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Bundeswehr findet keine Soldaten Experte erklärt Freiwilligen-Konzept für gescheitert

Die Bundeswehr hat Probleme, Nachwuchs zu finden. 2013 meldeten sich nur halb so viele Freiwillige für den Wehrdienst wie im Vorjahr. Stimmen werden laut, die Freiwilligkeit wieder abzuschaffen.

Die Bewerberzahl für den freiwilligen Wehrdienst ist einem Bericht zufolge stark zurückgegangen. Wie die "Welt" am Samstag berichtete, verpflichteten sich in diesem Jahr deutlich weniger junge Männer und Frauen als im vergangenen Jahr. Hans Rühle, früherer Planungschef des Verteidigungsministeriums, bezeichnete das Freiwilligen-Konzept für die Bundeswehr als gescheitert. Ein Ministeriumssprecher wies die Kritik zurück: "Der Bedarf ist derzeit gedeckt", sagte er.

Dem Bericht zufolge traten im Januar dieses Jahres 1607 Freiwillige den Dienst an, im Januar 2012 seien es noch 2720 gewesen. Im April 2013 verpflichteten sich demnach 615 Wehrdienstleistende, ein Jahr zuvor seien es 1460 gewesen. Im Juli dieses Jahres sei der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr allerdings minimal ausgefallen.

Rühle, von 1982 bis 1988 Leiter des Planungsstabes im Bundesverteidigungsministerium, plädierte in einem Beitrag für die "Welt" dafür, die Freiwilligkeit wieder abzuschaffen, die aktuelle Planung sei "unrealistisch und alles andere als demografiefest".

25 bis 30 Prozent der Freiwilligen würden den Dienst innerhalb der ersten drei Monate wieder quittieren, erklärte Rühle. Zudem hätten sich mehr als die Hälfte der freiwillig Wehrdienstleistenden für weniger als 15 Monate verpflichtet. "Sie scheiden daher nach Ausbildung und Qualifikation für eine Teilnahme an Auslandseinsätzen aus". So könnten sie nicht als Entlastung für die 170.000 eingeplanten Berufs- und Zeitsoldaten eingesetzt werden. Statt der gewünschten mindestens 5000 erfüllten derzeit nur etwa 2000 bis 3000 Freiwillige die Voraussetzungen "für eine sinnvolle Verwendung."

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums wies die Bedenken zurück. Der Bedarf sei derzeit gedeckt, am 1. Juli habe die Bundeswehr etwa 10.000 freiwillig Wehrdienstleistende gezählt. "Das sind deutlich mehr als die 5000, die wir in der Planung mindestens haben." 2012 seien insgesamt knapp 10.000 freiwillig Wehrdienstleistende eingestellt worden, in diesem Jahr seien es bislang etwa 4000 gewesen. Die Abbrecherquote schwanke erheblich von Quartal zu Quartal, fügte er hinzu. Zudem sei die Abbrecherquote bei der Bundeswehr "aus unserer Sicht nicht übermäßig".

Die Wehrpflicht war zum 1. Juli 2011 ausgesetzt worden. An die Stelle des für Männer verpflichtenden Dienstes trat ein freiwilliger Wehrdienst für Männer und Frauen sowie ein freiwilliger Ersatz für den bisherigen Zivildienst.

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