone. Kerry erwiderte, verschiedene Optionen lägen auf dem Tisch: "Ich wünschte, es wäre einfach."

"Generation hasserfüllter Analphabeten"

Die Vereinten Nationen prangerten die verheerende Wirkung des Bürgerkriegs auf die syrischen Kinder an. Die UN-Sonderbeauftragte Leila Zerrougui appellierte an Regierung und Rebellen in Syrien, die Kinder zu schonen. Nach dem Krieg werde man mit einer Generation hasserfüllter Analphabeten zu tun haben, warnte sie.

Zerrougui sagte nach einem dreitätigen Besuch in dem Bürgerkriegsland, dort würden Kinder getötet, verletzt und eingekerkert. Zudem würden sie gezwungen, Gräueltaten mit anzuschauen oder gar selbst zu begehen. Tausende von Schulen in Syrien seien zerstört worden.

Unter den fünf Millionen syrischen Flüchtlingen seien fast die Hälfte Kinder. Von diesen wiederum könne die Hälfte nicht zur Schule gehen. Fast 70 Prozent derjenigen, die noch Unterricht angeboten bekämen, müssten ihn ausfallen lassen, unter anderem, um ihren Familien zu helfen, sagte die UN-Sondergesandte, die für Kinder in bewaffneten Konflikten zuständig ist. Sie hatte vor ihrem Besuch in Syrien auch die Flüchtlingslager in angrenzenden Ländern besucht.

Nach UN-Angaben rund 93.000 Menschen getötet

Nach UN-Angaben sind in Syrien rund 93.000 Menschen getötet worden, seit sich im März 2011 die syrische Opposition gegen Präsident Baschar al-Assad erhob. Nach einer Zählung des syrischen Violations Documentation Center, das die Kriegsopfer dokumentiert, waren unter den Todesopfern mindestens 7132 Kinder unter 15 Jahren.

In Syrien gab es am Donnerstag erneut Kämpfe, vor allem im Norden des Landes. Aktivisten berichteten, kurdische Kämpfer hätten die Kontrolle über den Ort Ras al-Ain in Grenznähe zur Türkei übernommen. 

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